Dienstag, 11. Dezember 2012

Mühsame Szene
Manchmal muss ich mich richtig zwingen, dass ich weiterschreibe - gerade ist es wieder so weit. Ich bin an einer Szene angelangt, die ich im Kopf so ziemlich durchdacht habe und trotzdem finde ich nicht die richtigen Worte, um sie aufs Papier zu bringen. Letzte Woche habe ich gerade mal drei Seiten geschrieben und war danach so frustriert, dass ich den Computer wütend aufs Sofa gepfeffert habe.
Diese Woche habe ich mich mit einer "Schreiben-ist-doof"-Stimmung an den PC gesetzt. Ich war mir sicher, dass ich keinen richtigen Satz hinbekommen werde und siehe da, drei Stunden später habe ich meine 5 Seiten geschafft. Ich bin zwar zufrieden, dass ich mein Pensum erreicht habe, aber von meinem Geschriebenen bin ich noch nicht so richtig überzeugt. Vielleicht sollte ich mich nächste Woche nochmals dran setzen - falls ich meine Motivation bis dann wieder gefunden habe und falls sie auch bis dahin verschollen bleibt, ist es wohl wieder mal Zeit für Ferien. 

Dienstag, 27. November 2012

Grippe und Schreibwut 
"Aufstehen! Du bist jetzt wieder gesund, da wird fleissig geschrieben."
Mit diesen Worten hat mich mein Göttergatte heute Morgen um 9 Uhr geweckt.
Ich habe mich dann nochmals umgedreht und mich in die Decke gekuschelt - aus Trotz.
Leider hat mich das schlechte Gewissen - weil ich letzte und vorletzte Woche keinen Buchstaben geschrieben habe - aber so sehr gequält, dass ich dann doch um 9.10 Uhr auf den Beinen stand.
Geschrieben habe ich bis 15 Uhr keine Zeile.
"Immer noch gleich weit? Die Grippe hat dein Gehirn aber nicht beschädigt, oder?"
Selbstverständlich habe ich dem fiesen Kerl auf diese Frage kurzerhand meine Zunge gezeigt.
Tja, also, vorletzte Woche hat es mich mit Fieber, Husten, Glieder- sowie Kopfschmerzen (also das volle Programm) ins Bett gehauen. Ich habe keinen einzigen Buchstaben geschrieben, weil ich dazu einfach keine Kraft hatte und sich mein Hirn leer anfühlte. Seit dem Wochenende bin ich wieder ziemlich fit.
Der Grippe konnte ich inzwischen sogar etwas Gutes abgewinnen: Weil mir vom vielen herum liegen so langweilig war, hatte  ich Zeit über meine Geschichte nachzudenken.
Diese Überlegungen habe ich heute in zwei Kapitel einfliessen lassen.
Als ich einen Blick auf die Seitenzahl geworfen habe, wollte ich meinen Augen nicht trauen: Ich bin bei Seite 259!
In drei Stunden habe ich fast 15 Seiten geschrieben! So viel habe ich noch nie geschafft und werde ich bestimmt auch nie wieder erreichen. Was für ein tolles Gefühl! 
Prolog
Eigentlich bin ich mit diesem Thema etwas spät dran, denn der Prolog ist die Einleitung/Vorgeschichte eines Buches - weshalb es sich gehören würde, dass er auch ganz zu Beginn angefertigt wird.
Weshalb ich mich gerade jetzt diesem Thema widme?
Ich habe mich gefragt, ob ein Prolog wirklich nötig ist und was er zwingend beinhalten muss. Meine Frage, habe ich meinen Schreibfreunden im Autorenforum gestellt sowie im Internet recherchiert und bin auf folgende Antworten gestossen:


  • Der Prolog ist dazu da, einen Haken für den Leser auszuwerfen - weshalb er Spannung erzeugen sollte. 
  • Er ist ein Textstück, das einen kleinen Ausschnitt enthält, auf die in der Geschichte wieder Bezug genommen wird. Er kann eine Rückblende sein in Form einer Erzählung oder der Handlung voraus greifen ohne dabei aber zu viel zu verraten. 
  • Dabei stellt sich die Frage: Leistet der Prolog etwas, das eine Szene oder Kapitel, eine Rückblende, ein Dialog oder innerer Monolog während des Romans nicht leisten könnte? Wenn nicht, dann macht er keinen Sinn.
  • Ein gutes Beispiel für einen spannenden Prolog hat Christopher Paolini in Eragon geliefert: Er beschreibt darin wie eine Elfe ein Drachenei in den Buckel schickt. Im ersten Kapitel streift der Hauptprotagonist Eragon dann durch den Buckel und findet das Ei. Wie und warum gerade er es gefunden hat, wird später im Buch sehr ausführlich erklärt. 
Mein Fazit: Ein Prolog sollte nicht nur spannend, sondern auch kurz sein (maximal sechs Seiten). Gelingt dies nicht, macht er keinen Sinn - da dies bei meinem Prolog nicht zutrifft, habe ich ihn kurzerhand gestrichen. Ich kann ihn auch erst am Ende verfassen, wenn ich das Buch fertig und somit eine bessere Ahnung habe, welche Szene sich für den Prolog am besten eignen würde. 
 Übrigens: Im Journalismus habe ich gelernt, dass der Lead - also die Einleitung/Vorwort des Textes - immer zuerst geschrieben werden sollte, weil sich der Journalist dann Gedanken machen muss, was er genau in seinem Text schreiben will und es ihm einfacher fällt diesen in kürzester Zeit zu verfassen. Wahrscheinlich würde diese Regel auch für den Prolog gelten - aber ausnahmsweise missachte ich sie einmal. 

http://de.wikipedia.org/wiki/Prolog_(Literatur)
http://schriftzeit.de/archives/69

Dienstag, 13. November 2012

Oh je
Heute hatte ich mir so viel vorgenommen und war auch total motiviert und dann das: Migräne!
Ich habe mich den ganzen Tag in ein dunkles Zimmer verkrochen und überhaupt nichts gemacht. Ich bin jetzt nur daraus hervor gekrochen, um euch kurz auf dem aktuellsten Stand zu halten. Seid nicht böse, wenn ich nicht mehr schreibe - aber mein Kopf pocht so stark, als würde er nächstens explodieren. 

Montag, 12. November 2012

Beliebte Fehler
Wie schreibt man schon wieder abwegig/abwägig? Wie adäquat?
Tatsächlich gibt es eine Seite, die die gängigsten Fehler auflistet und erklärt, was richtig ist und was falsch.
Vielleicht hilft sie jemandem von euch weiter:

http://www.korrekturen.de/beliebte_fehler.shtml

Auf der gleichen Seite findet ihr übrigens eine Rechtschreibprüfung sowie Informationen zu den Satzzeichen.  

Mittwoch, 7. November 2012

Was ist eine Fibel?
Statt weiter zu schreiben, wie mein zweiter Protagonist flieht, bin ich wieder zu Rydan zurück gekehrt und habe bei ihm weiter geschrieben. Ich hatte letzte Woche die Idee, wie es bei ihm weitergehen könnte und wollte die Szene heute unbedingt aufs Papier bringen.
Meine Idee: Rydan schnüffelt in der Stadt herum, findet wichtige Informationen heraus und wird dann geschnappt und ins Gefängnis geworfen. 
Klingt doch eigentlich ziemlich einfach. Tja, das war es dann leider nicht. Mein Problem war: Rydan muss einige Dinge/Orte ausspionieren, bevor er geschnappt werden darf - unter anderem muss er wissen, wie robust das Stadttor ist und um zu diesem zu gelangen, muss er eine Tür knacken. Natürlich könnte die doofe Türe auch einfach offen stehen aber wo wäre denn da der Spass dabei, wenn der Hauptperson alles in den Schoss fällt? Also muss sich Rydan nach etwas umsehen, das ihm beim Öffnen des Schlosses hilft. Dabei fällt sein Blick auf eine wohlgenährte Frau, deren Kleid mit Sicherheitsnadeln zugehalten wird. Auf den ersten Blick die perfekte Lösung. Nur, Sicherheitsnadeln gab es in der Zeit noch nicht, in der meine Geschichte spielt oder doch? 
Ich verliere 10 Minuten kostbare Schreibzeit, weil ich mich wieder einmal der Recherche widme. Ein gutes hat sie: Ich bilde mich gleichzeitig weiter. Wusstet ihr, dass es so etwas wie die Sicherheitsnadel schon in der Bronzezeit gab? Damals wurde sie Fibel genannt. http://de.wikipedia.org/wiki/Fibel_(Tracht)
Wiedererfunden und zwar in der Form, die wir heute kennen, wurde sie 1849 vom Amerikaner Walter Hunt. 


Aktueller Stand: 244 Seiten. 

Montag, 5. November 2012

Wie Leserfreundlich ist mein Text?
Vielleicht habt ihr euch diese Frage auch schon gestellt?
Ich jedenfalls, stelle sie mir fast wöchentlich, wenn ich an meinem Buch weiter arbeite. Nun habe ich endlich eine Text-Analyse entdeckt, die mir meine Frage beantworten:   https://www.schreiblabor.com/textlabor/statistic/

Auf der Schreiblabor-Seite kann man seinen Text in das entsprechende Feld eingeben und erhält innert weniger Sekunden die Auswertung. So erfährt man, wie viele Wörter man geschrieben hat, wie viele davon Füllwörter - und damit eigentlich unnötig - sind und wie gut lesbar der Text ist.
Ich habe es mit verschiedenen Textstellen ausprobiert. Meine Texte befinden sich immer zwischen 70 und 80 - und sind damit sehr einfach zu lesen. Im Kommentar sehe ich, dass vor allem Boulevard-Zeitungen so einfach schreiben - so hat sich mein Schreibstil, obwohl ich nun an einem Buch arbeite, also nicht geändert. 

Dienstag, 30. Oktober 2012

Flucht gelungen
Uff, mein Held hat es geschafft. Er hat seine Verfolger fürs erste spektakulär abgeschüttelt und konnte aus der Stadt fliehen. Mehr als 5 Seiten habe ich für dieses Kapitel benötigt - drei davon habe ich heute geschrieben, zwei am letzten Wochenende. Vielleicht ist die Szene etwas zu detailliert ausgefallen, aber fürs erste lasse ich das mal so. Überarbeiten und damit auch streichen, werde ich erst am Schluss, wenn ich mit dem 1. Teil fertig bin.
Eigentlich müsste ich zufrieden sein: Ich habe meine 5 Seiten erreicht. Aber da die Fluchtszene so gut lief, hatte ich gehofft, dass ich diese Woche mehr schaffen könnte. Da sich mein Kopf vor lauter Schreiben und aus Schlafmangel (doofer Vollmond) aber leer anfühlt, muss ich für heute das Handtuch werfen. Mal sehen, vielleicht packt mich ja an einem der nächsten Abende wieder die Schreiblust und ich komme doch noch etwas mehr vorwärts. Mal sehen...

Montag, 29. Oktober 2012

Nur eine Idee aufs Mal?
"Schatz, wieso verziehst du dein Gesicht zu so einer hässlichen Fratze?" Mein Göttergatte stupst mich mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht in die Seite.
Er erntet von mir nur ein Brummeln.
"Was ist denn los?"
"Ich habe eine tolle Idee und es juckt mich richtig sie nieder zu schreiben."
"Ähm", er wirft mir einen verwirrten Blick zu, "was ist daran schlecht?"
"Sie ist für ein komplett neues Buch. Ich kann sie in meinem jetzigen Werk nicht einbauen, weil sie in einem ganz alten Genre spielt."
"Ist doch egal. Fang doch einfach ein neues Buch an und arbeite abwechslungsweise an zwei Geschichten."
Grummel.
"Da verzettle ich mich doch nur. Ausserdem kann ich mich dann auf etwas freuen, wenn ich mit meiner ersten Geschichte zu Ende bin."
Er lacht. Warum lacht denn der doofe Kerl jetzt? So witzig war meine Antwort wirklich nicht.
"Es ist so schön, dass du genau die gleichen Probleme hast wie ich", meint er nur.
Nun bin ich es, die ihn verwirrt ansieht.
"Bei meinem Game, das ich programmiere, habe ich auch immer wieder neue Ideen und jede scheint auf den ersten Blick besser zu sein als die Andere. Ich habe schon viel Zeit verloren, weil ich jede Idee verfolgt habe, statt mir vorher zu überlegen, ob sie wirklich Sinn macht für mein Game."
Irgendwie tut es gut, dass es anderen genau gleich geht. Findet ihr nicht?

