Donnerstag, 24. Mai 2012

Personen merken - Spick
Obwohl meine Hauptpersonen teilweise noch namenlos sind (siehe frühere Posts), hindert sie dies anscheinend nicht daran, ein Eigenleben zu führen. Sie treffen sich mit Nebencharakteren, die so eigentlich nie vorgesehen waren, reden mit ihnen oder erleben sogar geheimnisvolle Dinge mit ihnen.
Manchmal sitze ich am Computer und frage mich: Woher zum... *Schimpfwort wurde ausgepiept* ist diese Frau aufgetaucht? Dann habe ich den Eindruck, als würde mir meine Hauptperson zuzwinkern und dabei frech lachen - so à la: Ha, ha, haben wir dich mal wieder ausgetrickst.
Ich weiss, das klingt etwas - sagen wir es mal nett - abgehoben. Ihr müsst euch vorstellen, ihr lest ein Buch  und wenn es gut ist, taucht ihr in diese Welt ab: Ihr seht vor euch, was die Hauptpersonen sehen und es geht euch nah, wenn es ihr schlecht geht. Genau so geht es mir auch - beim Schreiben: Ich sehe Bilder vor meinem inneren Auge ablaufen. Gefällt mir eine Szene nicht, dann spule ich sozusagen zurück und versuche etwas anderes aus. Tja und manchmal tritt eine Person ins Bild, die eigentlich ganz gut in die Geschichte passt.

Das Dumme, bei diesen "Neuzugängen": Ich muss mir mehr Personen merken. Wie ich dies tue?
So: Von einem Arbeitskollegen habe ich ein Holzbrettchen mit leeren Zetteln bekommen - dieser eignet sich ideal als Spick, da ich die kleinen Blätter fächerförmig anordnen kann. Auf jedem Zettel steht zuoberst der Name des Protagonisten, dann folgt das Aussehen, die Charakterzüge, in was für Beziehungen er/sie zu anderen steht sowie Ideen, was er/sie noch alles erleben könnte.

Ihr fragt euch, wie denn die Wesen so sind, die in meinem Buch vorkommen? Mir ist es wichtig, dass die Mehrheit der Hauptpersonen sympathisch ist - jedenfalls muss ich sie auf Anhieb mögen oder ihre guten Seiten müssen wenigstens auf den zweiten Blick ersichtlich sein. Ich gebe mich in der realen Welt ja auch nicht mit Menschen ab, die mir schlichtweg auf den Wecker gehen - weshalb also sollte ich solch nervige Personen in einem Buch tolerieren. Was die Nebenpersonen anbelangt, finde ich es in Ordnung, wenn sie über einen - nett ausgedrückt- "spezielleren" Charakter verfügen - sie sind die Würze; die Aufregung einer Geschichte.

Um meinen Hauptpersonen den richtigen Charakter zu verpassen, habe ich mir überlegt, was sie in der Geschichte erreichen sollen, wie sie das erreichen sowie was sie für ein Leben führen.
Ich habe mir aber auch Gedanken darüber gemacht, wenn ich diese Person wäre, wie würde ich gerne sein.
Ich gestehe: Bei der ein oder anderen Haupt-/Nebenperson habe ich mir überlegt, wer in meinem Freundeskreis diesem Wesen charakterlich am nächsten kommt - so habe ich diese Person stets vor meinem geistigen Auge und weiss genau, wie sie auf gewisse Situationen reagiert. Der Vorteil hierbei: Ich kann die Reaktionen immer am lebenden Objekt testen.
Also liebe Freunde: Wenn ich euch nächstens merkwürdige Fragen stelle oder euch böse Worte an den Kopf werfe, dann denkt daran - es ist für Recherchezwecke. 

Kommentare:

  1. Werde in Zukunft also darauf achten, was ich von mir gebe. Möchte ja eine gute Figur abgeben ;-)!

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