Montag, 24. September 2012

Das Ausrufezeichen
"Schatz, warum rümpfst du eigentlich dauernd die Nase?" Die Frage meines Göttergatten lässt mich zusammen zucken und ich blicke ihn an.
"Wie bitte?"
"Du liest jetzt seit 30 Minuten in diesem Buch und verziehst praktisch jede Minute das Gesicht, als hättest du in einen sauren Apfel gebissen - was ist denn los?"
Ich reiche ihm das Buch wortlos.
Er überfliegt es und zieht die Stirn in Falten: "Warum wird in diesem Buch so viel geschrien?"
Ich lächle zufrieden.
Meine bessere Hälfte hat auf den ersten Blick erkannt, was mich am meisten gestört hat im Buch: Es enden die meisten Sätze darin mit einem Ausrufezeichen.
Im Journalismus habe ich aber gelernt, dass Ausrufezeichen in einem Text Tabu sind - ausser es schreit jemand herum oder der Satz soll einen besonderen Nachdruck erhalten!
Achtet doch mal darauf, wie oft das Ausrufezeichen in berühmten Büchern vorkommt - nämlich höchst selten. Wahrscheinlich gilt bei diesem Satzzeichen allgemein der Grundsatz: Weniger ist mehr!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen