Dienstag, 28. August 2012

Die 200er
Ich habe es geschafft.
Nein, nicht die 200. Seiten!
Ich habe es geschafft, heute doch tatsächlich um 7.01 Uhr - zwar noch ziemlich verschlafen - aufzustehen.
Innerhalb 20 Minuten habe ich mich angezogen, gefrühstückt und meinen "Arbeitsplatz" bereit gemacht.
Um 7.30 Uhr habe ich meine zuletzt geschriebenen Zeilen überflogen, meine Arme gedehnt und die Finger geknackt.
Bis 12 Uhr habe ich gearbeitet; habe neue Szenen beschrieben; einen alten Textabschnitt nochmals überarbeitet und verlängert; mehrere Sätze neu geschrieben und wieder gelöscht.
Zur Mittagszeit hat mich mein Göttergatte vom PC weggeholt - besser gesagt, weggerissen - und mir ein deftiges Mittagessen aufgetischt - damit euch nicht das Wasser im Mund zusammen läuft, behalte ich für mich, was es Köstliches gab.
Leider hab ich nach dem Essen bekommen, was ich persönlich als Fressnarkose bezeichne - ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen und war so müde. Da auch der Kaffee nicht helfen wollte, habe ich getan, was wohl jeder, der frei hat in dieser Situation tun würde - ich habe ein Nickerchen gemacht.
Zwei Stunden habe ich wieder wie wild in die Tasten gehauen.
Obwohl ich eigentlich den ganzen Tag fleissig war, habe ich die 200ste Seite noch immer nicht erreicht.
Laut Word bin ich auf der 195 Seite.
Hm, 11 Seiten an einem Tag - nicht schlecht.
Da habe ich mir eine Belohnung redlich verdient und so lasse ich mir jetzt die gebrannten Mandeln, die ich an der Chilbi am Montag gekauft habe schmecken.




Ach übrigens: Chilbi ist ein schweizerdeutscher Ausdruck und bedeutet laut Wikipedia Kirmes oder Kirchweih http://de.wikipedia.org/wiki/Kirchweih.

Montag, 27. August 2012

Sind zu viele Details zu viel des Guten?
876 Seiten habe ich in drei Tagen gelesen - oder besser gesagt überflogen.
Das neuste Fantasy-Epos meines Lieblingsautor Brandon Sanderson http://de.wikipedia.org/wiki/Brandon_Sanderson hat mich so gar nicht überzeugt. Habe ich seine Werke "Kinder des Nebels", "Elantris" und vor allem "Sturmklänge" über alles geliebt und total verschlungen, hat mich "Der Weg der Könige" http://www.amazon.de/Der-Weg-K%C3%B6nige-Brandon-Sanderson/dp/3453267176/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1346074888&sr=8-1 mehr als enttäuscht.
Warum?

Dafür gibt es sehr viele Gründe:
1. Am Anfang werden sehr ausführlich zwei Protagonisten eingeführt, von denen ich aber bis etwa zur Hälfte des Buches und dann wieder bis zum Ende überhaupt nichts mehr lese und wenn ich einmal etwas lese, dann sind es Details, die mich als Leser nicht weitergebracht haben. Ich kam mir vor, als würde mir einer meiner Freunde einen wahnsinnig, interessanten Bericht über das Wetter mitteilen - und mal ehrlich, wirklich spannende Wetterberichte gibt es kaum oder seht ihr das anders?

2. Die Geschichte handelt eigentlich von vier Personen. Plötzlich tauchen in mehreren Kapiteln aber neue Charaktere auf, die den Hauptpersonen nahe stehen und aus ihrer Sicht erzählen. Zu ihnen wird so oft gewechselt und sie werden so detailliert beschrieben, dass sie eigentlich nicht als Nebencharaktere durchgehen. Natürlich ist mir bewusst, dass der Autor mit dieser Technik eine Hauptperson von einer anderen Seite beleuchten wollte; mich persönlich nervt diese Methode aber mehr, als sie mir hilft, die Hauptperson so besser kennen zu lernen.

3. Auf mehreren 100 Seiten wird mir erzählt, wie sich zwei Hauptpersonen durch den Alltag schleppen ohne, dass dabei etwas Spannendes geschieht.

4. Sehr lange Monologe und Dialoge.

5. Plötzliche Zeitsprünge in die Vergangenheit.

6. Im Buch hat es merkwürdige Wesen, deren Erscheinungsbild und Handeln bis ins kleinste Detail auf mehreren Seiten beschrieben wird. Was für eine Rolle diese Wesen im Buch spielen wird bis zur letzten Seite nie angedeutet und so habe ich keine Ahnung, für was sie eigentlich gut sind.


Obwohl mich das Buch mehr genervt, als unterhalten hat, habe ich doch einiges durch die Lektüre gelernt: Mich nervt es, wenn etwas zu detailliert beschrieben wird.
Versteht mich nicht falsch, mir persönlich gefällt es, wenn der Leser einige Dinge speziell hervor hebt und sie bis ins Detail beschreibt. Tut er dies nur bei einzelnen Szenen oder Dingen, fällt es mir auch eher auf, als wenn alles detailliert beschrieben wird.
Mit meiner Meinung stehe ich übrigens nicht alleine da: Auf etlichen Seiten, auf denen man Bücher kritisieren kann, gibt es zu diesem Werk negative Kommentare und bei fast allen wird bemängelt, dass die vielen Beschreibungen den Lesefluss bremsen und die Spannung töten.

Mein persönliches Fazit für mein Buchprojekt: Zu viele Beschreibungen verderben den Lesespass und sorgen für eine negative Kritik. 

Freitag, 24. August 2012

Aufgeben erlaubt
Die Sonne scheint. Die Temperaturen sind angenehm. Der Liegestuhl ist aufgestellt. Darauf liegt mein Buch, daneben eine kühle Limonade.
Warum heute eigentlich nicht einmal richtig Ausspannen? Schliesslich ist heute mein offiziell letzter Ferientag (vor dem Wochenende) und die letzten Tage war ich ziemlich fleissig am Werk.
Nun gut, jeden Tag war es dasselbe Spiel: Entweder Sonne, Liegestuhl, Buch, Limonade oder Computer, Schatten, kühles Wasser.
Jeden Tag habe ich den inneren Schweinehund überwunden, mir statt des Buches den PC gegriffen, den Liegestuhl an den Schatten gezogen und es mir darauf bequem gemacht.
Von meinem Göttergatten habe ich jeweils zur Belohnung ein Schulterklopfen und am Nachmittag ein feines Eis - bei uns in der Schweiz heisst das Glacé bekommen.
Eigentlich ist es merkwürdig, dass mir die Wahl heute so schwer fällt, denn in den letzten Tagen habe ich so viele Worte aufs Papier gebracht, dass ich der 200. Seite ziemlich nahe gekommen bin. Ich bin jetzt auf Seite 184 - fehlen also nur noch 16 Seiten. Die ich doch eigentlich locker an einem Tag niederschreiben könnte.
Aber irgendwie fehlt es mir heute an Schwung, mein Kopf fühlt sich so leer an.
Obwohl ich mich auch heute wieder fürs Schreiben entscheide und mir wirklich Mühe gebe, schaffe ich gerade mal eine Seite in 3 Stunden.
Mein Göttergatte nimmt mich tröstend in die Arme, als ich gerade mal wieder drauf und dran bin, den ***-Computer in die Ecke zu pfeffern.
"Schatz, du warst diese Woche so produktiv, gönn dir doch mal eine Pause. Manchmal muss man loslassen, damit man neuen Elan findet. Lass die Seele baumeln, lies dein Buch und geniess die Sonne - wer weiss, wie viel Sonne wir im Norden noch haben werden", sagt er liebevoll.
Ich entscheide mich, dass er Recht hat: In der einen Hand mein Glacé, in der anderen ein Buch, setze ich mich auf den Liegestuhl und geniesse die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut.
Diesen Dienstag werde ich ganz früh aufstehen und weiterschreiben, ohne wenn und aber. Wäre ja gelacht, wenn ich die 200er Marke dann nicht knacken würde. 

