Montag, 16. September 2013

Übung macht den Meister
Jupi, heute hatte ich endlich Zeit, mich meinem Buchprojekt zu widmen.
Ich war bereits um 6Uhr früh wach, der Kleine schläft momentan bis 8h, -zwei Stunden, um mal wieder so richtig in die Tasten zu hauen.
Voller Elan setzte ich mich an den Computer; ich knackte mit meinen Fingern; setzte die Brille auf; stellte eine Tasse Kaffee neben mich und biss in eine Scheibe Brot - ich war gewappnet für den Schreibmarathon. Doch irgenwie hatten meine Finger nicht mitbekommen, was ich mir an diesem Morgen vorgenommen hatte - sie schwebten bewegungslos über der Tastatur und ignorierten jeden Befehl von mir, doch endlich zu arbeiten. Nach 30 Minuten Nichtstun sagte ich diesen zehn Faulenzern lautstark die Meinung mit dem Resultat, dass mir mein Göttergatte einer seiner "Die spinnt doch"-Blicke zuwarf und die Finger immer noch untätig herum hingen. Also blieb mir nichts anders übrig, als das zuletzt geschriebene Kapitel nochmals zu lesen und endlich kam der Geistesblitz. Meine zehn Helferlein flogen über die Tasten: Sie schrieben Wörter, verbesserten Sätze und stellten Szenen um.
"Wuuuaaah!" Pünktlich um 8 Uhr riss mich mein kleiner Wurm aus den Gedanken. Zeit also, um ein Fazit zu ziehen.

Oha, wie peinlich: In 1,5 Stunden habe ich gerade vier Sätze zu Stande gebracht!
Was hatte ich nach der langen Schreibpause auch erwartet - schliesslich braucht auch das Schreiben Übung. Das ging mir in meiner Zeit als Journalistin ja auch nicht anders - da brauchte ich nach langen Ferien auch immer etwas Zeit, bis ich mich wieder richtig artikulieren konnte und bis ich mein Schreibtempo wieder gefunden hatte.
Wenn ihr also an etwas schreibt, dann versucht regelmässig daran zu arbeiten, damit ihr nicht so wie ich aus der Übung kommt. 

Montag, 24. Juni 2013

Das Kind und die Geschichte 
In der Hand hielt Carrfia das schwarze Buch mit dem goldenen Faden – die Legende von Ûgarth.
Sanjia fasste danach und drehte das Buch hin und her. Sie öffnete es und betrachtete den goldenen Faden. Vorsichtig zog sie daran. 
Carrfia kreischte: „Was machst du da! Wenn du es kaputt machst, müssen wir es bezahlen.“
Sanjia fuhr unbeirrt fort. 
„Darunter sind Buchstaben“, rief sie erstaunt und riss weiter.Als sie die Innenseite des Umschlags vom Faden befreit hatte, rollte der Ledereinband wie von selbst nach oben sowie nach unten; er gab den Blick auf eine vollgeschriebene, vergilbte Pergamentseite frei.
Mit zwei Fingern zog Sanjia an der Seite. Dahinter kam ein weiteres Papier zum Vorschein. Auch diese löste sie vorsichtig aus dem Buch; schliesslich lagen vier dünne Seiten in ihrem Schoss.

„Hm, was für eine merkwürdige Schrift.....

"Uuuaaah!"
Keine Reaktion.
"Uuuuuuuuaaaaaaahhhhhhhmmmmmmmaaaa!"
Ich zucke erschrocken zusammen und sehe vom Computer auf.
"Was ist denn los?"
"Gjangja."
"Ach, du hast eine volle Windel, mein Kleiner."
Mit solchen Rufen, beziehungsweise Schreien, hat mich mein Sohn seit meinem letzten Post immer wieder vom Schreiben zurück in die Realität geholt - deshalb bin ich in drei Wochen nur gerade eine Seite weiter gekommen. Wenn das so weiter geht, dann werde ich mein Buch wohl nie zu Ende bringen. 

Freitag, 31. Mai 2013

Wann sollte überarbeitet werden?
Die letzte Woche habe ich einige Szenen nochmals gelesen. Dies hat mich total frustriert: Waren einige Szenen lediglich zu schlecht beschrieben, fand ich andere einfach nur doof - deshalb war ich mir nicht sicher, ob ich nicht doch noch alles hinschmeissen sollte.

