Dienstag, 30. Oktober 2012

Flucht gelungen
Uff, mein Held hat es geschafft. Er hat seine Verfolger fürs erste spektakulär abgeschüttelt und konnte aus der Stadt fliehen. Mehr als 5 Seiten habe ich für dieses Kapitel benötigt - drei davon habe ich heute geschrieben, zwei am letzten Wochenende. Vielleicht ist die Szene etwas zu detailliert ausgefallen, aber fürs erste lasse ich das mal so. Überarbeiten und damit auch streichen, werde ich erst am Schluss, wenn ich mit dem 1. Teil fertig bin.
Eigentlich müsste ich zufrieden sein: Ich habe meine 5 Seiten erreicht. Aber da die Fluchtszene so gut lief, hatte ich gehofft, dass ich diese Woche mehr schaffen könnte. Da sich mein Kopf vor lauter Schreiben und aus Schlafmangel (doofer Vollmond) aber leer anfühlt, muss ich für heute das Handtuch werfen. Mal sehen, vielleicht packt mich ja an einem der nächsten Abende wieder die Schreiblust und ich komme doch noch etwas mehr vorwärts. Mal sehen...

Montag, 29. Oktober 2012

Nur eine Idee aufs Mal?
"Schatz, wieso verziehst du dein Gesicht zu so einer hässlichen Fratze?" Mein Göttergatte stupst mich mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht in die Seite.
Er erntet von mir nur ein Brummeln.
"Was ist denn los?"
"Ich habe eine tolle Idee und es juckt mich richtig sie nieder zu schreiben."
"Ähm", er wirft mir einen verwirrten Blick zu, "was ist daran schlecht?"
"Sie ist für ein komplett neues Buch. Ich kann sie in meinem jetzigen Werk nicht einbauen, weil sie in einem ganz alten Genre spielt."
"Ist doch egal. Fang doch einfach ein neues Buch an und arbeite abwechslungsweise an zwei Geschichten."
Grummel.
"Da verzettle ich mich doch nur. Ausserdem kann ich mich dann auf etwas freuen, wenn ich mit meiner ersten Geschichte zu Ende bin."
Er lacht. Warum lacht denn der doofe Kerl jetzt? So witzig war meine Antwort wirklich nicht.
"Es ist so schön, dass du genau die gleichen Probleme hast wie ich", meint er nur.
Nun bin ich es, die ihn verwirrt ansieht.
"Bei meinem Game, das ich programmiere, habe ich auch immer wieder neue Ideen und jede scheint auf den ersten Blick besser zu sein als die Andere. Ich habe schon viel Zeit verloren, weil ich jede Idee verfolgt habe, statt mir vorher zu überlegen, ob sie wirklich Sinn macht für mein Game."
Irgendwie tut es gut, dass es anderen genau gleich geht. Findet ihr nicht?

Ich kenne Schreibwütige, die gleichzeitig an zwei Werken schreiben und damit keine Probleme haben. Im Gegenteil: Sie fühlen sich dadurch sogar angespornt. Sie schreiben immer an jener Geschichte weiter, bei denen ihnen gerade etwas einfällt.
Tja, und was machen die wohl, wenn bei keiner der beiden Geschichten die Ideen fliessen?

