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Sonntag, 8. Mai 2016

Was ich während des Schreibens gelernt habe

  • Der Anfang und das Ende sind am härtesten:
    Ein spannender Einstieg ist wichtig, sonst wird mein Buch nicht gelesen und wenn es nicht gelesen wird, gibt es keine positive Mund-zu-Mund-Propaganda und die ist wichtig für die Verkaufszahlen.
    Das Ende sollte die meisten (wenn auch nicht unbedingt alle) offenen Fragen beantworten. Wenn ich als Leser ein Ende enttäuschend finde, werde ich das Buch nicht weiterempfehlen und auch nichts mehr von diesem Autor kaufen.
    Spannende Links dazu:
    https://schreibberatung.wordpress.com/2013/04/02/ein-gutes-ende-schreiben-ob-happy-oder-nicht/
    http://suite101.de/article/das-ende-der-geschichte---den-schluss-schreiben-a91319#.Vy-ft_myNBc
  • Eine Storyline ist wichtig, Mut sich nicht daran zu halten, noch wichtiger.
    Manchmal verselbständigen sich die Figuren und gehen eigene Wege, es ist spannend, was sich daraus ergibt. So musste ich wegen zwei Hauptfiguren die Endszene etwas anpassen, was mir aber im Nachhinein besser gefällt, als was ich zuerst geplant hatte. 
  • Immer im Hinterkopf behalten, für wen man schreibt - je nachdem passen "gewisse" Szenen nicht in ein Kapitel und einige Sprachausdrücke sind ebenfalls fehl am Platz.
  • Szenen beschreiben ist äusserst mühsam. Beispielsweise bei Kampfszenen habe ich mich von Satz zu Satz gequält. Am liebsten hätte ich geschrieben: X und Y gaben sich abwechslungsweise eins auf die Rübe, sie lieferten sich einen harten und spannenden Kampf, den X jedoch gewann. Geht aber nicht, weil bei einer so kurzen Beschreibung zu wenig im Kopfkino abläuft und so keine Spannung entsteht.  
  • Spickzettel sind die besten Freunde des Schreibers - oder wisst ihr nach monatelanger Schreibpause noch, was eure Hauptpersonen in den letzten 100 Seiten so alles angestellt haben? 
  • Kein Buch ohne Überarbeitung: Bevor ein Zeitungsartikel veröffentlicht wird, wird er vom Journalisten mehrmals gelesen. Dann wird er weitergereicht an einen Schreib-Kollegen, den Produzenten, ans Korrektorat oder ins Layout - diese begutachten den Text und beurteilen, ob alles schlüssig ist.
    Diese Arbeit muss ich nun bei meinem Buch machen, nur dass sie hier komplizierter ist, ich werde darauf achten müssen, dass
    - die richtigen Personen sprechen.
    - die Charaktereigenschaften und die Mimiken von Anfang bis Schluss stimmen.
    - der Ablauf Sinn macht.
    - ich nichts vergessen habe.
    -
    Ausserdem weiss ich jetzt schon, dass ich gewisse Geschehnisse einbauen muss, damit einige Veränderungen auch wirklich Sinn machen. 
Ich bin gespannt, was ich beim Überarbeiten so alles lerne. Nun muss ich nur noch die 460 Seiten ausdrucken - ächz.
Das Ende
Es tut mir so leid, ich habe euch sträflich vernachlässigt - aber mit zwei lebhaften Kids muss ich mir die Zeit zum Schreiben etwas zusammen stehlen. Meistens habe ich über die Mittagszeit an meinem Buch weiter geschrieben, bis einer meiner Jungs wach war und ich abrupt aufhören musste. Weshalb ich die letzten Monate zwar fleissig mit Schreiben, aber weniger fleissig mit Bloggen war.

Ihr fragt euch bestimmt, wo ich mittlerweile stehe?
Bei 460 A4-Seiten, 711'200 Zeichen und beim Ende meines ersten Teils.

Ihr habt richtig gelesen, beim Ende
Bis dahin war es aber ein weiter Weg: An einigen Tagen schaffte ich nur wenige Sätze, während ich an anderen Tagen ganze Kapitel wieder gelöscht und neu geschrieben habe und so kaum weiter kam; an guten Tagen schrieb ich Seite um Seite und ärgerte mich, wenn ich unterbrochen wurde. Ich habe immer wieder mit Selbstzweifel gekämpft, wie "das ist doch Mist, was ich da schreibe", und "ich werde eh nie fertig". 

Am härtesten war die Arbeit am Endkapitel: Für kein Kapitel habe ich so lange gebraucht, wie für dieses; noch nie war die Delete-Taste so viel im Einsatz. Ein gutes Ende ist für mich sehr wichtig: Einerseits will ich meine Leser mit einem guten Gefühl verabschieden (was besonders wichtig ist, wenn man weitere Werke plant) und andererseits gibt es viele Leser (beispielsweise ich selbst), die zuerst den Schluss lesen, bevor sie ein Buch kaufen.

Mittwoch, 19. August 2015

Der Mittelteil
Erinnert ihr euch noch, dass ich in der Mitte weiter geschrieben habe, weil ich beim Anfang nicht weiter kam? Endlich bin ich mit meiner Geschichte so weit fortgeschritten, dass ich die Mitte erreicht habe. Eigentlich müsste ich mich jetzt ausruhen können oder gleich zum Schluss springen - weit gefehlt. Meine Vorgabe ist *******! 
Das Geschriebene passt einerseits nicht mehr zum vorangegangenen Geschehen, weil ich vieles bereits eingebaut habe oder die Geschichte einen anderen Lauf nahm und andererseits hat sich mein Schreibstil so sehr verändert, dass ich meine Sprache entsetzlich finde und mich in Grund und Boden schämen möchte.

Also heisst es mal wieder: Mut zum Löschen. Fast 20 Seiten verschwinden mit einem Klick im Nirgendwo - eigentlich schade, dass es keine Tauschbörse für Sätze gibt, vielleicht hätte ja jemand von euch meinen Müll recyceln und in seinem Text gebrauchen können.