"Auf keinen Fall!" musste ich mir von einer Freundin anhören, die regelmässig Bücher schreibt. "Irgendwann zweifelt fast jeder einmal an seinen Schreibfähigkeiten - aber dann heisst es "Gring ache u seckle" (Kopf runter und weiter rennen)." Dieses Zitat stammt von der Schweizer Mittel- und Langstreckenläuferin Anita Weyermann, die damit einem Journalisten erklärt hatte, wie sie an der Leichtathletik-WM 1997 die Bronzemedaille gewonnen hatte.     
http://de.wikipedia.org/wiki/Anita_Weyermann
Was wäre wohl passiert, hätte Weyermann damals nach hinten gesehen? Wäre sie gestolpert? 
Viele Autoren fallen laut meiner Schreiber-Freundin über ihre eigenen Beine, weil sie sozusagen beim Laufen nach hinten blicken: Sie verschwenden unendlich viel Zeit für die Überarbeitung - weil der Text perfekt sein soll, was er aber selten ist - weshalb den Autoren die Lust am Schreiben vergeht.  

Deshalb gilt beim Schreiben wie beim Langstreckenlaufen: Durchhalten! Das Buch zu Ende bringen, bevor man sich ans Überarbeiten macht. So bleibt die Motivation und die Freude am Schreiben bis zuletzt erhalten und mit dem Gefühl "es geschafft zu haben" macht es auch mehr Spass an seiner Geschichte herum zu feilen.
Ebenfalls für das Überarbeiten ganz am Schluss spricht, dass Unstimmigkeiten eher auffallen.

Diese Erklärungen meiner Autorenfreundin leuchten mir ein, weshalb ich ihren Rat nun beherzige und mit dem Überarbeiten warte, bis ich mein Ziel erreicht habe. 

Montag, 13. Mai 2013

Zurück aus der Babypause
"Sag mal, was macht eigentlich dein Buchprojekt?" wollte meine Chefin von mir wissen, als ich während meines Mutterschaftsurlaubs kürzlich im Büro vorbei geschaut habe.
"Es schläft tief und fest - im Gegensatz zu mir, denn der Kleine ist nachts immer noch oft wach."
"Wolltest du Ende März nicht weiter schreiben? So steht es jedenfalls in deinem Blog", fragte sie weiter.
Wollte ich das wirklich? Daran kann ich mich - wahrscheinlich wegen der Stilldemenz (http://www.news.de/gesundheit/855176867/wenn-mamas-unter-blackout-leiden/1/) - gar nicht mehr erinnern. Doch ein Blick auf den letzten Blog-Eintrag zeigt, dass ich mir das tatsächlich fest vorgenommen hatte. Wie peinlich, dass ich das vergessen hatte.
Die Worte meiner lieben Chefin haben mich aufgerüttelt; kurzerhand habe ich Omi und Opi engagiert am Montag auf den Kleinen aufzupassen, damit ich mein Buch aus dem Dornröschen-Schlaf aufwecken kann.

Ganz so einfach war es nicht: Nach drei Monaten Schreibpause, musste ich mich erstmals wieder einlesen - statt wie sonst die letzten 5 Seiten zu lesen, habe ich nun die letzten 20 Seiten gelesen.
Bereits nach einer Seite lesen war für mich klar: "Da musst du nochmals ran."
Die Szene war einfach zu schlecht sowie ungenau beschrieben. Fast so, als hätte ich es eilig gehabt weiter zu kommen; fast wie ein verspäteter Zugführer, der versucht die verlorene Zeit mit ganz kurzen Stopps wieder aufzuholen.
Mit Tatendrang machte ich mich ans Werk. Nach drei Stunden war ich mit dem Resultat zufrieden: Die Szene ist genauer sowie ausführlicher beschrieben und ich bin mit relativ wenig Aufwand 4 Seiten weiter gekommen.
Trotz des Erfolgs nagt ein Gedanke an mir: Wie gut würden andere Szenen meine Kritik überstehen, wenn ich sie jetzt, da ich genügend Abstand hatte, nochmals lesen würde?
Soll ich sie nochmals lesen und dann überarbeiten? 