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Die Fluchtszene
Ich hatte mir ganz fest vorgenommen am Dienstag fünf Seiten zu schreiben - wenn möglich sogar mehr.
Obwohl ich den Wecker am Abend zuvor auf 7 Uhr früh gestellt habe, habe ich erst um 16 Uhr mit dem Schreiben begonnen. Die verstrichene Zeit habe ich nicht etwa mit Schlafen verbracht, sondern mit surfen: Immer wieder habe ich auf dem Internet etwas entdeckt, dass ich noch schnell lesen oder anschauen wollte. Aus "schnell lesen" wurde bald einmal eine Stunde, dann zwei und Schwups war der Morgen auch schon vorbei.
Am Nachmittag lief es leider nicht viel besser: Statt des Internets zog mich der Fernseher mit einer uralten Fernsehserie (Drei Engel für Charlie http://www.youtube.com/watch?v=OGXj_2c08FU) in seinen Bann.
Irgendwann gab ich mir einen Ruck und öffnete mein Dokument auf dem Computer. Denkt aber nicht, dass ich jetzt mit dem Schreiben begonnen hätte...
Nein, ich liess wieder eine satte Stunde verstreichen, indem ich dümmlich auf das Word-Dokument starrte. Mein Göttergatte behauptet steif und fest, ich hätte versucht das leere Papier mit meinen Blicken zu bezwingen, damit es sich von selbst füllt, so konzentriert hätte ich darauf gestarrt. Ich sag dazu nur: Geklappt hat es auf jeden Fall nicht - also nicht Nachmachen.
Als es 16 Uhr schlug, bin ich aus meiner Starre erwacht und hatte Panik.
"Jetzt musst du innerhalb kurzer Zeit 5 Seiten füllen; das hast du ja wieder super gemacht", schoss es mir durch den Kopf.
Diese Gedanken haben mich tatsächlich angespornt und endlich flogen die Finger - zwar nur gemächlich aber immerhin - über die Tasten.

Meinen nächsten Protagonisten wollte ich eigentlich mit kurzen Sätzen einleiten sowie einer kurzen Verfolgungsszene. Der fiese Kerl fand das aber nicht so toll und stattdessen tritt er nun gemütlich aus einem Haus auf die Strasse, stopft sich sein Hemd in die Tasche und rempelt auch noch rotzfrech den Feind an, bis er mir dann endlich gehorcht und die Flucht ergreift.

Um 22 Uhr hatte ich meine 5 Seiten endlich voll. Die "kurze" Fluchtszene konnte ich am Dienstag jedoch nicht ganz beenden und so habe ich mein nächstes Ziel für nächste Woche vor Augen. Bin nun gespannt, ob mein Protagonist - er heisst übrigens Edraith (ist ein "fremdländischer Name") - dann tut, was ich will oder ob er wieder selbst das Steuer in die Hand nimmt. 

Montag, 22. Oktober 2012

Zurück
Und schon sind die Ferien vorbei; wie schnell doch die Zeit vergeht.
So richtig erholt, beziehungsweise Schreibfit fühle ich mich noch nicht. Tja, das spielt aber keine Rolle, denn morgen setze ich mich wieder an den Computer und schreibe weiter. Heute lasse ich mir die Szene nochmals durch den Kopf gehen, damit ich sie morgen leichter und schneller zu Papier bringen kann.
Die Idee zu dieser Szene kam mir in den Ferien - dank meines Göttergatten.
Ich hatte wieder mal einen meiner Tiefpunkte erreicht und mich insgeheim gefragt, ob ich es wirklich schaffe, meine Geschichte jemals zu Ende zu bringen oder ob ich es nicht einfach sein lassen soll und das Leben ohne Druck geniessen. Denn, obwohl ich schon über 200 Seiten geschrieben habe, bin ich in der Story noch nirgends; meine bessere Hälfte muss mir meine Zweifel wieder einmal angesehen haben: Eines Abends sah er mich mit diesem Blick an, mit dem er mir bis in die Seele sehen kann und fragte: "Wie weit bist du eigentlich mit deinem Buch? Was passiert als nächstes?"

Vielleicht erinnert ihr euch, vor den Ferien erreichte einer meiner Protagonisten, Rydan, eine Stadt und gelangte mit etwas Hilfe auch hinein. Nun muss er die Stadt ausspionieren und Schwachstellen finden, wie er sie zerstören könnte. Im Kopf habe ich die Szene und sehe genau, was nun geschieht - aber in der Woche vor den Ferien fand ich einfach die Worte nicht, um die Szene auch auf Papier zu bringen. Von dieser Szene und meinem Problem mit ihr habe ich meinem Göttergatten erzählt. Dabei ist mir aufgefallen, dass einer meiner Protagonisten - der Angeber Edraith Amar - schon lange nicht mehr im Buch vorgekommen ist; dies brachte mich auf die Idee, statt mich auf die Szene in der Stadt zu versteifen, doch einfach bei Edraith Amar weiter zu schreiben. Bei ihm wird es jetzt nämlich auch spannend, da er auf der Abschussliste des Herrschers steht... Ich hoffe, es gelingt mir, die Flucht von Edraith Amar glaubwürdig und vor allem fesselnd in Worte zu fassen. Und wenn nicht, frage ich meinen Schatz um Hilfe, vielleicht komme ich im Gespräch  mit ihm wieder auf eine tolle Idee. 