Ich kenne Schreibwütige, die gleichzeitig an zwei Werken schreiben und damit keine Probleme haben. Im Gegenteil: Sie fühlen sich dadurch sogar angespornt. Sie schreiben immer an jener Geschichte weiter, bei denen ihnen gerade etwas einfällt.
Tja, und was machen die wohl, wenn bei keiner der beiden Geschichten die Ideen fliessen?

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Die Fluchtszene
Ich hatte mir ganz fest vorgenommen am Dienstag fünf Seiten zu schreiben - wenn möglich sogar mehr.
Obwohl ich den Wecker am Abend zuvor auf 7 Uhr früh gestellt habe, habe ich erst um 16 Uhr mit dem Schreiben begonnen. Die verstrichene Zeit habe ich nicht etwa mit Schlafen verbracht, sondern mit surfen: Immer wieder habe ich auf dem Internet etwas entdeckt, dass ich noch schnell lesen oder anschauen wollte. Aus "schnell lesen" wurde bald einmal eine Stunde, dann zwei und Schwups war der Morgen auch schon vorbei.
Am Nachmittag lief es leider nicht viel besser: Statt des Internets zog mich der Fernseher mit einer uralten Fernsehserie (Drei Engel für Charlie http://www.youtube.com/watch?v=OGXj_2c08FU) in seinen Bann.
Irgendwann gab ich mir einen Ruck und öffnete mein Dokument auf dem Computer. Denkt aber nicht, dass ich jetzt mit dem Schreiben begonnen hätte...
Nein, ich liess wieder eine satte Stunde verstreichen, indem ich dümmlich auf das Word-Dokument starrte. Mein Göttergatte behauptet steif und fest, ich hätte versucht das leere Papier mit meinen Blicken zu bezwingen, damit es sich von selbst füllt, so konzentriert hätte ich darauf gestarrt. Ich sag dazu nur: Geklappt hat es auf jeden Fall nicht - also nicht Nachmachen.
Als es 16 Uhr schlug, bin ich aus meiner Starre erwacht und hatte Panik.
"Jetzt musst du innerhalb kurzer Zeit 5 Seiten füllen; das hast du ja wieder super gemacht", schoss es mir durch den Kopf.
Diese Gedanken haben mich tatsächlich angespornt und endlich flogen die Finger - zwar nur gemächlich aber immerhin - über die Tasten.

Meinen nächsten Protagonisten wollte ich eigentlich mit kurzen Sätzen einleiten sowie einer kurzen Verfolgungsszene. Der fiese Kerl fand das aber nicht so toll und stattdessen tritt er nun gemütlich aus einem Haus auf die Strasse, stopft sich sein Hemd in die Tasche und rempelt auch noch rotzfrech den Feind an, bis er mir dann endlich gehorcht und die Flucht ergreift.

Um 22 Uhr hatte ich meine 5 Seiten endlich voll. Die "kurze" Fluchtszene konnte ich am Dienstag jedoch nicht ganz beenden und so habe ich mein nächstes Ziel für nächste Woche vor Augen. Bin nun gespannt, ob mein Protagonist - er heisst übrigens Edraith (ist ein "fremdländischer Name") - dann tut, was ich will oder ob er wieder selbst das Steuer in die Hand nimmt. 

Montag, 22. Oktober 2012

Zurück
Und schon sind die Ferien vorbei; wie schnell doch die Zeit vergeht.
So richtig erholt, beziehungsweise Schreibfit fühle ich mich noch nicht. Tja, das spielt aber keine Rolle, denn morgen setze ich mich wieder an den Computer und schreibe weiter. Heute lasse ich mir die Szene nochmals durch den Kopf gehen, damit ich sie morgen leichter und schneller zu Papier bringen kann.
Die Idee zu dieser Szene kam mir in den Ferien - dank meines Göttergatten.
Ich hatte wieder mal einen meiner Tiefpunkte erreicht und mich insgeheim gefragt, ob ich es wirklich schaffe, meine Geschichte jemals zu Ende zu bringen oder ob ich es nicht einfach sein lassen soll und das Leben ohne Druck geniessen. Denn, obwohl ich schon über 200 Seiten geschrieben habe, bin ich in der Story noch nirgends; meine bessere Hälfte muss mir meine Zweifel wieder einmal angesehen haben: Eines Abends sah er mich mit diesem Blick an, mit dem er mir bis in die Seele sehen kann und fragte: "Wie weit bist du eigentlich mit deinem Buch? Was passiert als nächstes?"

Vielleicht erinnert ihr euch, vor den Ferien erreichte einer meiner Protagonisten, Rydan, eine Stadt und gelangte mit etwas Hilfe auch hinein. Nun muss er die Stadt ausspionieren und Schwachstellen finden, wie er sie zerstören könnte. Im Kopf habe ich die Szene und sehe genau, was nun geschieht - aber in der Woche vor den Ferien fand ich einfach die Worte nicht, um die Szene auch auf Papier zu bringen. Von dieser Szene und meinem Problem mit ihr habe ich meinem Göttergatten erzählt. Dabei ist mir aufgefallen, dass einer meiner Protagonisten - der Angeber Edraith Amar - schon lange nicht mehr im Buch vorgekommen ist; dies brachte mich auf die Idee, statt mich auf die Szene in der Stadt zu versteifen, doch einfach bei Edraith Amar weiter zu schreiben. Bei ihm wird es jetzt nämlich auch spannend, da er auf der Abschussliste des Herrschers steht... Ich hoffe, es gelingt mir, die Flucht von Edraith Amar glaubwürdig und vor allem fesselnd in Worte zu fassen. Und wenn nicht, frage ich meinen Schatz um Hilfe, vielleicht komme ich im Gespräch  mit ihm wieder auf eine tolle Idee. 

Sonntag, 14. Oktober 2012

Ferien
Liebe Blog-Leser

Irgendwann kommt die Zeit, da braucht man einfach mal eine Pause. Diese Auszeit gönne ich mir nun und mache einfach mal eine Woche Ferien in der schönen Schweiz - ohne Computer, ohne Notizbuch, ohne meine Buchfiguren, aber mit ganz viel Büchern.

Ich hoffe, Ihr seht nächste Woche wieder bei mir rein und wünsche euch eine ganz tolle Woche.

Bis bald, Regina

Montag, 8. Oktober 2012

Richtig kritisieren
Jeder hat eine Meinung und jeder weiss, wie es besser geht.
Kritik ist grundsätzlich eine gute Sache, hilft sie doch dem anderen Menschen, Fehler zu erkennen und sich weiter zu entwickeln. Trotzdem freuen sich die Wenigsten über Kritik, ist sie doch unangenehm meist sogar demotivierend - vor allem dann, wenn ein Text bemängelt wird, in den man viel Herzblut gesteckt hat.


Deshalb gibt es auch beim kritisieren Regeln, die man beachten sollte:

  • Zuerst einmal sollte man sich bewusst sein, dass jeder seinen eigenen Schreibstil hat, ob einem dieser gefällt ist Geschmacksache - ihn aber zu kritisieren ist ein absolutes "No-Go".
  • Bevor kritisiert wird, sollten zuerst die Vorteile eines Textes aufgezählt werden, also was man daran besonders mag, wer einem sympathisch ist, wo man gelacht hat und welche Beschreibungen man sehr gelungen findet. So zeigt man dem Autor, dass er doch etwas richtig gemacht hat und demotiviert ihn nicht ganz. 
  • Immer sachlich bleiben und nie die Kritik auf der persönlichen Ebene austragen
  • Sei dir immer bewusst, dass du etwas nicht gut findest - deshalb schreib immer "mir gefällt nicht" oder "ich finde" und nicht etwa: "das versteht man doch nicht".



Achte beim Kritisieren darauf:

  • Verstehe ich alles?
  • Macht das Geschriebene Sinn?
  • Wie ist der Lesefluss (stolpere ich irgendwo)?
  • Stimmt die Rechtschreibung/Zeichensetzung?
  • Gibt es Wortwiederholungen?
  • Reagieren die Personen so, wie sie charakterlich beschrieben wurden?
  • Merke ich anhand der Beschreibung gut genug, wie sich eine Person fühlt?
  • Weiss ich, wer gerade spricht?
  • Stimmen Zeiten und Abläufe?
  • Wurde eine Szene/Detail wirklich so einfach wie möglich beschrieben?
  • Wird etwas beschrieben, was eigentlich unnötig ist? Bspw. mit welcher Hand der Held zum Abschied winkt.
  • Sind die W-Fragen (Was, Warum, Wozu, Wie, Wer, Wann, Wo Womit) ausreichend beantwortet?


Dienstag, 2. Oktober 2012

Weiter beim "Anfang"
Heute habe ich bei meinem Anfang weiter geschrieben und versucht, mich etwas weiter zum Mittelteil vor zu arbeiten. Ich bin sieben Seiten weiter gekommen, aber leider noch immer sehr weit vom Mittelteil entfernt; ich sehe ihn aber schon in greifbarer Nähe.
Im Kapitel, das ich heute geschrieben habe, erreicht Rydan (einer meiner Protagonisten) eine Stadt, die sich offen gegen den Herrscher des Landes stellt. Seine Aufgabe ist es, die Stadt auszuspionieren sowie ihre Schwachstellen zu finden ohne dabei aufzufallen. Dies wird jedoch schwer: Rydan hat sich als Bettler verkleidet; Menschen in zerschlissenen Kleidern gibt es in dieser Stadt jedoch nicht mehr...
Ganz so weit bin ich mit dem Schreiben aber nicht gekommen. Rydan erreicht die Stadt und gelangt - dank etwas Hilfe - auch hinein, aber um die mittelalterliche Stadt so gut wie möglich beschreiben zu können, habe ich etliche Stunden im Internet verbracht und recherchiert.
Eigentlich weiss ich nicht, warum ich mir die Mühe mache, denn da meine Geschichte in einem erfundenen Land spielt, kann die Stadt eigentlich auch total unrealistisch aussehen - aber es ist eben einfacher, etwas zu beschreiben, dass man auch wirklich mit allen Details vor sich auf dem Bildschirm sieht, als etwas ganz Neues zu erfinden.

Damit wäre ich bei 228 Seiten und weiss bereits, was ich nächste Woche wie beschreiben werde. Für heute ist jedenfalls erst einmal Schluss. 
Satzzeichen
Ich kann mich noch gut an meine Anfangszeit im Journalismus erinnern: Ich stolzierte mit geschwellter Brust herum; schrieb ellenlange Artikel, die aber wenig aussagten; feilte stundenlang an einem Satz; blieb freiwillig bis spät in die Nacht in der Redaktion, um zu sehen, wo mein Text in der Zeitung platziert wurde; sammelte all meine Artikel und hielt sie für Kunstwerke. 
Ein Jahr lang fühlte ich mich wie ein Duracell-Hase. Dann bestellte mich mein Chef in sein Büro. Vor ihm lag ein Stapel meiner Artikel.
"Du warst dieses Jahr aber fleissig", sagte er und nickte anerkennend. 
Ich wuchs in meinem Stuhl um mindestens 5 Zentimeter; auf dem Gesicht ein dümmliches Grinsen.
"Aber..."
Meine Schultern sanken nach vorne - nun fühlte ich mich 10 Zentimeter kleiner. 
"...etwas mehr Qualität wäre schön", meinte er. 
Ich fühlte mich, als hätte er mir in den Bauch geschlagen. Mir blieb die Luft weg. Die Tränen stiegen mir in die Augen.
Was hatte ich nur falsch gemacht? Hatte ich Unwahrheiten verbreitet? 
Mein Kopf wurde heiss und ich wusste, dass er knallrot angelaufen war. 
"Versteh mich nicht falsch: Deine Artikel sind gut, aber du könntest noch viel mehr herausholen, wenn du mehr mit Satzzeichen arbeiten würdest. Immer nur Komma, Punkt und sehr selten ein Gedankenstrich machen den Text langweilig -arbeite mehr mit den Satzzeichen, so wird dein Text automatisch besser, verständlicher und spannender zum Lesen", riet er mir und fügte hinzu: "versuch auch dich kürzer zu halten. Prägnante Beschreibungen sind interessanter, als lange, mühsame Umschreibungen."
Obwohl mich diese Kritik zuerst erschütterte, bin ich meinem Chef im Nachhinein sehr dankbar. 
Dadurch habe ich erkannt, dass Satzzeichen sehr wichtig sind, um Sätze oder Texte zu strukturieren. Denn sie unterteilen den Text in sinnvolle Abschnitte und lassen den Leser kurz inne halten - somit sind sie wichtige Hilfsmittel, die Sätze/Texte verständlicher machen. 