Montag, 4. März 2013

Babypause
Bestimmt habt ihr euch schon gewundert, weshalb ihr nichts mehr von mir lest.
Der Grund ist 50cm gross und hält mich seit seiner Geburt auf Trab beziehungsweise lässt mich kaum bis wenig schlafen - deshalb fehlt mir momentan die Energie an meinem Buchprojekt weiter zu schreiben.
Ich habe mir aber vorgenommen, dass die Babypause nur bis Ende März dauert und ich dann wieder fleissig ans Werk gehe. 

Montag, 18. Februar 2013

Karteikarten
"Wie kannst du nur mit einem Notizblock arbeiten, da fehlt einem doch die Flexibilität", fragt mich eine Schreibkollegin und sieht von meinen Notizen auf.
"Flexibilität? Hä?"
Sie lacht.
"Musstest du noch nie eine Szene verschieben, weil sie an der Stelle, an der du sie geplant hattest, einfach nicht hingepasst hat?"
"Doch, natürlich."
"Eben. Und auf einem Notizblock ist das doch schwer möglich. Viel besser geht das mit Karteikarten, vor allem wenn man in der Story so wie du mehrere Handlungsstränge hat und mehrere unabhängig voneinander operierende Protagonisten."
Als Beispiel führt sie das Buch "Herr der Ringe" an, in dem Sam und Frodo alleine weiter ziehen, während Merry und Pippin verschleppt werden. Mit den Karteikarten (farbig markiert je Gruppe) kann man eine Szene so lange hin und herschieben, bis alles stimmig ist und man sich Gedanken über die Wirkung einzelner Szenen zu bestimmten Zeitpunkten gemacht hat.
Sie hat Recht, die Idee mit den Karteikarten ist wirklich nicht schlecht - aber es passt irgendwie nicht zu mir und ich hätte Angst, dass ich die ein oder andere Karte verlieren würde. 

Mittwoch, 13. Februar 2013

Strategie Hintergrundgeschichte
Damit ich keine Zeit mehr damit verliere, mir während des Schreibens zu überlegen, wie eine Stadt genau aussieht. Habe ich mir die letzte und diese Woche über die meisten Dörfer und Städte auf meiner Karte Notizen gemacht:
- Wie sieht die Stadt aus?
- Grösse?
- Bewohner?
- Was für eine Sprache/Dialekt hat die Bevölkerung?
- Kleider und Frisuren?
- Was für Geschäfte gibt es da?
- Wer sind die wichtigsten Leute in dieser Stadt?

Jetzt hoffe ich, dass mir diese Hintergrundinformationen beim Weiterschreiben helfen werden und ich die dadurch verlorene Zeit wieder gut machen kann, weil ich diese Überlegungen nicht mehr tun muss. 

Mittwoch, 30. Januar 2013

Strategie Beobachten
Diese Strategie war für die Katz. Gerade mal eine Seite weiter hat es mich gebracht, die Reaktionen der Protagonisten so zu überarbeiten, dass sie realistischer wirken. Nun gut, ich weiss jetzt besser, wie sie bei welchen Situationen reagieren sollten - also war das Beobachten wohl doch nicht umsonst und eigentlich geht es ja auch nicht darum, sinnlos Seiten zu füllen. 

Obwohl mir diese Strategie nicht ganz den gewünschten Effekt gebracht hat, habe ich doch etwas Erfreuliches zu melden: Ich bin jetzt auf Seite 301! Endlich habe ich wieder eine hunderter Marke geknackt - das macht Spass und motiviert. 


Montag, 28. Januar 2013

Das KISS-Prinzip
"Keep it simple and stupid - gestalte es kurz und einfach."
Dieser Satz wurde mir am ersten Tag an der Journalistenschule eingebläut. Weil Journis in ihren Artikeln immer auch eine Botschaft mitgeben möchten, ist es sehr wichtig, dass der Leser den Text bis zu Ende liest. Studien haben ergeben, dass Leser kurze und einfache Texte eher bis zum Schluss lesen, als lange und komplizierte.
Ausserdem haben mir meine Lehrer - langjährige Journalisten - beigebracht, dass es immer besser ist, etwas einfach zu sagen und lange Schachtelsätze zu vermeiden. Vielleicht denkt ihr, das KISS-Prinzip gilt bei einem Buch nicht. Da kann ich euch nur halbherzig wieder sprechen. Denkt daran: Viele potentielle Leser schauen sich ein Buch vorher an. Ist es ihnen zu kompliziert geschrieben, könnte dies ein Grund sein, weshalb es nicht in ihrem Bücherregal landet.


Meiner Meinung nach ist das KISS-Prinzip einer der Gründe, weshalb Bücher wie Harry Potter so erfolgreich waren - jeder versteht, um was es darin geht.

Dienstag, 22. Januar 2013

Strategie - Beobachten
Uah, die letzten Tage war extrem viel bei mir los und leider geht es auch in der zweiten Wochenhälfte stressig weiter - deshalb war ich heute einfach zu müde zum Schreiben.
Was natürlich nicht bedeutet, dass ich untätig war. Ich habe mich heute meiner Strategie "Beobachten" gewidmet: Dazu habe ich mir einen Film ausgeliehen, den ich mir normalerweise nie ansehen würde und habe mich mit dem Notizheft auf das Sofa gesetzt.
Als Aufgabe habe ich mir gestellt, die Protagonisten zu beobachten:

- Was für eine Mimik haben sie?
- Wo sind die Hände? Was tun diese?
- Was für Ticks haben sie?
- Wie reagieren sie und warum?
- Wie lang sind die Dialoge?
- Wie viel sehe ich von der Umgebung, wen die Protagonisten miteinander reden? Passiert dann etwas im Hintergrund?
- Welche Geschehnisse haben mich besonders erstaunt?
- Was genau hat mich an der Geschichte gepackt?
- Oder warum war es mir langweilig?

Als nächsten Schritt habe ich mir überlegt, wie meine Protagonisten im Film reagieren würden. Kann ich als Fernsehzuschauer nachvollziehen, warum sie so reagieren. Wenn nicht: Was braucht es, damit dies verständlich ist, beziehungsweise was für Hintergrundinformationen muss ich einfliessen lassen, damit dies klar ist und habe ich diese Infos auch im Buch geschrieben.
In einem dritten Schritt habe ich mir überlegt, welche Szenen ich nach meinen Beobachtungen nochmals überarbeiten muss und da ist doch so einiges zusammen gekommen. 

Montag, 21. Januar 2013

Der Begleitsatz
Der Begleitsatz zeigt uns, wer etwas sagt und wie dieser jemand spricht. Er kann vorne, in der Mitte oder hinten stehen.

Bevor ich Journalistin wurde, habe ich mich immer darüber geärgert, dass der Begleitsatz in Artikeln ein schlichtes sagt XY war. Nicht einmal haben die einfallsreichen Journalisten nach einem besseren Begleitsatz gesucht - dies, so schwor ich mir anfang meiner Schreiber-Karriere, werde ich anders machen.
Gesagt getan: Statt sagt, verwendete ich fragt, erklärt oder meint.
Dafür erntete ich nicht etwa ein Lob, sondern nur Kopfschütteln von meinem Vorgesetzten.

Seine Argumente gegen meine Varianten:

  1. Der Leser merkt anhand des Zitats selbst, ob es sich beispielsweise um eine Frage oder eine Erklärung handelt und mag es deshalb nicht, wenn er merkt, dass der Leser ihn ganz offensichtlich für dumm hält.
    Beispiel: "Wo gehst du hin?" oder bei: "Das macht man doch nicht so, sondern so." "Wo gehst du hin?" fragt Mario. Dieser Begleitsatz ist eigentlich nur nötig, wenn nicht klar ersichtlich wird, wer da genau spricht. 
  2. Das "sagt" darf dann ersetzt werden, wenn es eine Stimmung des Sprechenden wiedergibt. Beispielsweise, wenn der Sprechende schreit, weint, lacht, seufzt usw. Diese Begleiter kommen in einem Artikel aber praktisch nie vor. Einmal ergab es sich aber dennoch, dass ich in meinem Artikel jemand zitieren konnte, wie er sich freut:
    "Nach zehn Jahren hin und her, haben wir es endlich geschafft", lacht Gemeindepräsident XY.
    Der Kopf meines Chefs lief bei diesem Satz hochrot an: "Bist du schon mal jemandem begegnet, der etwas lachend von sich gibt? Wenn jemand beim lachen spricht, so ist das sehr abgehackt und kommt stossweise - niemand spricht so!" Leider ist mir seither wirklich noch nie jemand begegnet, der beim Sprechen lacht.
    Richtig heisst es: "Nach zehn Jahren hin und her, haben wir es endlich geschafft", sagt Gemeindepräsident XY und lacht. 
  3. Dieses Argument zählt nur in Büchern! Bei Dialogen merkt man oft, wer was gesagt hat, weshalb ein Begleitsatz meist sogar unnötig ist. 



Hilfreiche Links zum Thema Begleitsatz:
http://www.xn--wrtlicherede-4ib.de/regeln-zeichensetzung.htm
http://www.keepschool.de/unterrichtsmaterial/Deutsch/Komma_nach_w%C3%B6rtlicher_Rede-808.html
http://www.freiberufler-portal.de/Regeln-woertliche-Wiedergabe.php

Mittwoch, 16. Januar 2013

Strategie Zeitdruck
Uah! Die Sonne ist noch nicht einmal aufgegangen und ich bin schon auf. Ich bin todmüde. Die Augen kleben zusammen, ich bringe sie fast nicht auf. Zuerst einmal einen Kaffee, dann kann es los gehen. Gefrühstückt wird vor dem Computer, um ja keine Zeit zu verlieren.
Heute teste ich, wie gut es läuft, wenn ich mich selbst in eine Prüfungssituation bringe: Ich habe zwei Stunden zur Verfügung, bis ich aus dem Haus muss. In dieser Zeit will ich fünf Seiten schreiben. Eigentlich müsste das möglich sein, denn früher in der Schule habe ich mehrseitige Aufsätze in kürzerer Zeit geschafft.
Sozusagen als Aufsatzthema setze ich mir eine bestimmte Szene.
Ich überlege 15 Minuten, was darin vorkommen muss und wie ich sie beschreiben will.
Dann lege ich los und meine Finger fliegen über die Tasten.
Dauernd wandert mein Blick zur Uhr: Wie viel Zeit habe ich noch? Muss ich schon los?
Ich fühle mich gestresst; mein Herz rast; in meinen Armen kribbelt es.
Zwei Seiten sind geschafft.
Ich bin mit der 3 fertig.
Wieder ein Blick auf die Uhr: Mist, ich habe nur noch zehn Minuten.
Mir ist heiss. Meine Lippen sind trocken. Ich habe Durst, aber keine Zeit etwas zu trinken, sonst verliere ich kostbare Zeit.
Ich haue wie wild in die Tasten.
Uf, die Idee ist auf Papier, die Zeit um - aber leider hat es nur für 4 Seiten gereicht.

Ich habe mein Ziel erreicht, weil ich mich aber bereits früh am Morgen so gestresst habe, fühle ich mich gar nicht gut - ich fühle mich, als würde ich auf einem Drahtseil balancieren. Vielleicht sollte ich die Strategie einmal abends ausprobieren, wenn der Tag bereits um ist.



Montag, 14. Januar 2013

Aktiv statt Passiv
Egal ob man ein Buch, einen Artikel oder einen Brief schreibt - aktive Formulierungen sind immer besser als passive, weil sie:

  • kürzer
  • einfacher
  • lebendiger 
  • mitreissender 
  • persönlicher sind, da Handelnde immer genannt werden.  

Das Passiv kann aber als besonderes Stilmittel eingesetzt werden, um zum Beispiel einen Täter zu verschweigen. Ansonsten sind passive Sätze zu vermeiden, da sie kein wirkliches Geschehen darstellen, sie langweilen den Leser und wirken auf ihn ängstlich, so als fürchte sich der Autor die Tatsachen zu benennen.


Beispiele:

  • Es wird erzählt, dass die Vampire angegriffen worden sind.
    Bei diesem Satz stellen sich viele Fragen: Wer hat den Vampir angegriffen? Wer erzählt von diesem Ereignis? Bei diesem Beispiel hat der Autor das Passiv vielleicht absichtlich gewählt, um eine andere Art von Spannung zu erzeugen. 
  • Eine rasche Rücknahme kann von Maria nicht erwartet werden.
    Diese Passivformulierung ist ziemlich ungenau und stiftet beim Leser für Verwirrung.





http://www.komma-net.de/sekretariat/artikel/so-schreiben-sie-frisch-und-motivierend-im-aktiv-statt-im-passiv/
http://de.wikipedia.org/wiki/Aktiv_und_Passiv_im_Deutschen
http://www.grammatikdeutsch.de/html/aktiv_und_passiv_ubung.html