Mittwoch, 22. August 2012

Ideen suchen in der Natur
"Aufstehen!"
Mein Göttergatte zieht mir die Decke weg.
Grummel.
"Komm, Zeit zum Schreiben."
"Geh weg", antworte ich patzig.
Er zieht mich an den Füssen aus dem Bett.
"He", rufe ich verärgert, "ich habe doch Ferien und will Ausschlafen."
"Schlaf wird überbewertet. Ausserdem hast du schon acht Stunden geschlafen."
Er zieht weiter an meinen Füssen, bis sich mein Po am Bettrand befindet.
"Ich brauche aber neun Stunden."
"Morgenstund hat..."
"...Blei im Arsch."
Er lacht, zieht die Vorhänge zur Seite und den Rolladen hoch.
"Ach", stöhne ich, als mich die Sonnenstrahlen blenden.
Schliesslich hat er mich so weit und ich stehe auf.
"Du siehst extrem motiviert aus", sagt er und lacht.
Ich strecke ihm zur Antwort nur die Zunge heraus.
"Was dir gut tun wird, ist ein schöner Spaziergang."
Dazu lasse ich mich überreden, natürlich erst nach einem ausführlichen Frühstück und einer lauwarmen Dusche. Schliesslich geht es los und wir fahren mit dem Auto in ein kleines, abgelegenes Bergdorf im Tessin.
Bereits auf der Fahrt klebe ich an der Autoscheibe und sauge die Landschaft in mich ein: Da gibt es Wasserfälle, die sich im zick-zack-Kurs ins Tal wälzen; riesige, mit grünen Wäldern überwachsene Hügel; schwarz, glänzende Felswände; Bergdörfer mit knapp zehn Häuschen auf einer abgelegenen Bergspitze; bunt bemalte Häuser, und, und und...
In so einem Dorf könnte doch einer meiner Protagonisten wohnen. Dieser Berg, der vollkommen mit Bäumen bewachsen ist und in dessen Mitte ein einzelnes Haus steht, könnte doch auch in meinem Buch eine Rolle spielen. Ich zücke meine Kamera und schiesse ein Bild ums Andere, damit ich mich im Ferienhaus auch wirklich an jedes Detail erinnern kann.
Nach dem Spaziergang, den mein Göttergatte und ich eher schweigend und in Gedanken versunken verbracht haben, sprühe ich so richtig vor Ideen - die Motivation ist zurück gekehrt. 

Montag, 20. August 2012

Szene verschieben
"Wie weit bist du schon?"
Mein Göttergatte wirft einen Blick auf meinen Computer.
"War der Cursor nicht schon vor einer Stunde genau an dieser Stelle?" Er sieht mich fragend an.
Ich verziehe das Gesicht zu einer Grimasse und presse ein "jaa" hervor.
"Zum Glück", sagt er und lacht.
Meine linke Augenbraue schiesst in die Höhe und ich sehe ihn skeptisch an.
"Ich bin heute überhaupt nicht motiviert zu arbeiten", erklärt er mir, "und froh, dass es dir anscheinend auch so geht."
"Nett", finde ich dazu nur und strecke ihm die Zunge heraus.
Eigentlich weilen mein lieber Mann und ich gerade in den Ferien - nicht etwa um Auszuspannen, sondern um an unseren Projekten zu arbeiten. Während ich - wie ihr ja bereits wisst - an einem Buch schreibe, träumt er davon sein eigenes Game zu programmieren. Damit wir beide einen grossen Schritt mit unseren Projekten vorwärts kommen, gönnen wir uns eine Woche "Arbeitsferien".
Ja ich weiss, Ferien kann man definitiv sinnvoller gestalten - aber eine Woche nur zu Schreiben hat auch seine Vorteile, so ist man beispielsweise schneller wieder im Text und in der Geschichte drin.
Obwohl wir schon zwei Tage im Tessin sind (im Süden der Schweiz), bin ich noch nicht wirklich weit gekommen.
Die Worte meines Göttergattens haben mich jetzt aber so richtig angestachelt - dem werde ich's zeigen und so richtig in die Tasten hauen.
Dummerweise sehen dies meine Finger und mein Gehirn anders - die Worte wollen einfach nicht fliessen. Wie wäre es dann, wenn ich eine bereits geschriebene Szene einfach etwas detaillierter beschreiben würde?
Gute Idee!
Ich scrolle zum Mittelteil, weil ich beim Anfang nichts mehr ausbauen möchte und überfliege den Text.
Halt! Diese Szene scheint einfach nicht an diese Stelle zu passen. Löschen mag ich sie aber auch nicht, weil sie so schön aufzeigt, was für eine Beziehung zwei meiner Protagonisten miteinander haben.
Was mache ich nun?
Ah! Ich weiss, ich verschiebe die Szene einfach zum Anfang des Buches, den hier könnte sie gut hineinpassen.
Gesagt, getan und tatsächlich passt die Szene hier ideal. Etwas umschreiben muss ich sie aber noch, damit sie noch besser zum Geschehen passt. Und siehe da, das fällt mir richtig leicht und im Nu habe ich zwei Seiten vollgeschrieben.
Eine Frage lässt mich jedoch inne halten: Gab es im Mittelalter bereits Taschen und wenn ja, was für welche?
Das muss ich sofort recherchieren, ich will ja nicht, dass der Leser später darüber stolpert.
Google sei Dank, finde ich die Antwort sehr schnell und frage mich einmal mehr, wie ich früher ohne das Internet und die Suchmaschine leben konnte.
Und nun, weiter im Text.