Seither habe ich mein Leseverhalten verändert - ich achte in einem Buch auch darauf, wie ein Autor schreibt. Dabei ist mir aufgefallen, dass mir das Lesen einfacher fällt und ich es spannender finde, wenn der Autor vermehrt Satzzeichen wie Doppelpunkt, Gedankenstrich, Fragezeichen sowie Strichpunkt einsetzt und nicht nur Punkt sowie Komma.

Übrigens: Meine "Kunstwerke" habe ich mittlerweile alle entsorgt - sie waren einfach zu schlecht geschrieben. 

Damit ihr Satzzeichen richtig einsetzt, hier einige Links: 

Dienstag, 25. September 2012

Das Ende...
...des ersten Teils.

Die Idee, wie ich das Ende beschreiben könnte, kam mir beim Sport am Montag. Mitten in meinen Jazzercise-Übungen kam mir ein Satz in den Sinn, der mich alles andere vergessen liess: "Jeder Anfang ist auch ein Ende. Das Ende von XY, war der Anfang von ZZ."
Dieser Satz löste eine ganze Bilderreihe in meinem Kopf aus. Ich war so damit beschäftigt, dass ich meiner Jazzercise-Nachbarin versehentlich auf die Füsse trat - was sie mit einem Aufschrei quittierte und ich  mit einem entschuldigenden Lächeln.
Zuhause liess ich die Szene in meinem Kopf nochmals ablaufen, habe da ein Detail hinzugefügt und dort etwas abgeändert. Erst heute habe ich mich an den Computer gesetzt und die Szene geschrieben - bis jetzt. Ganze 10 Seiten lang ist das Ende des ersten Teils, der auch das Ende einer meiner Hauptpersonen bedeutet - mehr verrate ich euch dazu aber nicht.

"Hm, warum spricht sie plötzlich von einem ersten Teil?" fragen sich vielleicht einige von euch.
Das ist so: Ich habe auf meiner Storyline 15 wichtige Geschehnisse eingezeichnet. Doch nicht alle diese Punkte betreffen die gleiche Person - deshalb habe ich mich entschieden, dass ich mein Augenmerk im ersten Teil auf eine andere Person lege als im zweiten. Die Person von Teil eins kommt im zwei natürlich weiterhin vor. Im dritten und endgültigen Teil führe ich dann alle Protagonisten zusammen. Und vielleicht - ich bin mir aber noch nicht sicher - gibt es für eine weitere Hauptperson kein Happyend.

Aktueller Stand: 221 Seiten

Montag, 24. September 2012

Das Ausrufezeichen
"Schatz, warum rümpfst du eigentlich dauernd die Nase?" Die Frage meines Göttergatten lässt mich zusammen zucken und ich blicke ihn an.
"Wie bitte?"
"Du liest jetzt seit 30 Minuten in diesem Buch und verziehst praktisch jede Minute das Gesicht, als hättest du in einen sauren Apfel gebissen - was ist denn los?"
Ich reiche ihm das Buch wortlos.
Er überfliegt es und zieht die Stirn in Falten: "Warum wird in diesem Buch so viel geschrien?"
Ich lächle zufrieden.
Meine bessere Hälfte hat auf den ersten Blick erkannt, was mich am meisten gestört hat im Buch: Es enden die meisten Sätze darin mit einem Ausrufezeichen.
Im Journalismus habe ich aber gelernt, dass Ausrufezeichen in einem Text Tabu sind - ausser es schreit jemand herum oder der Satz soll einen besonderen Nachdruck erhalten!
Achtet doch mal darauf, wie oft das Ausrufezeichen in berühmten Büchern vorkommt - nämlich höchst selten. Wahrscheinlich gilt bei diesem Satzzeichen allgemein der Grundsatz: Weniger ist mehr!

Mittwoch, 19. September 2012

Kill your darlings
Ich habe den ganzen Dienstagmorgen damit verbracht meine Szene zu beschreiben - aber irgendwie ist es mir einfach nicht gelungen die richtigen Worte dafür zu finden.
Vielleicht habe ich einfach nach den perfekten Sätzen gesucht und sie natürlich nicht gefunden, denn nichts ist Perfekt.
Irgendwann beim Mittagessen ist mir dann eingefallen, was ich im Journalisten-Schreibkurs gelernt habe: Kill your darlings. Soll heissen, wenn du eine Passage, Idee, Überschrift oder einfach einen Satz über alles liebst, könnte es gut sein, dass sich genau dieser "Liebling" negativ auf deinen Schreibfluss auswirkt.
Im Journalisten-Schreibkurs habe ich gelernt, dass viele Redakteure zuerst versuchen um ihren Liebling herum zu schreiben, um ihn so zu retten - dies kann dem Text aber enorm schaden oder dazu führen, dass das Schreiben ewig dauert, was wiederum zu Demotivation führt.
Wer also einen absoluten "Liebling" hat in seinem Text, dem bleibt oft nur eine Wahl: Er muss seinen "Darling" löschen.
Ist dieser erst mal aus dem Text entfernt, kann man sich in Ruhe überlegen, wie die Geschichte weitererzählt werden sollte und kommt so bestimmt auf neue Ideen.
Im Journalismus hat mir dieser Tipp stets geholfen.
Falls ihr euch jetzt fragt, ob ich meine gelöschten "Darlings" - die übrigens in den meisten Fällen Anfänge waren -, nach dem Umschreiben wieder in den Text integrieren konnte, so lautet meine Antwort: Nein, leider niemals. Nach der Änderung haben sie einfach nicht mehr gepasst oder machten keinen Sinn mehr.

Dieses Prinzip habe ich nun auch auf meine Szene angewandt und siehe da: Der Journalisten-Tipp hilft auch beim Buch schreiben.
Es ist mir zwar unheimlich schwer gefallen, die Idee zu kippen, aber kaum hatte ich sie aus meinem Kopf gebannt, war es so, als hätte ich nun Platz für neue Einfälle geschaffen.
Das Resultat: 11 Seiten in fünf Stunden. Jupi!

Montag, 17. September 2012

Demotivation
Entschuldigt bitte.
Ich weiss, die letzte Woche war ich etwas sehr wortkarg. Der Grund lag darin, dass ich es einfach nicht geschafft habe ein einziges Wort zu schreiben. Die ganze Woche lang herrschte bei mir Demotivation und das hat sich leider auch etwas auf den Blog übertragen - nochmals Entschuldigung.
Weshalb ich mich so gefühlt habe, kann ich euch leider nicht sagen, denn eigentlich müsste ich dank dem Erreichen der 200er Grenze doch vor Ideen und Freude sprühen.
Wahrscheinlich liegt es aber tatsächlich daran, dass ich mir eingebildet habe, ab 200Seiten schreiben sich die Sätze und Seiten von selbst - was für ein Fehler.

Diese Woche hat schon mal besser angefangen, als die Letzte - mit einer genialen Idee. So gut, dass ich mich   den ganzen Abend lang damit beschäftigt habe: In meiner neuen Szene begibt sich einer meiner Hauptpersonen auf hohe See und gerät in ein heftiges Gewitter. Dieses überlebt er nur knapp, weil ein anderer sein Leben für ihn opfert.
Ich bin so begeistert von dieser Idee, dass es in meinen Fingern richtig juckt; ich habe das Gefühl, als würden tausend Ameisen durch meinen Körper laufen.
Leider ist es nun definitiv zu spät zum Schreiben und so nehme ich mir ganz fest vor, morgen ganz früh aufzustehen und die Szene nieder zu schreiben.
Mal sehen, obs klappt.

Montag, 10. September 2012

Ab 200 Seiten läufts rund...
...von da an schreibt sich das Buch von selbst - so hatte ich jedenfalls gehofft.
Die Wirklichkeit ist hart, denn obwohl ich top motiviert bin, wollen weder die Ideen noch die Worte so richtig sprudeln. Ich war zwar fast den ganzen Tag fleissig am Schreiben, aber genau so fleissig habe ich das Geschriebene auch wieder gelöscht.
Der Stand nach einem Tag Arbeit: Ich bin genau da, wo ich heute Morgen angefangen habe.
Wie frustrierend.
Müsste man nach so vielen Seiten nicht irgendwann den Dreh raus haben?
Anscheinend nicht. Dann gilt wohl wieder: Geduldig und hartnäckig bei der Sache bleiben.
Ach, ach, wird es denn nie leichter?  

Donnerstag, 6. September 2012

Die Leseprobe

Es war still in Ogron – totenstill. Ein schwarzer Singvogel, den die ersten Sonnenstrahlen geweckt hatten, streckte seinen Kopf unter dem Gefieder hervor und betrachtete das Dorf neugierig. Nichts regte sich. Wie in Zeitlupe schob das Tier seinen Kopf wieder unter seinen Flügel und schloss die Augen, um ja keinen Mucks zu machen. 
Selbst die Sonne schien an diesem Morgen blass zu sein; nur langsam stieg sie die Himmelsleiter hinauf, so als würde sie es vorziehen, an diesem todbringenden Tag nicht zu scheinen.
Knarr.
Der Vogel hob seinen Kopf erneut um nachzusehen, was die Stille durchbrochen hatte: Ein 13-jähriger Knabe war aus einem palastähnlichen schneeweissen Gebäude auf einer Anhöhe des Dorfs geschlüpft.
Er schloss die Tür.
Knarr. 
Sein schwarzes Haar war zerzaust; sein Kopf gesenkt; seine Arme hingen schlapp nach unten; die Lippen waren zu einem schmalen Strich zusammen gepresst. Eine einzelne Träne rann ihm über die rechte Wange. Ein Geräusch im Haus liess ihn zusammen zucken.
„Ich muss hier weg“, schoss es Rydan durch den Kopf. 

Montag, 3. September 2012

Geknackt
Lasst die Korken knallen.
Bringt die Torte.
Heute wird gefeiert.
Gerade habe ich meine 200ste Seite vollgeschrieben.
Ich kann es fast nicht glauben, dass ich es tatsächlich geschafft habe. Immer wieder muss ich nachsehen, ob mich meine Augen wirklich nicht getäuscht haben.
Ich könnte heulen und gleichzeitig schreien - so freue ich mich darüber.
Gerade bin ich wie wild durch das Wohnzimmer getanzt und habe von meinem Göttergatten ein Kopfschütteln geerntet.
Die letzten Stunden waren wieder einmal ein Kampf. Ich musste mehrmals aufstehen, im Zimmer auf und ab gehen, bis ich die richtigen Worte, Ideen und Szenen für mein Buch fand.
Manchmal war ich der Verzweiflung nahe; dachte schon, das wird wieder nix; und war mal wieder nah dran, den Computer aus dem Fenster zu werfen.
Zum Glück ist mein lieber Göttergatte immer da, wenn man ihn braucht und so blieb der PC auf dem Tisch und meine Laune wurde mit einem Mango-/Passionsfrucht-Eis sowie gutem Zureden aufgebessert.
Danach habe ich mich wieder voller Tatendrang an den Computer gesetzt und es hat sich gelohnt - obwohl ich für sechs Seiten sechs Stunden benötigt habe, habe ich endlich die 200er Marke geknackt.
Dies zeigt mir wieder mal, dass man für manche Dinge einfach Geduld und Ausdauer braucht.


Um meine 200ste Seite zu feiern, habe ich mich entschieden, in den nächsten Tagen eine kurze Leseprobe zu veröffentlichen. Ich muss mich aber noch entscheiden, welche Stelle im Buch die geeignetste und natürlich die Beste ist zum Lesen. 