Sonntag, 14. Oktober 2012

Ferien
Liebe Blog-Leser

Irgendwann kommt die Zeit, da braucht man einfach mal eine Pause. Diese Auszeit gönne ich mir nun und mache einfach mal eine Woche Ferien in der schönen Schweiz - ohne Computer, ohne Notizbuch, ohne meine Buchfiguren, aber mit ganz viel Büchern.

Ich hoffe, Ihr seht nächste Woche wieder bei mir rein und wünsche euch eine ganz tolle Woche.

Bis bald, Regina

Montag, 8. Oktober 2012

Richtig kritisieren
Jeder hat eine Meinung und jeder weiss, wie es besser geht.
Kritik ist grundsätzlich eine gute Sache, hilft sie doch dem anderen Menschen, Fehler zu erkennen und sich weiter zu entwickeln. Trotzdem freuen sich die Wenigsten über Kritik, ist sie doch unangenehm meist sogar demotivierend - vor allem dann, wenn ein Text bemängelt wird, in den man viel Herzblut gesteckt hat.


Deshalb gibt es auch beim kritisieren Regeln, die man beachten sollte:

  • Zuerst einmal sollte man sich bewusst sein, dass jeder seinen eigenen Schreibstil hat, ob einem dieser gefällt ist Geschmacksache - ihn aber zu kritisieren ist ein absolutes "No-Go".
  • Bevor kritisiert wird, sollten zuerst die Vorteile eines Textes aufgezählt werden, also was man daran besonders mag, wer einem sympathisch ist, wo man gelacht hat und welche Beschreibungen man sehr gelungen findet. So zeigt man dem Autor, dass er doch etwas richtig gemacht hat und demotiviert ihn nicht ganz. 
  • Immer sachlich bleiben und nie die Kritik auf der persönlichen Ebene austragen
  • Sei dir immer bewusst, dass du etwas nicht gut findest - deshalb schreib immer "mir gefällt nicht" oder "ich finde" und nicht etwa: "das versteht man doch nicht".



Achte beim Kritisieren darauf:

  • Verstehe ich alles?
  • Macht das Geschriebene Sinn?
  • Wie ist der Lesefluss (stolpere ich irgendwo)?
  • Stimmt die Rechtschreibung/Zeichensetzung?
  • Gibt es Wortwiederholungen?
  • Reagieren die Personen so, wie sie charakterlich beschrieben wurden?
  • Merke ich anhand der Beschreibung gut genug, wie sich eine Person fühlt?
  • Weiss ich, wer gerade spricht?
  • Stimmen Zeiten und Abläufe?
  • Wurde eine Szene/Detail wirklich so einfach wie möglich beschrieben?
  • Wird etwas beschrieben, was eigentlich unnötig ist? Bspw. mit welcher Hand der Held zum Abschied winkt.
  • Sind die W-Fragen (Was, Warum, Wozu, Wie, Wer, Wann, Wo Womit) ausreichend beantwortet?