Mittwoch, 9. Januar 2013

Strategie Inspiration suchen
"Warum schreibst du nicht an deinem Buch?" schreckte mich mein Göttergatte aus den Gedanken.
"Weil ich keine Lust habe", meinte ich patzig.
Er musterte mich nachdenklich.
"Dir fehlt wohl eher die Inspiration. Ohne gute Idee gibt es nichts zu Schreiben."
Ich pfefferte ihm ein wütendes "Blödsinn" entgegen und widmete mich beleidigt dem Buch in meiner Hand.
An Lesen war aber nicht mehr zu denken. Ich zermarterte mir das Gehirn, ob mein lieber Mann wohl mal wieder ins Schwarze getroffen hatte - natürlich hatte.
"Duuu..."
"Ich hatte Recht."
Wie der Mann meine Gedanken lesen kann, ist mir nach mehr als 13 Jahren immer noch ein Rätsel, aber es ist auch schön, sich ohne Worte zu verstehen.
"Ja", gab ich kleinlaut zu, "aber wie findet man einfach so Inspiration?"
"Wie wäre es mit Gamen. Oder Horror- und Fantasyfilme gucken."
Wenn ich an Horrorfilme denke, läuft es mir eiskalt den Rücken runter; ich kann solche Filme einfach nicht gucken, ohne dass ich abends das Gefühl habe, ein Killer verstecke sich unter meinem Bett. Diese Variante wollte ich auf keinen Fall ausprobieren.
Stattdessen entschied ich mich fürs Gamen. Na ja, eigentlich war nicht ich diejenige die ein "Kampf-Adventure" spielte, sondern mein Göttergatte. Ich machte mir dabei ganz viele Notizen: Wie bewegen sich die Figuren; was für Gesten machen sie; wie sieht die Umgebung aus; welche Handlungen wären vielleicht auch etwas für mein Buch; wie könnte ich eine Handlung weiter spinnen oder so abändern, dass sie nicht kopiert ist.

Jedenfalls habe ich mich dann am Sonntag-, Montag- und Dienstagabend an den Computer gesetzt und siehe da, die Schreibfreude war wieder da. 20 Seiten habe ich geschrieben; damit bin ich bei 290 und der 300er Marke gefährlich nahe.

Diese Strategie hat sich also schon mal gelohnt, obwohl ich eigentlich für die Szenen, an denen ich gerade schreibe nichts vom Gesehenen verwenden konnte. Mal sehen, wie gut meine anderen Strategien sind, kommende Woche wird die nächste ausprobiert. 

Montag, 7. Januar 2013

Storyline/Planung/7Ws
"Mensch Regina, den wichtigsten Schreiberling-Tipp hast du vor lauter in die Tasten hauen vergessen", motzt mich ein Journalisten-Kollege an, nachdem er zum ersten Mal meinen Blog gelesen hat.
Mein Kopf wird hochrot.
Da fällt es mir siedend heiss ein: Die sieben Ws habe ich total vergessen.
Bei einem Artikel kann man sich am Ende fragen, ob man alle W-Fragen beantwortet hat, bei einem Buch ist das etwas schwieriger - deshalb macht es wahrscheinlich auch Sinn, dass ihr euch die W-Fragen schon bei der Planung überlegt/beantwortet und nicht erst am Schluss, wie ich dies bei meinen Artikeln stets getan habe.

Was sind die sieben W-Fragen:
  1. Wer? (kommt im Buch vor)
  2. Was? (Wer tut was genau?)
  3. Wann? (Wann geschieht die Handlung auf der Zeitachse?)
  4. Wo?
  5. Wie? 
  6. Warum? (Gründe für das Handeln)
  7. Woher?/Wozu?

Mittwoch, 2. Januar 2013

2013!
Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr!
2013 wird ein super Jahr, davon bin ich fest überzeugt.
Einerseits, weil die 13 schon immer meine Glückszahl war und andererseits, weil dieses Jahr eine wunderschöne Veränderung mit sich bringt: Mein Göttergatte und ich bekommen im März unseren ersten Nachwuchs und sind schon total verrückt vor Freude.
Aber nicht nur das Kindergeschrei soll mein Leben im 2013 verändern, sondern auch ein grosses Projekt: Im 2013 will ich mein Buch beenden  - dies habe ich mir fest vorgenommen. Damit mir die Zahl 2013 auch in diesem Punkt Glück bringt, habe ich mir eine Strategie zurecht gelegt, wie ich die Demotivation bekämpfen will. Ob mir das gelingt, darüber halte ich euch selbstverständlich gerne auf dem Laufenden.