Dienstag, 28. August 2012

Die 200er
Ich habe es geschafft.
Nein, nicht die 200. Seiten!
Ich habe es geschafft, heute doch tatsächlich um 7.01 Uhr - zwar noch ziemlich verschlafen - aufzustehen.
Innerhalb 20 Minuten habe ich mich angezogen, gefrühstückt und meinen "Arbeitsplatz" bereit gemacht.
Um 7.30 Uhr habe ich meine zuletzt geschriebenen Zeilen überflogen, meine Arme gedehnt und die Finger geknackt.
Bis 12 Uhr habe ich gearbeitet; habe neue Szenen beschrieben; einen alten Textabschnitt nochmals überarbeitet und verlängert; mehrere Sätze neu geschrieben und wieder gelöscht.
Zur Mittagszeit hat mich mein Göttergatte vom PC weggeholt - besser gesagt, weggerissen - und mir ein deftiges Mittagessen aufgetischt - damit euch nicht das Wasser im Mund zusammen läuft, behalte ich für mich, was es Köstliches gab.
Leider hab ich nach dem Essen bekommen, was ich persönlich als Fressnarkose bezeichne - ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen und war so müde. Da auch der Kaffee nicht helfen wollte, habe ich getan, was wohl jeder, der frei hat in dieser Situation tun würde - ich habe ein Nickerchen gemacht.
Zwei Stunden habe ich wieder wie wild in die Tasten gehauen.
Obwohl ich eigentlich den ganzen Tag fleissig war, habe ich die 200ste Seite noch immer nicht erreicht.
Laut Word bin ich auf der 195 Seite.
Hm, 11 Seiten an einem Tag - nicht schlecht.
Da habe ich mir eine Belohnung redlich verdient und so lasse ich mir jetzt die gebrannten Mandeln, die ich an der Chilbi am Montag gekauft habe schmecken.




Ach übrigens: Chilbi ist ein schweizerdeutscher Ausdruck und bedeutet laut Wikipedia Kirmes oder Kirchweih http://de.wikipedia.org/wiki/Kirchweih.

Montag, 27. August 2012

Sind zu viele Details zu viel des Guten?
876 Seiten habe ich in drei Tagen gelesen - oder besser gesagt überflogen.
Das neuste Fantasy-Epos meines Lieblingsautor Brandon Sanderson http://de.wikipedia.org/wiki/Brandon_Sanderson hat mich so gar nicht überzeugt. Habe ich seine Werke "Kinder des Nebels", "Elantris" und vor allem "Sturmklänge" über alles geliebt und total verschlungen, hat mich "Der Weg der Könige" http://www.amazon.de/Der-Weg-K%C3%B6nige-Brandon-Sanderson/dp/3453267176/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1346074888&sr=8-1 mehr als enttäuscht.
Warum?

Dafür gibt es sehr viele Gründe:
1. Am Anfang werden sehr ausführlich zwei Protagonisten eingeführt, von denen ich aber bis etwa zur Hälfte des Buches und dann wieder bis zum Ende überhaupt nichts mehr lese und wenn ich einmal etwas lese, dann sind es Details, die mich als Leser nicht weitergebracht haben. Ich kam mir vor, als würde mir einer meiner Freunde einen wahnsinnig, interessanten Bericht über das Wetter mitteilen - und mal ehrlich, wirklich spannende Wetterberichte gibt es kaum oder seht ihr das anders?

2. Die Geschichte handelt eigentlich von vier Personen. Plötzlich tauchen in mehreren Kapiteln aber neue Charaktere auf, die den Hauptpersonen nahe stehen und aus ihrer Sicht erzählen. Zu ihnen wird so oft gewechselt und sie werden so detailliert beschrieben, dass sie eigentlich nicht als Nebencharaktere durchgehen. Natürlich ist mir bewusst, dass der Autor mit dieser Technik eine Hauptperson von einer anderen Seite beleuchten wollte; mich persönlich nervt diese Methode aber mehr, als sie mir hilft, die Hauptperson so besser kennen zu lernen.

3. Auf mehreren 100 Seiten wird mir erzählt, wie sich zwei Hauptpersonen durch den Alltag schleppen ohne, dass dabei etwas Spannendes geschieht.

4. Sehr lange Monologe und Dialoge.

5. Plötzliche Zeitsprünge in die Vergangenheit.

6. Im Buch hat es merkwürdige Wesen, deren Erscheinungsbild und Handeln bis ins kleinste Detail auf mehreren Seiten beschrieben wird. Was für eine Rolle diese Wesen im Buch spielen wird bis zur letzten Seite nie angedeutet und so habe ich keine Ahnung, für was sie eigentlich gut sind.


Obwohl mich das Buch mehr genervt, als unterhalten hat, habe ich doch einiges durch die Lektüre gelernt: Mich nervt es, wenn etwas zu detailliert beschrieben wird.
Versteht mich nicht falsch, mir persönlich gefällt es, wenn der Leser einige Dinge speziell hervor hebt und sie bis ins Detail beschreibt. Tut er dies nur bei einzelnen Szenen oder Dingen, fällt es mir auch eher auf, als wenn alles detailliert beschrieben wird.
Mit meiner Meinung stehe ich übrigens nicht alleine da: Auf etlichen Seiten, auf denen man Bücher kritisieren kann, gibt es zu diesem Werk negative Kommentare und bei fast allen wird bemängelt, dass die vielen Beschreibungen den Lesefluss bremsen und die Spannung töten.

Mein persönliches Fazit für mein Buchprojekt: Zu viele Beschreibungen verderben den Lesespass und sorgen für eine negative Kritik. 

Freitag, 24. August 2012

Aufgeben erlaubt
Die Sonne scheint. Die Temperaturen sind angenehm. Der Liegestuhl ist aufgestellt. Darauf liegt mein Buch, daneben eine kühle Limonade.
Warum heute eigentlich nicht einmal richtig Ausspannen? Schliesslich ist heute mein offiziell letzter Ferientag (vor dem Wochenende) und die letzten Tage war ich ziemlich fleissig am Werk.
Nun gut, jeden Tag war es dasselbe Spiel: Entweder Sonne, Liegestuhl, Buch, Limonade oder Computer, Schatten, kühles Wasser.
Jeden Tag habe ich den inneren Schweinehund überwunden, mir statt des Buches den PC gegriffen, den Liegestuhl an den Schatten gezogen und es mir darauf bequem gemacht.
Von meinem Göttergatten habe ich jeweils zur Belohnung ein Schulterklopfen und am Nachmittag ein feines Eis - bei uns in der Schweiz heisst das Glacé bekommen.
Eigentlich ist es merkwürdig, dass mir die Wahl heute so schwer fällt, denn in den letzten Tagen habe ich so viele Worte aufs Papier gebracht, dass ich der 200. Seite ziemlich nahe gekommen bin. Ich bin jetzt auf Seite 184 - fehlen also nur noch 16 Seiten. Die ich doch eigentlich locker an einem Tag niederschreiben könnte.
Aber irgendwie fehlt es mir heute an Schwung, mein Kopf fühlt sich so leer an.
Obwohl ich mich auch heute wieder fürs Schreiben entscheide und mir wirklich Mühe gebe, schaffe ich gerade mal eine Seite in 3 Stunden.
Mein Göttergatte nimmt mich tröstend in die Arme, als ich gerade mal wieder drauf und dran bin, den ***-Computer in die Ecke zu pfeffern.
"Schatz, du warst diese Woche so produktiv, gönn dir doch mal eine Pause. Manchmal muss man loslassen, damit man neuen Elan findet. Lass die Seele baumeln, lies dein Buch und geniess die Sonne - wer weiss, wie viel Sonne wir im Norden noch haben werden", sagt er liebevoll.
Ich entscheide mich, dass er Recht hat: In der einen Hand mein Glacé, in der anderen ein Buch, setze ich mich auf den Liegestuhl und geniesse die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut.
Diesen Dienstag werde ich ganz früh aufstehen und weiterschreiben, ohne wenn und aber. Wäre ja gelacht, wenn ich die 200er Marke dann nicht knacken würde. 

Mittwoch, 22. August 2012

Ideen suchen in der Natur
"Aufstehen!"
Mein Göttergatte zieht mir die Decke weg.
Grummel.
"Komm, Zeit zum Schreiben."
"Geh weg", antworte ich patzig.
Er zieht mich an den Füssen aus dem Bett.
"He", rufe ich verärgert, "ich habe doch Ferien und will Ausschlafen."
"Schlaf wird überbewertet. Ausserdem hast du schon acht Stunden geschlafen."
Er zieht weiter an meinen Füssen, bis sich mein Po am Bettrand befindet.
"Ich brauche aber neun Stunden."
"Morgenstund hat..."
"...Blei im Arsch."
Er lacht, zieht die Vorhänge zur Seite und den Rolladen hoch.
"Ach", stöhne ich, als mich die Sonnenstrahlen blenden.
Schliesslich hat er mich so weit und ich stehe auf.
"Du siehst extrem motiviert aus", sagt er und lacht.
Ich strecke ihm zur Antwort nur die Zunge heraus.
"Was dir gut tun wird, ist ein schöner Spaziergang."
Dazu lasse ich mich überreden, natürlich erst nach einem ausführlichen Frühstück und einer lauwarmen Dusche. Schliesslich geht es los und wir fahren mit dem Auto in ein kleines, abgelegenes Bergdorf im Tessin.
Bereits auf der Fahrt klebe ich an der Autoscheibe und sauge die Landschaft in mich ein: Da gibt es Wasserfälle, die sich im zick-zack-Kurs ins Tal wälzen; riesige, mit grünen Wäldern überwachsene Hügel; schwarz, glänzende Felswände; Bergdörfer mit knapp zehn Häuschen auf einer abgelegenen Bergspitze; bunt bemalte Häuser, und, und und...
In so einem Dorf könnte doch einer meiner Protagonisten wohnen. Dieser Berg, der vollkommen mit Bäumen bewachsen ist und in dessen Mitte ein einzelnes Haus steht, könnte doch auch in meinem Buch eine Rolle spielen. Ich zücke meine Kamera und schiesse ein Bild ums Andere, damit ich mich im Ferienhaus auch wirklich an jedes Detail erinnern kann.
Nach dem Spaziergang, den mein Göttergatte und ich eher schweigend und in Gedanken versunken verbracht haben, sprühe ich so richtig vor Ideen - die Motivation ist zurück gekehrt. 

Montag, 20. August 2012

Szene verschieben
"Wie weit bist du schon?"
Mein Göttergatte wirft einen Blick auf meinen Computer.
"War der Cursor nicht schon vor einer Stunde genau an dieser Stelle?" Er sieht mich fragend an.
Ich verziehe das Gesicht zu einer Grimasse und presse ein "jaa" hervor.
"Zum Glück", sagt er und lacht.
Meine linke Augenbraue schiesst in die Höhe und ich sehe ihn skeptisch an.
"Ich bin heute überhaupt nicht motiviert zu arbeiten", erklärt er mir, "und froh, dass es dir anscheinend auch so geht."
"Nett", finde ich dazu nur und strecke ihm die Zunge heraus.
Eigentlich weilen mein lieber Mann und ich gerade in den Ferien - nicht etwa um Auszuspannen, sondern um an unseren Projekten zu arbeiten. Während ich - wie ihr ja bereits wisst - an einem Buch schreibe, träumt er davon sein eigenes Game zu programmieren. Damit wir beide einen grossen Schritt mit unseren Projekten vorwärts kommen, gönnen wir uns eine Woche "Arbeitsferien".
Ja ich weiss, Ferien kann man definitiv sinnvoller gestalten - aber eine Woche nur zu Schreiben hat auch seine Vorteile, so ist man beispielsweise schneller wieder im Text und in der Geschichte drin.
Obwohl wir schon zwei Tage im Tessin sind (im Süden der Schweiz), bin ich noch nicht wirklich weit gekommen.
Die Worte meines Göttergattens haben mich jetzt aber so richtig angestachelt - dem werde ich's zeigen und so richtig in die Tasten hauen.
Dummerweise sehen dies meine Finger und mein Gehirn anders - die Worte wollen einfach nicht fliessen. Wie wäre es dann, wenn ich eine bereits geschriebene Szene einfach etwas detaillierter beschreiben würde?
Gute Idee!
Ich scrolle zum Mittelteil, weil ich beim Anfang nichts mehr ausbauen möchte und überfliege den Text.
Halt! Diese Szene scheint einfach nicht an diese Stelle zu passen. Löschen mag ich sie aber auch nicht, weil sie so schön aufzeigt, was für eine Beziehung zwei meiner Protagonisten miteinander haben.
Was mache ich nun?
Ah! Ich weiss, ich verschiebe die Szene einfach zum Anfang des Buches, den hier könnte sie gut hineinpassen.
Gesagt, getan und tatsächlich passt die Szene hier ideal. Etwas umschreiben muss ich sie aber noch, damit sie noch besser zum Geschehen passt. Und siehe da, das fällt mir richtig leicht und im Nu habe ich zwei Seiten vollgeschrieben.
Eine Frage lässt mich jedoch inne halten: Gab es im Mittelalter bereits Taschen und wenn ja, was für welche?
Das muss ich sofort recherchieren, ich will ja nicht, dass der Leser später darüber stolpert.
Google sei Dank, finde ich die Antwort sehr schnell und frage mich einmal mehr, wie ich früher ohne das Internet und die Suchmaschine leben konnte.
Und nun, weiter im Text.