Dienstag, 2. Oktober 2012

Weiter beim "Anfang"
Heute habe ich bei meinem Anfang weiter geschrieben und versucht, mich etwas weiter zum Mittelteil vor zu arbeiten. Ich bin sieben Seiten weiter gekommen, aber leider noch immer sehr weit vom Mittelteil entfernt; ich sehe ihn aber schon in greifbarer Nähe.
Im Kapitel, das ich heute geschrieben habe, erreicht Rydan (einer meiner Protagonisten) eine Stadt, die sich offen gegen den Herrscher des Landes stellt. Seine Aufgabe ist es, die Stadt auszuspionieren sowie ihre Schwachstellen zu finden ohne dabei aufzufallen. Dies wird jedoch schwer: Rydan hat sich als Bettler verkleidet; Menschen in zerschlissenen Kleidern gibt es in dieser Stadt jedoch nicht mehr...
Ganz so weit bin ich mit dem Schreiben aber nicht gekommen. Rydan erreicht die Stadt und gelangt - dank etwas Hilfe - auch hinein, aber um die mittelalterliche Stadt so gut wie möglich beschreiben zu können, habe ich etliche Stunden im Internet verbracht und recherchiert.
Eigentlich weiss ich nicht, warum ich mir die Mühe mache, denn da meine Geschichte in einem erfundenen Land spielt, kann die Stadt eigentlich auch total unrealistisch aussehen - aber es ist eben einfacher, etwas zu beschreiben, dass man auch wirklich mit allen Details vor sich auf dem Bildschirm sieht, als etwas ganz Neues zu erfinden.

Damit wäre ich bei 228 Seiten und weiss bereits, was ich nächste Woche wie beschreiben werde. Für heute ist jedenfalls erst einmal Schluss. 
Satzzeichen
Ich kann mich noch gut an meine Anfangszeit im Journalismus erinnern: Ich stolzierte mit geschwellter Brust herum; schrieb ellenlange Artikel, die aber wenig aussagten; feilte stundenlang an einem Satz; blieb freiwillig bis spät in die Nacht in der Redaktion, um zu sehen, wo mein Text in der Zeitung platziert wurde; sammelte all meine Artikel und hielt sie für Kunstwerke. 
Ein Jahr lang fühlte ich mich wie ein Duracell-Hase. Dann bestellte mich mein Chef in sein Büro. Vor ihm lag ein Stapel meiner Artikel.
"Du warst dieses Jahr aber fleissig", sagte er und nickte anerkennend. 
Ich wuchs in meinem Stuhl um mindestens 5 Zentimeter; auf dem Gesicht ein dümmliches Grinsen.
"Aber..."
Meine Schultern sanken nach vorne - nun fühlte ich mich 10 Zentimeter kleiner. 
"...etwas mehr Qualität wäre schön", meinte er. 
Ich fühlte mich, als hätte er mir in den Bauch geschlagen. Mir blieb die Luft weg. Die Tränen stiegen mir in die Augen.
Was hatte ich nur falsch gemacht? Hatte ich Unwahrheiten verbreitet? 
Mein Kopf wurde heiss und ich wusste, dass er knallrot angelaufen war. 
"Versteh mich nicht falsch: Deine Artikel sind gut, aber du könntest noch viel mehr herausholen, wenn du mehr mit Satzzeichen arbeiten würdest. Immer nur Komma, Punkt und sehr selten ein Gedankenstrich machen den Text langweilig -arbeite mehr mit den Satzzeichen, so wird dein Text automatisch besser, verständlicher und spannender zum Lesen", riet er mir und fügte hinzu: "versuch auch dich kürzer zu halten. Prägnante Beschreibungen sind interessanter, als lange, mühsame Umschreibungen."
Obwohl mich diese Kritik zuerst erschütterte, bin ich meinem Chef im Nachhinein sehr dankbar. 
Dadurch habe ich erkannt, dass Satzzeichen sehr wichtig sind, um Sätze oder Texte zu strukturieren. Denn sie unterteilen den Text in sinnvolle Abschnitte und lassen den Leser kurz inne halten - somit sind sie wichtige Hilfsmittel, die Sätze/Texte verständlicher machen. 

Seither habe ich mein Leseverhalten verändert - ich achte in einem Buch auch darauf, wie ein Autor schreibt. Dabei ist mir aufgefallen, dass mir das Lesen einfacher fällt und ich es spannender finde, wenn der Autor vermehrt Satzzeichen wie Doppelpunkt, Gedankenstrich, Fragezeichen sowie Strichpunkt einsetzt und nicht nur Punkt sowie Komma.

Übrigens: Meine "Kunstwerke" habe ich mittlerweile alle entsorgt - sie waren einfach zu schlecht geschrieben. 

Damit ihr Satzzeichen richtig einsetzt, hier einige Links: