Montag, 18. Juni 2012

2. Meinung einholen
Mein Herz schlägt so laut wie eine Trommel.
Mein Puls rast.
Meine Hände sind feucht.
Soll ich es wirklich wagen?
Der Finger schwebt über der Taste.
"Ach, dann mache es halt ich", sagt mein Göttergatte und nimmt mir kurzerhand den Computer aus der Hand.
"Äh", ist das einzige, was ich sagen kann.
Und schon ist es zu spät: Er hat die Mail abgeschickt.
Nun gibt es kein zurück: Meine ersten 60. Seiten sind nun bei zwei guten Freundinnen von mir. Auf ihr Feedback warte ich nun mit Bangen. Wahrscheinlich kann ich diese Nacht kein Auge zutun, bis ich von ihnen höre.
"Du weisst schon, dass es nicht so schnell geht, bis sie deine Seiten gelesen haben, gell?"
Ja ja, mein lieber Göttergatte guckt immer dann auf den Bildschirm, wenn er nicht soll - aber natürlich ärgere ich mich darüber nur, weil ich ganz genau weiss, dass er recht hat.

Trotzdem fühle ich mich gerade, als würde ich auf Nadeln sitzen. Einerseits hoffe ich so sehr, dass ihnen mein Text gefällt und andererseits habe ich Angst, dass sie einfach behaupten, er gefällt ihnen, obwohl sie ihn für Mist halten. Eigentlich müsste ich an ihrer ehrlichen Meinung am wenigsten Zweifel haben, denn als Journalistinnen sind sie es gewohnt, Artikel/Texte zu kritisieren.
Was ist nun aber, wenn sie mir an den Kopf werfen, dass alles, was ich geschrieben habe so schlecht ist, dass es geradezu zum Himmel stinkt?
Halte ich so eine ehrliche Meinung überhaupt aus?
Aaaah, ich könnte mir alle Haare ausreissen, so aufgeregt bin ich.
Tja, leider muss ich nun warten. Geduldig sein - gerade ich. 

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