Das Word zeigt 158 Seiten an. Genug für heute, Zeit zum relaxen.

Mittwoch, 15. August 2012

Ticks
Damit eine Person in einem Buch einzigartig ist, muss sie einen bestimmten Tick haben - jedenfalls war ich bis jetzt immer dieser Meinung.
Einer meiner Hauptpersonen habe ich den auch sogleich den Tick verpasst, dass sie ständig auf ihrer Unterlippe kaut. Um den passenden Tick für einen anderen Protagonisten zu suchen, habe ich mich in meinem Freundeskreis umgesehen und -gehört: Da gibt es jemanden, der dauernd seine Hände knacken lässt; eine Kollegin, die mit der Zunge über die Lippen leckt; eine andere Kollegin, die mit ihren Haaren spielt; ein wildfremder Mann, der sich am Kopf kratzt; ein Arbeitskollege, der die gefalteten Hände beim Nachdenken an den Mund hält; ein Verwandter, der sich das Kinn nachdenklich reibt und eine Verwandte, die ständig blinzelt.
Auf der Suche nach "dem" Tick, wurde ich von allen gefragt, brauchen deine Figuren das wirklich, um realistisch zu wirken?
Hm, eine gute Frage.
Ich überlege mir gerade, in welchen Büchern haben Protagonisten eigentlich einen Tick - und wisst ihr was, weder mein Göttergatte noch ich können auf die Schnelle jemanden aufzählen, der den ultimativen Tick hat. Natürlich gibt es in einigen Büchern Nebenfiguren die schräg sind, beispielsweise die Luna in Harry Potter oder Jar Jar Binks von Star Wars - aber so merkwürdig und teilweise nervig der Charakter der beiden Figuren auch ist, sie verfügen nicht über einen Tick wie zum Beispiel sich dauernd an der Nase kratzen.
Warum ist das wohl so?
"Mich würde ein allzu ausgeprägter Tick nerven. Bei einer Nebenperson wäre es vielleicht knapp noch in Ordnung", meint eine Schreiberkollegin als ich sie darauf anspreche, "ausserdem ist es schwer einen Tick zu finden, mit dem die Person schlussendlich nicht gekünstelt wirkt."

Habt Ihr euch mal überlegt, wie viele eurer Freunde eigentlich über einen (etwas nervigen) Tick verfügen? Bei mir sind es wie oben erwähnt gerade mal drei Freunde. Die wenigsten Menschen verfügen folglich über einen Tick - weshalb sollte diese Tatsache genau in einem Buch anders sein.
Aus diesem Grund habe ich mich nun entschieden, dass ich nicht weiter krampfhaft nach Ticks suche. Lieber verpasse ich meinen Protagonisten einen aussergewöhnlichen Charakter. 

Montag, 13. August 2012

Morgenstund bringt Ideen
Grummel.
Mein lieber Göttergatte wälzt sich im Bett hin und her, fast wie sich ein Schweinchen im Dreck wälzt. Das Bett zittert und ich werde so richtig schön durchgeschüttelt - fühle mich gerade als lägen wir in einem Wasserbett.
Ein helles, blaues Licht blendet mich - mein Göttergatte hat nach seinen Wecker gegriffen. Auf der Uhr steht 7.00 Uhr - viel zu früh zum Aufstehen für uns Beide.
Er wälzt sich auf die andere Seite. Kratzt sich mit seinem linken Bein an seinem rechten.
Ich schliesse die Augen ganz fest und hoffe, dass mich das Geschaukel an ein Boot im Wasser erinnert und mich sanft in den Schlaf entgleiten lässt. 
Ich höre ein Seufzen.
Dann werde ich so richtig schön hin durchgerüttelt.
Mein Mann kriecht aus unserem Bett, das in einer Ecke des Zimmer steht und nur vom Fussende zugänglich ist.
Ich murre.
"Hab ich dich geweckt, Schatzi? Verzeih. Schlaf schön weiter", flüstert er.
Ich drehe mich auf die Seite. Kuschle mich in die Decke - aber an Schlaf ist nicht mehr zu denken, ich bin hellwach.
Mit einem Seufzen, einem Gähnen und mieser Laune krieche ich aus dem Bett.
Tja, dann beginnen wir halt den Tag.
Ein Blick aus dem Fenster bessert meine Laune: Die Sonne scheint.
Den Liegestuhl hat mein Göttergatte im nu aufgestellt (das Mindeste was er tun konnte, nachdem er mich geweckt hat); der Computer ist gestartet; das Trinkwasser und etwas zum Knabbern steht neben mir.