Das Word zeigt 158 Seiten an. Genug für heute, Zeit zum relaxen.

Mittwoch, 15. August 2012

Ticks
Damit eine Person in einem Buch einzigartig ist, muss sie einen bestimmten Tick haben - jedenfalls war ich bis jetzt immer dieser Meinung.
Einer meiner Hauptpersonen habe ich den auch sogleich den Tick verpasst, dass sie ständig auf ihrer Unterlippe kaut. Um den passenden Tick für einen anderen Protagonisten zu suchen, habe ich mich in meinem Freundeskreis umgesehen und -gehört: Da gibt es jemanden, der dauernd seine Hände knacken lässt; eine Kollegin, die mit der Zunge über die Lippen leckt; eine andere Kollegin, die mit ihren Haaren spielt; ein wildfremder Mann, der sich am Kopf kratzt; ein Arbeitskollege, der die gefalteten Hände beim Nachdenken an den Mund hält; ein Verwandter, der sich das Kinn nachdenklich reibt und eine Verwandte, die ständig blinzelt.
Auf der Suche nach "dem" Tick, wurde ich von allen gefragt, brauchen deine Figuren das wirklich, um realistisch zu wirken?
Hm, eine gute Frage.
Ich überlege mir gerade, in welchen Büchern haben Protagonisten eigentlich einen Tick - und wisst ihr was, weder mein Göttergatte noch ich können auf die Schnelle jemanden aufzählen, der den ultimativen Tick hat. Natürlich gibt es in einigen Büchern Nebenfiguren die schräg sind, beispielsweise die Luna in Harry Potter oder Jar Jar Binks von Star Wars - aber so merkwürdig und teilweise nervig der Charakter der beiden Figuren auch ist, sie verfügen nicht über einen Tick wie zum Beispiel sich dauernd an der Nase kratzen.
Warum ist das wohl so?
"Mich würde ein allzu ausgeprägter Tick nerven. Bei einer Nebenperson wäre es vielleicht knapp noch in Ordnung", meint eine Schreiberkollegin als ich sie darauf anspreche, "ausserdem ist es schwer einen Tick zu finden, mit dem die Person schlussendlich nicht gekünstelt wirkt."

Habt Ihr euch mal überlegt, wie viele eurer Freunde eigentlich über einen (etwas nervigen) Tick verfügen? Bei mir sind es wie oben erwähnt gerade mal drei Freunde. Die wenigsten Menschen verfügen folglich über einen Tick - weshalb sollte diese Tatsache genau in einem Buch anders sein.
Aus diesem Grund habe ich mich nun entschieden, dass ich nicht weiter krampfhaft nach Ticks suche. Lieber verpasse ich meinen Protagonisten einen aussergewöhnlichen Charakter. 

Montag, 13. August 2012

Morgenstund bringt Ideen
Grummel.
Mein lieber Göttergatte wälzt sich im Bett hin und her, fast wie sich ein Schweinchen im Dreck wälzt. Das Bett zittert und ich werde so richtig schön durchgeschüttelt - fühle mich gerade als lägen wir in einem Wasserbett.
Ein helles, blaues Licht blendet mich - mein Göttergatte hat nach seinen Wecker gegriffen. Auf der Uhr steht 7.00 Uhr - viel zu früh zum Aufstehen für uns Beide.
Er wälzt sich auf die andere Seite. Kratzt sich mit seinem linken Bein an seinem rechten.
Ich schliesse die Augen ganz fest und hoffe, dass mich das Geschaukel an ein Boot im Wasser erinnert und mich sanft in den Schlaf entgleiten lässt. 
Ich höre ein Seufzen.
Dann werde ich so richtig schön hin durchgerüttelt.
Mein Mann kriecht aus unserem Bett, das in einer Ecke des Zimmer steht und nur vom Fussende zugänglich ist.
Ich murre.
"Hab ich dich geweckt, Schatzi? Verzeih. Schlaf schön weiter", flüstert er.
Ich drehe mich auf die Seite. Kuschle mich in die Decke - aber an Schlaf ist nicht mehr zu denken, ich bin hellwach.
Mit einem Seufzen, einem Gähnen und mieser Laune krieche ich aus dem Bett.
Tja, dann beginnen wir halt den Tag.
Ein Blick aus dem Fenster bessert meine Laune: Die Sonne scheint.
Den Liegestuhl hat mein Göttergatte im nu aufgestellt (das Mindeste was er tun konnte, nachdem er mich geweckt hat); der Computer ist gestartet; das Trinkwasser und etwas zum Knabbern steht neben mir.

Ich haue in die Tasten und bin überrascht, wie gut es sich so früh am morgen schreiben lässt. Normalerweise beginne ich den Tag langsam, wurstle da etwas, surfe im Internet und schaffe es erst am Nachmittag überhaupt eine Zeile zu schreiben. Träume ich das Ganze vielleicht? Bin ich noch gar nicht wach oder habe ich nun genau die Tageszeit gefunden, bei der ich am kreativsten bin? Das muss ich unbedingt nächste Woche nochmal ausprobieren, falls ich mich überwinden kann, wieder so früh aufzustehen. Jedenfalls habe ich meine 5 Seiten geschafft - der Nachmittag gehört mir und der Sonne. Jupi! 

Mittwoch, 8. August 2012

Liebesszene
Gestern Nacht wollte sich der Schlaf einfach nicht bei mir einfinden. Mein lieber Göttergatte hatte dann die glorreiche Idee, ganz leise unsere Lieblingsmusik abzuspielen.
Die Musik war wunderschön, entspannend - trotzdem schlugen die Gedanken in meinen Kopf Purzelbäume. Ich wälzte mich unruhig im Bett hin und her, als unser iPod das Lied Hijo de la luna von Loona http://www.youtube.com/watch?v=CgYAz1ceZ4o spielte.
Auf einmal sah ich die beiden Hauptprotagonisten aus meinem Buch in einem Wald stehen. Der Vollmond warf sein goldenes Licht auf ihre Gesichter. Wie aus dem Nichts erklang Musik. Der Junge fasste das Mädchen an den Händen und zog sie sanft zu sich heran. Im Takt des Lieds von Loona begannen sie sich zu bewegen, zuerst langsam, dann immer wilder und leidenschaftlicher drehten sie sich im Kreis. Die Locken des Mädchen flatterten im Wind; seine Augen glitzerten wie tausend Diamanten. Plötzlich packte der Junge sie an der Hüfte und stemmte sie in die Höhe. Langsam liess er sie zu Boden gleiten, den Blick auf ihre grasgrünen Augen geheftet. Er spürte den Hauch ihres Atems im Gesicht. Ihre Erdbeerroten Lippen sind nur einen Fingerbreit von seinen entfernt.
Da ist das Stück vorbei; die Musik im Wald verstummt. Die Magie verschwunden. Ein Kuss in weite Ferne gerückt.


Um diese Szene (natürlich habe ich sie im Buch noch etwas ausführlicher beschrieben) nieder zu schreiben, habe ich mir heute Nachmittag sicher hundertmal das besagte Musikstück von Loona angehört. Vier Stunden habe ich gebraucht, bis ich die Szene ausführlich auf acht Seiten (des Mittelteils) nieder geschrieben habe.
Dann wäre ich nun auf Seite 145.

Mittwoch, 1. August 2012

Zur Mitte
Jaja, ich weiss, ihr kennt das schon - aber leider ist es immer das Gleiche: Ich komme einfach nicht weiter.  Obwohl ich doch genau weiss, wie die Geschichte verlaufen soll, gelingt es mir nicht sie in Worte zu fassen. Langsam werde ich wirklich ungeduldig. Kann doch nicht sein, dass ich mich jede Woche wieder aufs Neue abkämpfe und dies, wo ich doch den Mittelteil der Story bereits im Kopf habe. 


Eine Stunde später blinkt der Cursor immer noch an derselben Stelle.
Ich gebe auf! 
Nein, so schnell darf ich nicht aufgeben. Ich will meine 5 Seiten auch diese Woche niederschreiben, koste es, was es wolle.
Nachdem ich schon etwa zwanzigmal von einer Hauswand zur anderen getigert bin (meine Nachbarn halten mich sicher für verrückt), habe ich die Entscheidung getroffen: Weshalb soll ich mich weiter mit dem Anfang abquälen, wenn ich doch den Mittelteil des Buches bereits im Kopf habe??
Und genau diesen Mittelteil werde ich nun niederschreiben. 


"Hunger!" reisst mich mein Göttergatte aus den Gedanken.
Wie spät ist es denn? Ein Blick auf die Uhr zeigt 20 Uhr - ich habe fünf Stunden ohne aufzublicken an meinem Mittelteil geschrieben. Wie weit ich gekommen bin? Bis Seite 140 - okay ihr habt mich ertappt, Seite 137. 

Montag, 30. Juli 2012

Wohin läuft die Geschichte?
Vor dem Wochenende habe ich meine inzwischen 100 Seiten meinen beiden Journalistenkolleginnen geschickt. Nun warte ich einmal mehr auf ihr Feedback. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich heute noch keine Antwort erwarten kann und trotzdem starre ich wie ein verliebter Teenager auf mein Handy und warte bis es klingelt.
Tatsächlich macht es mir diesen Gefallen. Vor Überraschung falle ich fast vom Stuhl.
"Hallo?"
"Ich bins!"
Warum zum Teufel haben einige Anrufer das Gefühl, man würde sie sofort an ihrer Stimme erkennen, sobald man nur einen Pieps hört?!
Obwohl ich keinen blassen Dunst habe, wer am Draht ist (die Nummer war unterdrückt) antworte ich: "Hey, wie geht's denn so?"
"Ich habe gerade deine Seiten gelesen."
Aha, da kommen ja nur zwei in Frage.
"Ich habe eigentlich nur Kleinigkeiten zu bemängeln...", fährt sie fort und holt dann tief Luft.
"Mir fehlt, wohin sich die Geschichte bewegt. Sie ist zwar spannend, aber wo will sie genau hin? Steht deinem Fantasy-Land ein Krieg bevor oder um was genau geht es?"
Ich möchte sie anschreien, dass das doch bereits auf der ersten Seite klar und deutlich steht, reisse mich dann aber zusammen.
Das Telefonat ist zu Ende - ich bin am Boden zerstört. Hat man tatsächlich keine Ahnung, um was es in meiner Story geht? Und wenn ja, braucht es tatsächlich auf den ersten 70 Seiten einen Hinweis, der einem auf die richtige Spur bringt. 
Ich denke nach: So wie ich das beurteile, weiss man beispielsweise bei Harry Potter jeweils im ersten Drittel des jeweiligen Buches, wohin die Geschichte führt. Bei "Herr der Ringe" ist das von Anfang an klar. 
Hm, wie war das nochmals bei Sakrileg? Da hat es einen Mörder und dann wird stückweise ein Geheimnis aufgedeckt - wenn ich mich richtig erinnere, ist hier kein deutlicher Weg vorgezeichnet. Und genau so macht es auch mein momentaner Lieblingsautor Brandon Sanderson - er entführt mich in eine wunderbare Welt mit fantastischen Figuren und deckt nach und nach ein Geheimnis auf. 
Mein persönliches Fazit: Jeder Leser mag etwas anderes gerne. Ich als Schreiberin muss mögen, was ich geschrieben habe, sonst werde ich nie damit zufrieden sein; gefallen wird mein Werk wohl nie allen Menschen auf dieser Welt - aber muss es dies wirklich? 

