Dienstag, 25. September 2012

Das Ende...
...des ersten Teils.

Die Idee, wie ich das Ende beschreiben könnte, kam mir beim Sport am Montag. Mitten in meinen Jazzercise-Übungen kam mir ein Satz in den Sinn, der mich alles andere vergessen liess: "Jeder Anfang ist auch ein Ende. Das Ende von XY, war der Anfang von ZZ."
Dieser Satz löste eine ganze Bilderreihe in meinem Kopf aus. Ich war so damit beschäftigt, dass ich meiner Jazzercise-Nachbarin versehentlich auf die Füsse trat - was sie mit einem Aufschrei quittierte und ich  mit einem entschuldigenden Lächeln.
Zuhause liess ich die Szene in meinem Kopf nochmals ablaufen, habe da ein Detail hinzugefügt und dort etwas abgeändert. Erst heute habe ich mich an den Computer gesetzt und die Szene geschrieben - bis jetzt. Ganze 10 Seiten lang ist das Ende des ersten Teils, der auch das Ende einer meiner Hauptpersonen bedeutet - mehr verrate ich euch dazu aber nicht.

"Hm, warum spricht sie plötzlich von einem ersten Teil?" fragen sich vielleicht einige von euch.
Das ist so: Ich habe auf meiner Storyline 15 wichtige Geschehnisse eingezeichnet. Doch nicht alle diese Punkte betreffen die gleiche Person - deshalb habe ich mich entschieden, dass ich mein Augenmerk im ersten Teil auf eine andere Person lege als im zweiten. Die Person von Teil eins kommt im zwei natürlich weiterhin vor. Im dritten und endgültigen Teil führe ich dann alle Protagonisten zusammen. Und vielleicht - ich bin mir aber noch nicht sicher - gibt es für eine weitere Hauptperson kein Happyend.

Aktueller Stand: 221 Seiten

Montag, 24. September 2012

Das Ausrufezeichen
"Schatz, warum rümpfst du eigentlich dauernd die Nase?" Die Frage meines Göttergatten lässt mich zusammen zucken und ich blicke ihn an.
"Wie bitte?"
"Du liest jetzt seit 30 Minuten in diesem Buch und verziehst praktisch jede Minute das Gesicht, als hättest du in einen sauren Apfel gebissen - was ist denn los?"
Ich reiche ihm das Buch wortlos.
Er überfliegt es und zieht die Stirn in Falten: "Warum wird in diesem Buch so viel geschrien?"
Ich lächle zufrieden.
Meine bessere Hälfte hat auf den ersten Blick erkannt, was mich am meisten gestört hat im Buch: Es enden die meisten Sätze darin mit einem Ausrufezeichen.
Im Journalismus habe ich aber gelernt, dass Ausrufezeichen in einem Text Tabu sind - ausser es schreit jemand herum oder der Satz soll einen besonderen Nachdruck erhalten!
Achtet doch mal darauf, wie oft das Ausrufezeichen in berühmten Büchern vorkommt - nämlich höchst selten. Wahrscheinlich gilt bei diesem Satzzeichen allgemein der Grundsatz: Weniger ist mehr!

Mittwoch, 19. September 2012

Kill your darlings
Ich habe den ganzen Dienstagmorgen damit verbracht meine Szene zu beschreiben - aber irgendwie ist es mir einfach nicht gelungen die richtigen Worte dafür zu finden.
Vielleicht habe ich einfach nach den perfekten Sätzen gesucht und sie natürlich nicht gefunden, denn nichts ist Perfekt.
Irgendwann beim Mittagessen ist mir dann eingefallen, was ich im Journalisten-Schreibkurs gelernt habe: Kill your darlings. Soll heissen, wenn du eine Passage, Idee, Überschrift oder einfach einen Satz über alles liebst, könnte es gut sein, dass sich genau dieser "Liebling" negativ auf deinen Schreibfluss auswirkt.
Im Journalisten-Schreibkurs habe ich gelernt, dass viele Redakteure zuerst versuchen um ihren Liebling herum zu schreiben, um ihn so zu retten - dies kann dem Text aber enorm schaden oder dazu führen, dass das Schreiben ewig dauert, was wiederum zu Demotivation führt.
Wer also einen absoluten "Liebling" hat in seinem Text, dem bleibt oft nur eine Wahl: Er muss seinen "Darling" löschen.
Ist dieser erst mal aus dem Text entfernt, kann man sich in Ruhe überlegen, wie die Geschichte weitererzählt werden sollte und kommt so bestimmt auf neue Ideen.
Im Journalismus hat mir dieser Tipp stets geholfen.
Falls ihr euch jetzt fragt, ob ich meine gelöschten "Darlings" - die übrigens in den meisten Fällen Anfänge waren -, nach dem Umschreiben wieder in den Text integrieren konnte, so lautet meine Antwort: Nein, leider niemals. Nach der Änderung haben sie einfach nicht mehr gepasst oder machten keinen Sinn mehr.

Dieses Prinzip habe ich nun auch auf meine Szene angewandt und siehe da: Der Journalisten-Tipp hilft auch beim Buch schreiben.
Es ist mir zwar unheimlich schwer gefallen, die Idee zu kippen, aber kaum hatte ich sie aus meinem Kopf gebannt, war es so, als hätte ich nun Platz für neue Einfälle geschaffen.
Das Resultat: 11 Seiten in fünf Stunden. Jupi!

Montag, 17. September 2012

Demotivation
Entschuldigt bitte.
Ich weiss, die letzte Woche war ich etwas sehr wortkarg. Der Grund lag darin, dass ich es einfach nicht geschafft habe ein einziges Wort zu schreiben. Die ganze Woche lang herrschte bei mir Demotivation und das hat sich leider auch etwas auf den Blog übertragen - nochmals Entschuldigung.
Weshalb ich mich so gefühlt habe, kann ich euch leider nicht sagen, denn eigentlich müsste ich dank dem Erreichen der 200er Grenze doch vor Ideen und Freude sprühen.
Wahrscheinlich liegt es aber tatsächlich daran, dass ich mir eingebildet habe, ab 200Seiten schreiben sich die Sätze und Seiten von selbst - was für ein Fehler.

Diese Woche hat schon mal besser angefangen, als die Letzte - mit einer genialen Idee. So gut, dass ich mich   den ganzen Abend lang damit beschäftigt habe: In meiner neuen Szene begibt sich einer meiner Hauptpersonen auf hohe See und gerät in ein heftiges Gewitter. Dieses überlebt er nur knapp, weil ein anderer sein Leben für ihn opfert.
Ich bin so begeistert von dieser Idee, dass es in meinen Fingern richtig juckt; ich habe das Gefühl, als würden tausend Ameisen durch meinen Körper laufen.
Leider ist es nun definitiv zu spät zum Schreiben und so nehme ich mir ganz fest vor, morgen ganz früh aufzustehen und die Szene nieder zu schreiben.
Mal sehen, obs klappt.

Montag, 10. September 2012

Ab 200 Seiten läufts rund...
...von da an schreibt sich das Buch von selbst - so hatte ich jedenfalls gehofft.
Die Wirklichkeit ist hart, denn obwohl ich top motiviert bin, wollen weder die Ideen noch die Worte so richtig sprudeln. Ich war zwar fast den ganzen Tag fleissig am Schreiben, aber genau so fleissig habe ich das Geschriebene auch wieder gelöscht.
Der Stand nach einem Tag Arbeit: Ich bin genau da, wo ich heute Morgen angefangen habe.
Wie frustrierend.
Müsste man nach so vielen Seiten nicht irgendwann den Dreh raus haben?
Anscheinend nicht. Dann gilt wohl wieder: Geduldig und hartnäckig bei der Sache bleiben.
Ach, ach, wird es denn nie leichter?  

Donnerstag, 6. September 2012

Die Leseprobe

Es war still in Ogron – totenstill. Ein schwarzer Singvogel, den die ersten Sonnenstrahlen geweckt hatten, streckte seinen Kopf unter dem Gefieder hervor und betrachtete das Dorf neugierig. Nichts regte sich. Wie in Zeitlupe schob das Tier seinen Kopf wieder unter seinen Flügel und schloss die Augen, um ja keinen Mucks zu machen. 
Selbst die Sonne schien an diesem Morgen blass zu sein; nur langsam stieg sie die Himmelsleiter hinauf, so als würde sie es vorziehen, an diesem todbringenden Tag nicht zu scheinen.
Knarr.
Der Vogel hob seinen Kopf erneut um nachzusehen, was die Stille durchbrochen hatte: Ein 13-jähriger Knabe war aus einem palastähnlichen schneeweissen Gebäude auf einer Anhöhe des Dorfs geschlüpft.
Er schloss die Tür.
Knarr. 
Sein schwarzes Haar war zerzaust; sein Kopf gesenkt; seine Arme hingen schlapp nach unten; die Lippen waren zu einem schmalen Strich zusammen gepresst. Eine einzelne Träne rann ihm über die rechte Wange. Ein Geräusch im Haus liess ihn zusammen zucken.
„Ich muss hier weg“, schoss es Rydan durch den Kopf. 

Montag, 3. September 2012

Geknackt
Lasst die Korken knallen.
Bringt die Torte.
Heute wird gefeiert.
Gerade habe ich meine 200ste Seite vollgeschrieben.
Ich kann es fast nicht glauben, dass ich es tatsächlich geschafft habe. Immer wieder muss ich nachsehen, ob mich meine Augen wirklich nicht getäuscht haben.
Ich könnte heulen und gleichzeitig schreien - so freue ich mich darüber.
Gerade bin ich wie wild durch das Wohnzimmer getanzt und habe von meinem Göttergatten ein Kopfschütteln geerntet.
Die letzten Stunden waren wieder einmal ein Kampf. Ich musste mehrmals aufstehen, im Zimmer auf und ab gehen, bis ich die richtigen Worte, Ideen und Szenen für mein Buch fand.
Manchmal war ich der Verzweiflung nahe; dachte schon, das wird wieder nix; und war mal wieder nah dran, den Computer aus dem Fenster zu werfen.
Zum Glück ist mein lieber Göttergatte immer da, wenn man ihn braucht und so blieb der PC auf dem Tisch und meine Laune wurde mit einem Mango-/Passionsfrucht-Eis sowie gutem Zureden aufgebessert.
Danach habe ich mich wieder voller Tatendrang an den Computer gesetzt und es hat sich gelohnt - obwohl ich für sechs Seiten sechs Stunden benötigt habe, habe ich endlich die 200er Marke geknackt.
Dies zeigt mir wieder mal, dass man für manche Dinge einfach Geduld und Ausdauer braucht.


Um meine 200ste Seite zu feiern, habe ich mich entschieden, in den nächsten Tagen eine kurze Leseprobe zu veröffentlichen. Ich muss mich aber noch entscheiden, welche Stelle im Buch die geeignetste und natürlich die Beste ist zum Lesen.