Freitag, 11. Mai 2012

Bücher lesen
Gestern Abend habe ich endlich wieder einen meiner alten Schmöker zu Ende gelesen. Ihr müsst wissen, dass ich mir vorgenommen habe, fast alle der 100 Bücher, die man angeblich gelesen haben sollte, tatsächlich zu lesen. Ich war ziemlich enttäuscht vom Roman der angeblich als Klassiker der britischen Literatur des 19. Jahrhunderts gilt und der eigentlich eine wunderschöne Lovestory beschreiben sollte - bis...

...ich entspannt im Bett lag. Ich war gerade am Einschlafen - meine Füsse zuckten -, als ich auf einen Schlag hellwach war und kerzengerade im Bett sass.
"Schatz, alles in Ordnung?" fragte mich mein Mann schlaftrunken.
Ich nickte, schwang mich aus dem Bett, stürzte zur Schlafzimmertüre und rannte die Treppe hinunter als wäre der Teufel hinter mir her. Im Wohnzimmer kramte ich nach meinem Computer; meine Hände zitterten vor Aufregung.
"Schaaatz?" Augenreibend, mit abstehenden Haaren schlurfte mir mein Mann hinterher, "alles in Ordnung?"
Ich nickte wiederum. Er schnaubte: "Du hast schon vorher im Bett genickt, stimmt's?!"
Ich nickte nochmals, dieses Mal mit einem verzeihenden Lächeln.
"Du weisst schon, dass ich im Dunklen nicht sehen kann", brummte er, "sag schon, was ist los?"
"Ich hatte gerade dank eines verstaubten Buches einen Geistesblitz. Ich habe den ultimativen Anfang gefunden." Ich war so begeistert von meiner neuen Idee, dass ich durch das Wohnzimmer hüpfte. Mein neuer Anfang fühlte sich richtig an, so wie wenn man einem Kind einen Namen gibt und genau weiss, der ist es. Ein richtig guter Anfang ist wichtig, weil er darüber entscheiden könnte, ob jemand das Buch statt zurück ins Regal in den Einkaufskorb legt. In meinem Freundeskreis gibt es einige, die die erste Seite lesen, bevor sie ein Buch tatsächlich kaufen; ich bin eigentlich die Einzige, die zuerst das Ende liest.

Wo war ich? Ah ja, beim Anfang: Ich setzte mich an meinen Computer; meine Finger trommelten wie wild auf die Tastatur; durch meinen Körper rasten tausende Ameisen. Als ich meinen perfekten Einstieg auf dem Bildschirm flimmern sah, fühlte ich mich unbeschreiblich gut, die Aufregung war wie weg geblasen. Da ich meinen überarbeiteten Anfang nicht gelöscht habe, sondern ihn in einem anderen Kapitel eingebaut habe, bin ich jetzt bei 19 Seiten. Zudem habe ich einen neuen Schmöker aus vergangenen Tagen begonnen - "David Copperfield" von Charles Dickens.  http://de.wikipedia.org/wiki/David_Copperfield_(Roman)
Warum ich mir dies antue? Ich achte beim Lesen auf den Schreibstil des Autors, wie er Spannung aufbaut und wie er Dinge sowie Szenen beschreibt. Gefällt mir eine seiner Techniken, merke ich sie mir. 

Kommentare:

  1. Also wenn dein Buch schlussendlich auch so lustig und spannend ist wie dein Blog, dann muss ich es wohl unbedingt lesen! Cooler Blog!

    Ein Fan

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  2. Lieber Fan
    Danke dir. Ich gebe mir grosse Mühe, dass in meinem Buch nicht nur ein Rätsel das andere jagt, sondern ab und zu die Charaktere etwas tun, über das man schmunzeln kann - schliesslich ist Lachen das Salz des Lebens.

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