Dienstag, 24. Juli 2012

Schreibblockade
Puh, heute läuft es mal wieder überhaupt nicht: Die Schreibblockade hat mich fest im Griff. 

Ach, wie habe ich sie doch schon als Journalistin gehasst - kam sie doch immer dann, wenn ich abends etwas vor hatte und früh aus dem Büro wollte. Einziger Trost war damals: Auch vor den anderen machte die nervige Schreibblockade keinen Halt. 

Heute kann ich mich nicht ablenken, in dem ich mich über die Tricks der anderen, die Schreibblockade zu überwinden amüsiere: Da gabs einen Arbeitskollegen, der eine Schoko-Pause einlegte und sich mit Süssigkeiten vollstopfte, bis er einen Geistesblitz hatte; eine Kollegin, die mit ihrer Freundin telefonierte, um auf andere Gedanken zu kommen; ein Dritter machte einen Spaziergang um das Büro herum oder mitten hindurch; ein Vierter setzte sich an einen anderen Arbeitsplatz; ein Fünfter versuchte sich gar in Yoga.
Mein Mittel gegen die Schreibblockade?
Ich schalte Musik ein, singe das Lied mit und konzentriere mich dann nach einer Weile wieder auf den Text. Wenn das nicht klappt, hole ich mir einen Zuhörer und erzähle ihm/ihr meine Geschichte mit meinen eigenen Worten und frage ihn/sie nach Ideen - meistens löst sich bei mir der Knopf beim Erzählen, weil ich mir sehr genau überlegen muss, wie ich die Story meinem Gegenüber verständlich erkläre.
Wenn weder Musik noch Zuhörer der Blockade etwas anhaben können? Tja dann, werde ich tatsächlich zum Spaziergänger und wandere schon mal von einer Hausecke zur anderen.

Dies habe ich nun den halben Tag lang getan und tatsächlich hatte ich einen Geistesblitz und habe meine nächsten 5 Seiten mit Mühe und Not hinbekommen, womit ich bei 125 Seiten wäre.



Im Internet gibt es übrigens auch einige Tipps, wie man Schreibblockaden lösen kann. Hier die Links:
http://karrierebibel.de/gute-acht-8-tipps-gegen-schreibblockade/
http://studium.lerntipp.at/schreibblockade/uebungen.shtml
Hat jemand von Euch noch einen guten Tipp, wie man seine Blockaden überwinden kann?


Nachtrag: Mitten beim Zähneputzen, meine Gedanken sind schon beim Schlafen, habe ich einen Geistesblitz, wie es weitergehen soll - ganz einfach, ich wechsle einfach zu einer anderen Hauptperson.


Montag, 23. Juli 2012

Kursivschrift
"Jetzt hast du doch dein Dokument neu gestaltet, warum hast du an dieser Stelle Kursiv gewählt?" mein Göttergatte wirft mir einen fragenden Blick zu. 
"Weil diese Textpassage von einer anderen Person handelt."
"Ich finde Kursiv doof, es ist schlecht lesbar", motzt er.
"An dieser Stelle wechselt die Geschichte aber zu einer anderen Person, dies muss ich dem Leser doch irgendwie zeigen und mit Kursiv schaff ich das."
"Nimm doch einfach eine andere Schriftart", schlägt er vor.
Ist Kursiv wirklich so schlecht lesbar? Naja, ich gebe ja zu, dass es andere Schriften gibt, die weit besser lesbar sind. Nun gut, ich beuge mich dem Druck meines Partners - denn er hat in solchen Dingen meistens recht-, und wähle nebst der Schrift Courier News, Letter Gothic aber in blau. Und tatsächlich: Sieht besser aus, als die Kursivschrift. Hinzu kommt: Ohne dass ich etwas geschrieben habe, habe ich fünf Seiten dazu gewonnen und bin nun auf Seite 120.

Damit müsste ich morgen eigentlich nichts mehr schreiben - aber am besten lass ich diese Ausrede gar nicht erst gelten und nehme mir morgen meine üblichen 5 Seiten als Vorsatz. 

Dienstag, 17. Juli 2012

Meine Lieblingsanfänge 
Heute halte ich mich kurz, es läuft gerade super gut. Die Finger fliegen nur so über die Tasten, die Ideen sprudeln - ich bin heute so richtig in Schreibstimmung und werde dies ausnutzen.

Deshalb halte ich mich heute sehr kurz. Ich dachte, ich erzähl euch mal von meinen Lieblings-Buchanfängen. Da wären: 

  • Mr. und Mrs. Dursley waren stolz darauf, ganz und gar normal zu sein, sehr stolz sogar. (aus Harry Potter von J. K. Rowling)
  • Au Mann, ich war ja so etwas von einem Frauenklischee! Im Vergleich zu mir waren sogar die Heldinnen in Hollywood richtig originell (aus Plötzlich Shakespear von David Safier).
  • Der Tag, an dem ich starb, hat nicht wirklich Spass gemacht. Und das lag nicht nur an meinem Tod. (ebenfalls von David Safier aber aus Mieses Karma)
  • Es ist schon seltsam, wie vieles damit beginnt, dass ich ins Gefängnis geworfen werde. (aus Sturmklänge von Brandon Sanderson)
  • "Satan wütet unter uns wie ein brüllender Löwe." (aus Ein Bär im Betstuhl von Arto Paasilinna)
  • "Mein Name ist Ismael." (aus Moby Dick von Herman Melville) 
  • "Hier beginnt die Geschichte." (aus die Stadt der träumenden Bücher von Walter Moers)
  • Der Wind heulte durch die Nacht und trug einen Duft heran, der die Welt verändern sollte. (Eragon von Christopher Paolini)




Juhu, habe heute 15 Seiten geschafft und bin damit auf 115

Montag, 16. Juli 2012

Storyline
Ein/e Artikel/Geschichte sollte man planen und nicht einfach drauf los schreiben.
Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört und wie oft habe ich mich daran gehalten? Nie!
Ich gehe immer gleich vor - und viele werden dies zu Recht als chaotisch bezeichnen -, ich schreibe meine Ideen, die im/in der Artikel/Geschichte vorkommen auf ein Blatt und baue sie dann irgendwann ein, wenn es für mich als passend erscheint. Diese Methode hat für mich bisher immer bestens funktioniert auch deshalb, weil die Ideen einfach so in den Text einfliessen, ohne dass ich mir gross Gedanken machen muss. 


Bei meiner aktuellen Geschichte habe ich nun aber gemerkt, dass Planung sehr hilfreich sein kann, damit man sich nicht irgendwann verrennt. Ich habe auf ein A4-Papier eine dicke Zeitlinie gezeichnet - das habe ich mit einem Massstab knapp hinbekommen -, darauf habe ich kleine Striche eingezeichnet und darunter die Bemerkungen notiert, was meine Hauptperson dann erlebt. Danach habe ich andere Zeitlinien gemalt, die zuerst parallel zu meiner Hauptlinie verlaufen, sich dann aber biegen und mit der Hauptlinie kreuzen  - so weiss ich nun genau, wann ich wen oder was in der Geschichte einbauen soll.
Bei der Entstehung der Storyline habe ich mich immer wieder gefragt: Wer macht was, wann und warum?

Und hier noch ein Link zum Thema Storyline: http://de.wikipedia.org/wiki/Handlung_(Erz%C3%A4hlkunst)

Ach und übrigens: Jeder hat seine eigene Methode. Egal wie ihr vorgeht, lasst euch von anderen nie einreden, dass dies falsch ist - denn nur ihr wisst, welche Schreibtechniken bei euch funktionieren und welche nicht.



Dienstag, 10. Juli 2012


Programme
Jupi!
Was für ein wunderschöner Tag heute doch ist!
Ich bin gerade fertig geworden mit der Textgestaltung sowie dem Layout meines Buches und was zeigt das Word-Dokument unten links an: 100 Seiten!

Wow, ich habe es tatsächlich geschafft und 100 Seiten geschrieben. Was für ein tolles Gefühl. Ich glaube, heute kann ich Bäume ausreissen vor lauter Glück.
Obwohl, vielleicht sollte ich mit meinem Enthusiasmus etwas vorsichtiger sein: Ich habe zwar 100 Seiten, bei meiner Geschichte bin ich aber praktisch noch am Anfang... Ist das nun eher gut oder schlecht? Ach was, darüber zerbreche ich mir jetzt nicht den Kopf.

Stattdessen überlege ich mir wohl besser, ob Word wirklich noch das richtige Schreibprogramm für mich ist. Meine Recherche zeigt, dass sich die positiven und negativen Äusserungen zu Word etwa die Waage halten. Was für Schreibprogramme für Möchtegern-Schriftsteller/innen wie mich gibt es eigentlich?

Da hätten wir beispielsweise: TeX, Openoffice, Papyrus, Write Room/Dark Room, WriteWay, Write Monkey und noch vieles mehr. 

Bitte verzeiht mir, wenn ich nicht jedes einzelne Programm beschreibe - aber da ich sie noch nie ausprobiert habe, wäre ich wohl die Falsche, die dazu einen Kommentar abgibt.
Unter diesen Links findet ihr weitere Infos zu den Programmen:
http://www.autoren-im-web.de/395-schreibprogramme-fur-autoren-und-texter/  (mit Meinungen von Nutzern)
http://www.autoren-infos.de/2011/04/18/die-grose-ubersicht-software-fur-schriftsteller-autoren-und-drehbuchschreiber/
http://de.wikipedia.org/wiki/TeX
http://www.openoffice.org/de/product/writer.html
http://papyrus-office.softonic.de/
http://www.literaturcafe.de/schreibprogramme-fuer-mac-und-pc/
http://www.internet-echo.de/dateiverwaltung/weitere/buch-schreiben-software-fur-drehbuch-und-buchautoren/


Ach und nochmal, weil es sooooo schön war: Ich bin bei Seite 100.

Montag, 9. Juli 2012

Die Normseite 
Wenn ich schon bei der Textgestaltung bin, dann kann ich es eigentlich auch gleich richtig machen: Wie muss eine Buchseite denn genau aussehen? 

Eine kurze Recherche im Internet zeigt: In der Verlagswelt gibt es eine Normseite.
Die Normseite beinhaltet maximal 1800 Zeilen. Die Schriftgrösse sollte 12 Punkt, der Zeilen-Abstand mindestens eineinhalb Punkt betragen. 


Auf einer Homepage finde ich Angaben zum Seitenlayout für Word-Dokumente: Die Seiten sollten so eingerichtet sein, dass alle Seitenränder 2,5 cm betragen - ausser der Seitenrand unten beträgt nur 2cm. 
Hier die Links dazu:
http://www.schreibbuero-richter.de/word/normseite.html
http://www.uschtrin.de/brettchen.html
http://www.autoren-im-web.de/446-die-normseite-fur-buchautoren-zum-download/
http://www.epubli.de/projects/anleitung/formatrules
http://www.openoffice.org/de/doc/oooauthors/writer/04-seiten-formatieren.pdf

Übrigens, als Schrift werden nichtproportionale Schriften vorgeschlagen wie Courier, Courier New, Lucida Console oder Letter Gothic. Bei diesen Schriften ist jeder Buchstabe gleich breit. Bei proportionalen Schriften ist beispielsweise das i schmaler als das a. 
Layout
Aaaaaaaaaaaaahhhhhh!
Ich bin genervt; am Boden zerstört; möchte am liebsten alles hinschmeissen.
Es läuft heute so gar nicht und dies, obwohl ich für einmal ganz früh am Computer sass - und mit früh meine ich 9 Uhr.