Ich haue in die Tasten und bin überrascht, wie gut es sich so früh am morgen schreiben lässt. Normalerweise beginne ich den Tag langsam, wurstle da etwas, surfe im Internet und schaffe es erst am Nachmittag überhaupt eine Zeile zu schreiben. Träume ich das Ganze vielleicht? Bin ich noch gar nicht wach oder habe ich nun genau die Tageszeit gefunden, bei der ich am kreativsten bin? Das muss ich unbedingt nächste Woche nochmal ausprobieren, falls ich mich überwinden kann, wieder so früh aufzustehen. Jedenfalls habe ich meine 5 Seiten geschafft - der Nachmittag gehört mir und der Sonne. Jupi! 

Mittwoch, 8. August 2012

Liebesszene
Gestern Nacht wollte sich der Schlaf einfach nicht bei mir einfinden. Mein lieber Göttergatte hatte dann die glorreiche Idee, ganz leise unsere Lieblingsmusik abzuspielen.
Die Musik war wunderschön, entspannend - trotzdem schlugen die Gedanken in meinen Kopf Purzelbäume. Ich wälzte mich unruhig im Bett hin und her, als unser iPod das Lied Hijo de la luna von Loona http://www.youtube.com/watch?v=CgYAz1ceZ4o spielte.
Auf einmal sah ich die beiden Hauptprotagonisten aus meinem Buch in einem Wald stehen. Der Vollmond warf sein goldenes Licht auf ihre Gesichter. Wie aus dem Nichts erklang Musik. Der Junge fasste das Mädchen an den Händen und zog sie sanft zu sich heran. Im Takt des Lieds von Loona begannen sie sich zu bewegen, zuerst langsam, dann immer wilder und leidenschaftlicher drehten sie sich im Kreis. Die Locken des Mädchen flatterten im Wind; seine Augen glitzerten wie tausend Diamanten. Plötzlich packte der Junge sie an der Hüfte und stemmte sie in die Höhe. Langsam liess er sie zu Boden gleiten, den Blick auf ihre grasgrünen Augen geheftet. Er spürte den Hauch ihres Atems im Gesicht. Ihre Erdbeerroten Lippen sind nur einen Fingerbreit von seinen entfernt.
Da ist das Stück vorbei; die Musik im Wald verstummt. Die Magie verschwunden. Ein Kuss in weite Ferne gerückt.


Um diese Szene (natürlich habe ich sie im Buch noch etwas ausführlicher beschrieben) nieder zu schreiben, habe ich mir heute Nachmittag sicher hundertmal das besagte Musikstück von Loona angehört. Vier Stunden habe ich gebraucht, bis ich die Szene ausführlich auf acht Seiten (des Mittelteils) nieder geschrieben habe.
Dann wäre ich nun auf Seite 145.

Mittwoch, 1. August 2012

Zur Mitte
Jaja, ich weiss, ihr kennt das schon - aber leider ist es immer das Gleiche: Ich komme einfach nicht weiter.  Obwohl ich doch genau weiss, wie die Geschichte verlaufen soll, gelingt es mir nicht sie in Worte zu fassen. Langsam werde ich wirklich ungeduldig. Kann doch nicht sein, dass ich mich jede Woche wieder aufs Neue abkämpfe und dies, wo ich doch den Mittelteil der Story bereits im Kopf habe. 


Eine Stunde später blinkt der Cursor immer noch an derselben Stelle.
Ich gebe auf! 
Nein, so schnell darf ich nicht aufgeben. Ich will meine 5 Seiten auch diese Woche niederschreiben, koste es, was es wolle.
Nachdem ich schon etwa zwanzigmal von einer Hauswand zur anderen getigert bin (meine Nachbarn halten mich sicher für verrückt), habe ich die Entscheidung getroffen: Weshalb soll ich mich weiter mit dem Anfang abquälen, wenn ich doch den Mittelteil des Buches bereits im Kopf habe??
Und genau diesen Mittelteil werde ich nun niederschreiben. 


"Hunger!" reisst mich mein Göttergatte aus den Gedanken.
Wie spät ist es denn? Ein Blick auf die Uhr zeigt 20 Uhr - ich habe fünf Stunden ohne aufzublicken an meinem Mittelteil geschrieben. Wie weit ich gekommen bin? Bis Seite 140 - okay ihr habt mich ertappt, Seite 137.