Montag, 29. Oktober 2012

Nur eine Idee aufs Mal?
"Schatz, wieso verziehst du dein Gesicht zu so einer hässlichen Fratze?" Mein Göttergatte stupst mich mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht in die Seite.
Er erntet von mir nur ein Brummeln.
"Was ist denn los?"
"Ich habe eine tolle Idee und es juckt mich richtig sie nieder zu schreiben."
"Ähm", er wirft mir einen verwirrten Blick zu, "was ist daran schlecht?"
"Sie ist für ein komplett neues Buch. Ich kann sie in meinem jetzigen Werk nicht einbauen, weil sie in einem ganz alten Genre spielt."
"Ist doch egal. Fang doch einfach ein neues Buch an und arbeite abwechslungsweise an zwei Geschichten."
Grummel.
"Da verzettle ich mich doch nur. Ausserdem kann ich mich dann auf etwas freuen, wenn ich mit meiner ersten Geschichte zu Ende bin."
Er lacht. Warum lacht denn der doofe Kerl jetzt? So witzig war meine Antwort wirklich nicht.
"Es ist so schön, dass du genau die gleichen Probleme hast wie ich", meint er nur.
Nun bin ich es, die ihn verwirrt ansieht.
"Bei meinem Game, das ich programmiere, habe ich auch immer wieder neue Ideen und jede scheint auf den ersten Blick besser zu sein als die Andere. Ich habe schon viel Zeit verloren, weil ich jede Idee verfolgt habe, statt mir vorher zu überlegen, ob sie wirklich Sinn macht für mein Game."
Irgendwie tut es gut, dass es anderen genau gleich geht. Findet ihr nicht?

Ich kenne Schreibwütige, die gleichzeitig an zwei Werken schreiben und damit keine Probleme haben. Im Gegenteil: Sie fühlen sich dadurch sogar angespornt. Sie schreiben immer an jener Geschichte weiter, bei denen ihnen gerade etwas einfällt.
Tja, und was machen die wohl, wenn bei keiner der beiden Geschichten die Ideen fliessen?

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