Mittwoch, 19. September 2012

Kill your darlings
Ich habe den ganzen Dienstagmorgen damit verbracht meine Szene zu beschreiben - aber irgendwie ist es mir einfach nicht gelungen die richtigen Worte dafür zu finden.
Vielleicht habe ich einfach nach den perfekten Sätzen gesucht und sie natürlich nicht gefunden, denn nichts ist Perfekt.
Irgendwann beim Mittagessen ist mir dann eingefallen, was ich im Journalisten-Schreibkurs gelernt habe: Kill your darlings. Soll heissen, wenn du eine Passage, Idee, Überschrift oder einfach einen Satz über alles liebst, könnte es gut sein, dass sich genau dieser "Liebling" negativ auf deinen Schreibfluss auswirkt.
Im Journalisten-Schreibkurs habe ich gelernt, dass viele Redakteure zuerst versuchen um ihren Liebling herum zu schreiben, um ihn so zu retten - dies kann dem Text aber enorm schaden oder dazu führen, dass das Schreiben ewig dauert, was wiederum zu Demotivation führt.
Wer also einen absoluten "Liebling" hat in seinem Text, dem bleibt oft nur eine Wahl: Er muss seinen "Darling" löschen.
Ist dieser erst mal aus dem Text entfernt, kann man sich in Ruhe überlegen, wie die Geschichte weitererzählt werden sollte und kommt so bestimmt auf neue Ideen.
Im Journalismus hat mir dieser Tipp stets geholfen.
Falls ihr euch jetzt fragt, ob ich meine gelöschten "Darlings" - die übrigens in den meisten Fällen Anfänge waren -, nach dem Umschreiben wieder in den Text integrieren konnte, so lautet meine Antwort: Nein, leider niemals. Nach der Änderung haben sie einfach nicht mehr gepasst oder machten keinen Sinn mehr.

Dieses Prinzip habe ich nun auch auf meine Szene angewandt und siehe da: Der Journalisten-Tipp hilft auch beim Buch schreiben.
Es ist mir zwar unheimlich schwer gefallen, die Idee zu kippen, aber kaum hatte ich sie aus meinem Kopf gebannt, war es so, als hätte ich nun Platz für neue Einfälle geschaffen.
Das Resultat: 11 Seiten in fünf Stunden. Jupi!

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