Dienstag, 15. Mai 2012

Seite 30
Meine Hände flogen gestern und heute richtig über die Tasten, es war fast so, als würde meine Geschichte nur darauf warten, endlich aufs Papier zu kommen. Die ganze Zeit über fühlte ich  mich ruhelos; fühlte ein Kribbeln in meinen Finger, so als wollte mich etwas antreiben. Ohne Pause - natürlich habe ich mir etwas Schlaf gegönnt - habe ich durchgearbeitet.
Das Mittagessen, ein Brokkoli-Gratin, habe ich mit Blick auf den PC eingenommen und ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob wirklich alles vom Gratin in meinem Mund gelandet ist. Tja, spätestens, wenn ich aufstehe, werde ich es wissen...

Während meine Finger über die Tasten jagten, habe ich nicht darauf geachtet, ob die Sätze perfekt sind, die Rechtschreibung stimmt oder ob ich die Umgebung genügend beschrieben habe. Ich habe einfach weiter geschrieben, um den Fluss ja nicht zu unterbrechen. Die Zeit ist verflogen, ohne dass ich etwas davon bemerkt habe.

Ich blicke auf, weil mein lieber Mann mit mir spricht. Einen Moment lang weiss ich nicht, wo ich bin - so tief war ich in meine Arbeit vertieft. Mein Kopf fühlt sich leer an, wie in Watte gepackt. Ich bin müde, aber auch erleichtert. Ich bin bei Seite 30 angelangt.
Obwohl ich genau weiss, wie sich die Geschichte entwickeln soll, finde ich keine passenden Worte - ein Zeichen, dass es Zeit für eine Pause ist. Das nächste Mal, wenn ich mich an meine Geschichte setze, werde ich zuerst meine zuletzt geschriebenen Zeilen nochmals lesen; an der Sprache feilen sowie die Umgebung/Szene detaillierter beschreiben. 

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