"Was ist passiert?" Mit besorgtem Blick hastet mein Göttergatte die Stufen zu mir hoch.
"Nichts", antworte ich nur und zucke mit den Schultern.
"Warum schreist du dann wie am Spiess", kommt die wütende Antwort, "du hast mich erschreckt."
Zur Erklärung: Mein lieber Mann ist selbständig, er hat ein eigenes Informatikbüro und arbeitet zu Hause im Erdgeschoss, ich schreibe an meinem Buch ein Stockwerk höher. Mein Schrei muss laut gewesen sein, dass er ihn gehört hat - sonst hört er nämlich nie, wenn ich ihn rufe.
"Weil ich nicht weiter komme, keine Lust habe und überhaupt ist alles doof." So, da hat er seine Antwort.
 Er wirft einen Blick auf meine Buchseiten: "Warum bringst du dann nicht mal etwas Ordnung in deine Bleiwüste?"
"Wie bitte?"
"Ich sag ja nur, dass deine Seiten etwas überladen sind. Mehr Abschnitte wären eine Erleichterung für das Auge."
Grummel.
Mein Blick fällt auf meine letzte vollgeschriebene Seite.
Verdammt, er hat mal wieder Recht. Ich habe tatsächlich viel zu wenig Abschnitte gemacht.

Ich weiss diese Ausrede zieht nicht, aber ich bringe sie doch: Ich habe das eben so im Journalismus gelernt. Abschnitte gab es da vor allem, wenn eine neue Person zu Wort kam oder eine neue Tatsache erklärt wurde - aber was im Journalismus richtig war, ist beim Buch schreiben ganz anders, dies zeigt mir auch ein Blick in meine Lieblingsbücher. Da hat es Abschnitte, obwohl das Thema immer noch das Gleiche ist und ich muss zugeben, dass der Text mit mehr Abschnitten einfach lesbarer wird http://www.uni-regensburg.de/Studentisches/Fachschaften/Slavistik/hausarbeitenerstellung.pdf
Immerhin eines habe ich gewusst: Zitate fangen immer auf einer neuen Zeile an - ausser, die gleiche Person sagt zweimal etwas. 
Beispielsweise: "Es ist heiss heute", seufzt Marina und wischt sich den Schweiss von der Stirn, "zu heiss für mich."
Ebenfalls gewusst habe ich, dass bei jedem neuen Abschnitt der Text um mindestens 0.25 eingezogen wird.

Ich glaube, bis ich "Ordnung" auf meine 70 Seiten gebracht habe, ist der Tag vorbei. Seufz.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Schreibritual 
Ich habe meinen Journalisten-Job ja an den Nagel gehängt, um mich meinem Buchprojekt zu widmen. Da ich genau weiss, dass ich das Schreiben immer wieder auf den nächsten Tag verschieben würde, habe ich eine coole 50% Stelle angenommen und die restlichen 50% - also immer Montag und Dienstag (sehr selten am Mittwoch morgen) - widme ich mich meinem Buch.
Obwohl ich mir fest vorgenommen habe, dass ich mich Montagnachmittag an mein Buch setze, die fünf Seiten niederschreibe und mir dann am Dienstag etwas Zeit für mich selbst gönne, funktioniert mein Vorsatz leider nie.
Meistens wird es Dienstagnachmittag, bis ich dann endlich in die Tasten haue. Montag und Dienstagmorgen bin ich damit beschäftigt, meine Mails zu lesen, im Internet zu surfen sowie auf Facebook dauernd nachzusehen, ob es irgendwelche Neuigkeiten von Freunden gibt.
Erst, wenn es 15 Uhr schlägt, reisse ich mich zusammen: Dann setze ich mich auf meinen Sofa-Platz - hier bin ich nämlich am produktivsten -, stelle den Computer auf meine Knie, öffne mein Buch-File, lese meine zuletzt geschriebenen Zeilen, schliesse die Augen und beginne endlich, endlich mit dem Schreiben. 
Wenn ich mal angefangen habe, fällt es mir nicht mehr so schwer, mich auf mein Buch zu konzentrieren. Einfach so sprudeln die Gedanken aber höchst selten. Oft gehe ich eine Szene über ein Dutzend Mal im Kopf durch, bis ich die zündende Idee habe, wie sie weitergehen könnte.

Gestern kam mir die rettende Idee erst nachdem ich mir zwei Stunden lang den Kopf zerbrochen habe - ich dachte schon, mein Kopf würde rauchen, so sehr habe ich mich angestrengt. Auf meine 5 Seiten bin ich gekommen, aber als ich einen Blick auf die Uhr geworfen habe, bin ich doch etwas erschrocken: Es war 22 Uhr.

Aktueller Stand: Seite 70! 

Montag, 2. Juli 2012

Weltliteratur für Eilige
Ich habe mir ja vorgenommen fast alle der 100 Bücher, die man angeblich gelesen haben muss, auch zu lesen. Letzte Woche habe ich mir mal wieder einen Stapel Schmöker bestellt. Als das Paket endlich vor der Tür stand, konnte ich es kaum erwarten und habe es ungeduldig aufgerissen. Ich liebe Pakete und fühle mich beim Auspacken immer wie an Weihnachten. Seufz...
Jedenfalls war ich auf ein Buch besonders neugierig: "Weltliteratur für Eilige - Und am Ende sind sie alle tot" von Henrik Lange. Das Buch, so wurde mir in der Beschreibung versprochen, setzt 90 erfolgreiche Werke der Weltliteratur in Szene. Ich dachte bei mir: "Regi (so nennen mich übrigens meine Freunde), dieses Buch erspart dir viel Lesezeit, peinliches Schweigen und Nerven, das musst du haben." 
Und da ist es nun: Das Buch, in dem 90 Werke der Weltliteratur zusammengefasst sind. Dafür, dass es eine Zusammenfassung "alter Schinken" ist, ist das Büchlein aber ziemlich dünn - es passt sogar in meine Handtasche. Wahrscheinlich ist die Schrift darin dafür winzig klein, überlege ich mir und werfe einen Blick in das Buch: Da stehen keine Seitenlangen Beschreibungen wie ich mir das vorgestellt habe, sondern pro Buch hat Henrik Lange drei Comics gezeichnet, die das Werk pointiert und mit einer Prise Humor zusammen fassen: 
http://www.tolkiengesellschaft.de/3882/rezension-henrik-lange-weltliteratur-fuer-eilige/
http://www.tip-berlin.de/kultur-und-freizeit-lesungen-und-buecher/weltliteratur-fur-eilige
http://www.chexx.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2459:weltliteratur-fuer-eilige&catid=10:comic&Itemid=17

Ich muss bereits beim ersten Comic schmunzeln - aber leider bewahrt mich dieses Büchlein nun nicht wirklich davor, die alten Schmöker nicht zu lesen und so nehme ich mir nun Jules Vernes "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" zur Brust. http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Reise_zum_Mittelpunkt_der_Erde_(Roman)



Donnerstag, 28. Juni 2012

2. Meinung - die Antwort
Mein Handy tuutet. Ich habe eine Nachricht von meiner Journalistenfreundin erhalten, der ich meine ersten 60. Seiten zum Lesen geschickt habe.  
Ooo. 
Soll ich die SMS lesen?
Meine Hände sind ganz feucht; mein Herz rast; ich kriege vor Aufregung fast keine Luft. Jetzt kommt die bittere Wahrheit, vielleicht sogar schon das grosse Ende vom Traum? 
"Ich bin total begeistert", ist das erste, was mir ins Auge sticht, als ich die SMS anklicke.
War die ganze Aufregung, die schlaflosen Nächte umsonst? 
Noch kann ich das nicht glauben. Ich muss den ersten Satz nochmal lesen. 
Tatsächlich, mein Hirn hat mir keinen bösen Streich gespielt. Im SMS steht: "Ich bin total begeistert. Dein Buch ist wirklich sehr spannend. Du weisst, dass ich eigentlich kein Fantasy-Fan bin - aber deine Beschreibungen sind so toll und die Geschichte so faszinierend, dass es mich richtig gepackt hat, ich will unbedingt wissen wie es weitergeht. Nur bei zwei Stellen im Buch bin ich etwas gestolpert und fände es gut, wenn du die noch etwas ausarbeiten würdest, sonst finde ich deine Beschreibungen ausreichend." 
Puuh. Was für eine Erleichterung. Obwohl, ein Feedback ist ja noch ausstehend...

...vielleicht haben meiner anderen Journalistenfreundin die Ohren geklingelt, als ich an sie gedacht habe, jedenfalls bekomme ich kurze Zeit später eine SMS von ihr.
"Mega spannend. Bin total hin und weg. Hätte nie gedacht, dass du so gut schreiben kannst."
Über so viel Lob werde ich rot. Gleichzeitig überlege ich mir, ob dieses Lob wirklich ernst gemeint sein kann - schliesslich sind beide sehr gute Freundinnen von mir - und weshalb eigentlich beide den Text sooooo spannend finden. So spannend ist er doch gar nicht.

Moment, also da hätten wir am Anfang eine Flucht, eine Verfolgung, eine merkwürdige Erscheinung, eine neue Bekanntschaft, ein neues Geheimnis... 

...hm, jetzt wo ich die Zusammenfassung meiner ersten 60. Seiten höre, muss ich sagen, dass klingt wirklich spannend. Ist mir beim Schreiben gar nicht aufgefallen - vielleicht weil ich so konzentriert bei der Sache war oder weil ich den Text x-Mal umgeschrieben und ergänzt habe.

Das SMS geht noch weiter: "Ich finde aber, du solltest gewisse Dinge ausführlicher beschreiben."
Hm, wie jetzt? Die Eine findet meine Beschreibungen ausreichend, die andere findet es zu wenig beschrieben? 
Merkwürdig. Ich bin verwirrt. 
Kurzerhand hänge ich mich an die Strippe, um dieses Rätsel zu klären. 
In einer Telefonkonferenz wird diese Frage erläutert und siehe da, meine beiden Freundinnen sind sich tatsächlich uneinig. Schliesslich einigen wir uns darauf, dass meine Beschreibungen genügend ausführlich sind, aber ich drei Stellen im Buch noch etwas mehr ausbauen sollte.

Dank dieses Hinweises bin ich jetzt auf Seite 68!

Dienstag, 26. Juni 2012

Die Karte - 2. Teil
Jupi!
Heute ist trotz Regentag ein Freudentag. Warum? Weil meine Landkarte fertig ist.
Mein lieber Göttergatte hat sich gestern Zeit dafür genommen.
Das Ganze lief etwa so ab:
"Wie soll das Land aussehen?" wollte er wissen.
Ich zeichnete die Form des Landes in die Luft. Er zeichnete sie auf dem Computer nach.
"Nein, so habe ich es nicht gezeichnet", meckerte ich und fuhr die imaginären Linien in der Luft nochmals nach.
Er seufzte und versuchte es erneut.
Ich rümpfte über sein Resultat die Nase und schüttelte den Kopf.
Er schob mir Papier und Bleistift zu. Tja, ihr wisst ja bereits, dass es mit meinen zeichnerischen Fähigkeiten nicht sehr weit her ist - deshalb sah mein Land auf dem Papier dann auch eher wie ein nicht ganz runder Kreis aus. 
Mein lieber Göttergatte zeichnete die Form im Programm exakt nach.
"Das sieht bescheuert aus", stiess ich aus, als er fertig war.
"Aber so hast du es doch gezeichnet."
"Ich will doch kein Land, das aussieht wie ein Kreis mit Pickeln", ereiferte ich mich.
"Hab mich schon gewundert, was das für ein merkwürdiges Land wird", brummte er leise, aber nicht leise genug.
Ich schnaubte und vollführte eine Handbewegung in der Luft. Irgendwie sah die Karte in der Luft einfach besser aus, als auf dem Papier. 
Er holte tief Luft, seufzte und versuchte es erneut.
Ich schüttelte nur den Kopf. 
Ich rollte seinen Stuhl vom Computer weg und kniete mich selbst davor. So schwierig kann das Landkarten zeichnen mit einem professionellen Programm doch nicht sein. Denkste! 
Ich hatte die Maus wild über den Bildschirm gejagt, hatte da eine Linie gezeichnet, da einen Strich angesetzt und war schliesslich so frustriert über das Resultat - das übrigens so schlecht war, dass ich es nicht mal wage, es hier zu veröffentlichen -, dass ich den Computer wieder für meinen Göttergatte räumte. 
Wir einigten uns stillschweigend, dass er die Form des Landes selbst bestimmen durfte. Nach drei Anläufen war ich sogar ganz zufrieden mit seiner Karte. Nun galt/gilt es nur noch die Städte, Flüsse, Schluchten, Wälder etc einzeichnen/einzuzeichnen - aber das kann ich ja auch ganz gut von Hand machen, um mit einem Bleistift einen Punkt zu zeichnen braucht es kein zeichnerisches Geschick, sondern nur einen stumpfen Bleistift. 

