Mittwoch, 30. Mai 2012

Die Zeitform

Ich habe es geschafft; ich konnte mein Ziel einhalten. Ganze 8 Seiten bin ich gestern weiter gekommen und bin nun auf Seite 40.

"Was, 40 Seiten - es sind erst 38."
Da wirft mein Göttergatte einmal einen Blick auf meinen Blog und so etwas fällt ihm dann auf Anhieb auf - nerv.
"Du hast mal wieder aufgerundet. Tsts."
"Ja, ich habe etwas aufgerundet. Das ist noch so eine alte Journalisten-Angewohnheit, weil nun mal "fast 15'000" in einem Artikel besser zu lesen ist als beispielsweise 14'931."
Seufz.
Dann sind es halt nur 38 Seiten - aber dennoch, 8 Seiten mehr als letzte Woche. Auf diesen 8 Seiten bin ich in der Geschichte aber nicht wirklich weiter gekommen. Ich habe meine 30 Seiten nochmals überarbeitet und zwar habe ich versucht jedes Ding, jeden Ort, jedes Gefühl bis ins Detail zu beschreiben.
Im Journalismus würde ich diesen Schreibstil als Reportage bezeichnen. In einer Reportage ist es wichtig, dass der Leser das Gefühl hat, als wäre er dabei - der Autor ist nicht nur das Auge des Lesers, sondern auch seine  Nase sowie die Ohren, für meine Fantasy-Geschichte passt dieser Schreibstil hervorragend.

Aber nicht alles, was ich im Journalismus gelernt habe, lässt sich wahrscheinlich im Buch anwenden. So gilt beispielsweise im Journalismus die Regel, dass Artikel immer im Präsens geschrieben werden sollten (natürlich gibt es auch hier Ausnahmen). Dies, da dem Leser damit Nähe zum Geschehen vermittelt wird. Welche Zeit passt nun aber bei einem Fantasy-Roman? Um diese Frage zu beantworten, nehme ich meine Lieblingsbücher zur Hand. In allen haben die Autoren die Vergangenheitsform gewählt. Auch meine Recherche im Internet zeigt: Die Vergangenheitsform wird mehrheitlich in Büchern angewandt. Warum, darauf finde ich auf die Schnelle jedoch keine Antwort.

Mir ist aufgefallen, dass viele Autoren zum Präsens greifen, wenn sie in der Ich-Form schreiben, so können sie wie beim Artikel Nähe schaffen - sprich, der Leser hat bei den Geschichten, die im Präsens geschrieben sind viel eher das Gefühl, dass er das Erzählte selbst mit erlebt.

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