Übrigens, bin auf Seite 65. 

Montag, 25. Juni 2012

Tricks
Bei dem wunderschönen Wetter gestern, habe ich mir eine Pause gegönnt und gelesen: "Elantris" von Brandon Sanderson http://www.brandonsanderson.com/. Am Ende des Buchs hat mich der Autor fast in den Wahnsinn getrieben, weil er immer, wenn es am Spannendsten war, zu einem anderen Protagonisten gewechselt hat. 
Mein Ärger blieb auch meinem Göttergatten nicht verborgen und plötzlich stand er mit einem leckeren Eis - bei uns in der Schweiz heisst das Glacé - in der Hand vor mir. 
"Um dein Gemüt abzukühlen", meinte er und zwinkerte mir zu. 
Dann warf er einen Blick auf das Buch: "Worüber regst du dich eigentlich auf?"
"Dass ich einfach nicht erfahre, wie die Geschichte weitergeht, weil der Autor ständig zu einem anderen Schauplatz wechselt."


Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen, wie raffiniert diese Technik war: Sie schaffte es, mich zu fesseln, noch mehr Spannung zu erzeugen sowie mich in den gleichen Zustand zu versetzen, in dem sich ja auch die Protagonisten befanden - Chapeau! 
Eine ähnliche Technik wandte Jane Austen http://www.jane-austen.de/ in ihrem Werk "Emma" an: Sie erschuf Miss Bates, eine schwatzhafte Frau, deren Monologe gut und gerne eine Seite lang sein können. Der Hauptprotagonistin Emma ging es wie mir: Sie fand die Frau sehr langweilig - genau damit hatte es Austen aber geschafft, mich für ihre Hauptperson noch mehr zu begeistern, weil ich Emma nun sehr gut nachfühlen konnte, wie sie sich in Gesellschaft von Miss Bates fühlen musste. 
Ein anderer Trick, der sich mir ebenfalls tief ins Gedächtnis eingebrannt hat, hat Nalini Singh http://www.nalinisingh.com/  http://de.wikipedia.org/wiki/Nalini_Singh in ihrem Werk "Engelskuss Gilde der Jäger" angewandt: Sie beschreibt eine Szene zwischen zwei Protagonisten so gut, dass man das Knistern, das in der Luft liegt so richtig spürt. Ich war äusserst enttäuscht, dass diese Szene nicht in einem erlösenden Kuss endete; die Spannung, die Nalini Singh damit aber aufbauen konnte, hat sich durch das ganze Buch gezogen - nun wollte ich unbedingt wissen, ob sich die beiden Hauptprotagonisten (übrigens ein Engel und eine Menschenfrau) auch tatsächlich kriegen. Es mag vielleicht merkwürdig klingen, aber irgendwie hat mich dieses Knistern in der Luft an meine erste Verliebtheit erinnert und auch da endete es ja nicht sofort in einem Kuss oder war das bei euch anders? 

Mittwoch, 20. Juni 2012

Zweifel
Ich habe heute Nacht vor lauter Grübeln fast kein Auge zugetan. Mein Göttergatte behauptet zwar, dass ich in der Nacht ziemlich viele Bäume gefällt hätte - aber da ich kein bisschen schnarche, beziehungsweise, er diese Behauptung noch nie so richtig beweisen konnte, kann sie auch nicht stimmen.
Immer wieder leuchteten in meinem Kopf die folgenden Worte auf: Schlecht, Miserabel, Langweilig, doofe Geschichte, blöde Figuren.
Ich sah wie mein Buchtraum auf einen einzigen Felsen im Meer zusteuerte; wenn schon untergehen, überlegte ich mir, dann wollte ich den Untergang wenigstens selbst besiegeln. Ich war wild entschlossen, meine Buch-Datei für immer zu löschen, überlegte es mir jedoch ganz knapp noch anders. Da ich schon immer mal wissen wollte, in wie viele Teile ein PC zerspringen kann, wäre es doch viel lustiger ihn vom 3. Stock auf die Strasse zu werfen. Obwohl, wie sollte ich den kaputten PC meiner besseren Hälfte, dem Informatiker, erklären? 
"Hups, meine Hände waren so glitschig und der PC ist mir mitten in der Nacht aus den Händen gerutscht und in die Tiefe gefallen", zieht als Ausrede höchstwahrscheinlich nicht besonders gut. 
Ich denke, mir bleibt nur eine Wahl... 


...Auswandern. 
Gut, ich mache nur Spass - dann stelle ich mich halt dem Feedback. 

Montag, 18. Juni 2012

2. Meinung einholen
Mein Herz schlägt so laut wie eine Trommel.
Mein Puls rast.
Meine Hände sind feucht.
Soll ich es wirklich wagen?
Der Finger schwebt über der Taste.
"Ach, dann mache es halt ich", sagt mein Göttergatte und nimmt mir kurzerhand den Computer aus der Hand.
"Äh", ist das einzige, was ich sagen kann.
Und schon ist es zu spät: Er hat die Mail abgeschickt.
Nun gibt es kein zurück: Meine ersten 60. Seiten sind nun bei zwei guten Freundinnen von mir. Auf ihr Feedback warte ich nun mit Bangen. Wahrscheinlich kann ich diese Nacht kein Auge zutun, bis ich von ihnen höre.
"Du weisst schon, dass es nicht so schnell geht, bis sie deine Seiten gelesen haben, gell?"
Ja ja, mein lieber Göttergatte guckt immer dann auf den Bildschirm, wenn er nicht soll - aber natürlich ärgere ich mich darüber nur, weil ich ganz genau weiss, dass er recht hat.

Trotzdem fühle ich mich gerade, als würde ich auf Nadeln sitzen. Einerseits hoffe ich so sehr, dass ihnen mein Text gefällt und andererseits habe ich Angst, dass sie einfach behaupten, er gefällt ihnen, obwohl sie ihn für Mist halten. Eigentlich müsste ich an ihrer ehrlichen Meinung am wenigsten Zweifel haben, denn als Journalistinnen sind sie es gewohnt, Artikel/Texte zu kritisieren.
Was ist nun aber, wenn sie mir an den Kopf werfen, dass alles, was ich geschrieben habe so schlecht ist, dass es geradezu zum Himmel stinkt?
Halte ich so eine ehrliche Meinung überhaupt aus?
Aaaah, ich könnte mir alle Haare ausreissen, so aufgeregt bin ich.
Tja, leider muss ich nun warten. Geduldig sein - gerade ich. 

Mittwoch, 13. Juni 2012

Namen 2. Teil
Merkwürdig, in meinem Briefkasten liegt ein Paket - ich habe aber nichts bestellt. Von wem könnte das denn sein? Als Absender steht darauf: Blog-Fan in Bloghausen.
Hm?
Da ich von Natur aus sehr - also gut, sehr, sehr, sehr - neugierig bin, mache ich mit dem Paket kurzen Prozess: Kartonfetzen flattern neben mir zu Boden; innerhalb weniger Sekunden halte ich den Inhalt des Pakets in meinen Händen - es ist ein Buch und lautet "Die schönsten Vornamen und ihre Herkunft".
Was soll ich damit?
Im Paket finde ich keine Notiz, die mir darüber Aufschluss gibt - sehr merkwürdig.
Nun gut, wie sagt man so schön: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
Ich lege das Buch weg und mache mich jetzt ans Schreiben.

Grummel. Das Buch liegt genau in meinem Blickfeld. Kurz hinein blättern kann ja nicht schaden...

...30 Minuten später: Ihr habt mich ertappt, bin immer noch am blättern. Das Buch hat aber auch tolle Namensvorschläge - so zum Beispiel Kuba (polnische Form von Jakob), Leif (bedeutet in Norwegen Erbe) oder Imme (Kurzform von Irmgard).
Ups, was ist denn das?
In der Mitte steckt ein klitzekleiner, weisser Zettel. Darauf steht:
Liebe Regina
Vielleicht hilft dir dieses Buch bei der Namensfindung etwas weiter. Mach weiter so. Bin sehr gespannt auf die Endfassung.

Liebe Grüsse, ein Bekannter

Ich bin gerührt. Ganz herzlichen Dank an den unbekannten Absender. Und weisst du was: Ich habe im Buch tatsächlich einen Namen gefunden, der einer meiner Hauptpersonen passt - Sanja (Russische Kurzform von Alexandr). Und zwar wird jetzt aus Maylaan Sanjia.

Aktueller Stand: 55 Seiten. 

Dienstag, 12. Juni 2012

Längenangaben
"Warum zum Geier gibst du die Distanz in Fuss an?
"Weil dies in allen Büchern, die ich gelesen habe die Distanzangabe ist - vor allem im Fantasy-Bereich."
Ich vernehme ein Hmpf. Mein Göttergatte hat die Arme verschränkt, den Computer von sich geschoben und sieht mich mit einem strengen Blick an.
Ich versuche ihn zu ignorieren.
Erneut höre ich ein Hmpf; dann ein Seufzen.
"Also gut, dann erklär mir, weshalb dich dies jetzt so nervt."
Ich rolle mit den Augen und lasse mich neben ihn auf das Sofa plumpsen.
"Weil 1790 beschlossen wurde, dass die Masse vereinheitlicht werden und bis heute gibt es einige wenige Länder, die diesen Beschluss einfach ignorieren und nicht auf das metrische System umgestellt haben - das nervt mich. Sie rechnen immer noch mit Masseinheiten, die im Mittelalter oder sogar vorher gängig waren, kannst du dir das vorstellen?"
"Hm."
"Diese Länder halten an einem System fest, bei dem die Masseinheiten von Land zu Land unterschiedlich waren. Wie nur kann man an einem so ungenauen System festhalten", ereifert er sich.
"Tja."
Ich zucke nur mit den Schultern.
"Sei mir nicht böse, aber auch ich werde an diesem System festhalten. Erstens, weil meine Geschichte eher in der Zeit des Mittelalters spielt, wo nun mal in Fuss, Schritten und Ellen gemessen wurde und zweitens, weil ich persönlich das Gefühl habe, dass sich die Leser diese Angaben besser vorstellen können als die metrischen Angaben - aber ich kann mich natürlich auch täuschen."


Wenn es interessiert, findet hier noch weitere Informationen zum metrischen System:
http://de.wikipedia.org/wiki/Metrisches_Einheitensystem
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_von_Ma%C3%9Fen_und_Gewichten
http://www.math.uni-hamburg.de/spag/ign/exk/pdf/metr-sys.pdf

Mittwoch, 6. Juni 2012

Was braucht eine gute Story
Wir, mein Göttergatte und ich, haben uns gestern Abend "The Italian Job" auf DVD angesehen. Ich finde den Film toll. Er ist so spannend, dass man überhaupt nicht merkt, wie schnell die Zeit vergeht. Am Ende war ich jedoch etwas verwirrt, als der Hauptdarsteller und die weibliche Protagonistin plötzlich ein Liebespaar waren.
"Wann zum Geier ist das passiert?" rief ich verwundert aus.
Mein Göttergatte sah mich nur verständnislos an bei dieser Frage.
"Wann sind die zusammen gekommen? Da war doch nichts zwischen den Beiden, keine Spannung, keine Blicke, kein Händchenhalten, kein Kuss - gar nichts."
"Hm, dass dir so etwas auffällt", murmelte er.
Schweigen.
Dann sah er mich nachdenklich an und meinte: "Du hast recht. Das ist tatsächlich merkwürdig. Das passt nicht so ganz."

Ich finde, wenn sich zwei Figuren in einer Geschichte verlieben, dann will ich als Zuschauer/Leser dies auch merken; halt dabei sein, wenns passiert. So wie bei Harry Potter, da merkt man, dass es zwischen Hermine Granger und Ron Weasley knistert und ist gespannt, wies ausgeht.

Hm, was muss eigentlich eine Geschichte haben, die mir persönlich gefällt? Spannung, Action, Freundschaft, Romantik und einige Überraschungen. Mal nachdenken...

...ja, konnte alle Punkte mehr oder weniger abhacken. Eine meiner Überraschungen im Buch wird sein, dass es eine (vielleicht auch mehrere) Hauptfigur nicht bis zum Ende durchhalten wird...


Ach übrigens, bin jetzt bei 50 Seiten - 51, wenn ihrs genau wissen wollt.