Mittwoch, 30. Januar 2013

Strategie Beobachten
Diese Strategie war für die Katz. Gerade mal eine Seite weiter hat es mich gebracht, die Reaktionen der Protagonisten so zu überarbeiten, dass sie realistischer wirken. Nun gut, ich weiss jetzt besser, wie sie bei welchen Situationen reagieren sollten - also war das Beobachten wohl doch nicht umsonst und eigentlich geht es ja auch nicht darum, sinnlos Seiten zu füllen. 

Obwohl mir diese Strategie nicht ganz den gewünschten Effekt gebracht hat, habe ich doch etwas Erfreuliches zu melden: Ich bin jetzt auf Seite 301! Endlich habe ich wieder eine hunderter Marke geknackt - das macht Spass und motiviert. 


Montag, 28. Januar 2013

Das KISS-Prinzip
"Keep it simple and stupid - gestalte es kurz und einfach."
Dieser Satz wurde mir am ersten Tag an der Journalistenschule eingebläut. Weil Journis in ihren Artikeln immer auch eine Botschaft mitgeben möchten, ist es sehr wichtig, dass der Leser den Text bis zu Ende liest. Studien haben ergeben, dass Leser kurze und einfache Texte eher bis zum Schluss lesen, als lange und komplizierte.
Ausserdem haben mir meine Lehrer - langjährige Journalisten - beigebracht, dass es immer besser ist, etwas einfach zu sagen und lange Schachtelsätze zu vermeiden. Vielleicht denkt ihr, das KISS-Prinzip gilt bei einem Buch nicht. Da kann ich euch nur halbherzig wieder sprechen. Denkt daran: Viele potentielle Leser schauen sich ein Buch vorher an. Ist es ihnen zu kompliziert geschrieben, könnte dies ein Grund sein, weshalb es nicht in ihrem Bücherregal landet.


Meiner Meinung nach ist das KISS-Prinzip einer der Gründe, weshalb Bücher wie Harry Potter so erfolgreich waren - jeder versteht, um was es darin geht.

Dienstag, 22. Januar 2013

Strategie - Beobachten
Uah, die letzten Tage war extrem viel bei mir los und leider geht es auch in der zweiten Wochenhälfte stressig weiter - deshalb war ich heute einfach zu müde zum Schreiben.
Was natürlich nicht bedeutet, dass ich untätig war. Ich habe mich heute meiner Strategie "Beobachten" gewidmet: Dazu habe ich mir einen Film ausgeliehen, den ich mir normalerweise nie ansehen würde und habe mich mit dem Notizheft auf das Sofa gesetzt.
Als Aufgabe habe ich mir gestellt, die Protagonisten zu beobachten:

- Was für eine Mimik haben sie?
- Wo sind die Hände? Was tun diese?
- Was für Ticks haben sie?
- Wie reagieren sie und warum?
- Wie lang sind die Dialoge?
- Wie viel sehe ich von der Umgebung, wen die Protagonisten miteinander reden? Passiert dann etwas im Hintergrund?
- Welche Geschehnisse haben mich besonders erstaunt?
- Was genau hat mich an der Geschichte gepackt?
- Oder warum war es mir langweilig?

Als nächsten Schritt habe ich mir überlegt, wie meine Protagonisten im Film reagieren würden. Kann ich als Fernsehzuschauer nachvollziehen, warum sie so reagieren. Wenn nicht: Was braucht es, damit dies verständlich ist, beziehungsweise was für Hintergrundinformationen muss ich einfliessen lassen, damit dies klar ist und habe ich diese Infos auch im Buch geschrieben.
In einem dritten Schritt habe ich mir überlegt, welche Szenen ich nach meinen Beobachtungen nochmals überarbeiten muss und da ist doch so einiges zusammen gekommen. 

Montag, 21. Januar 2013

Der Begleitsatz
Der Begleitsatz zeigt uns, wer etwas sagt und wie dieser jemand spricht. Er kann vorne, in der Mitte oder hinten stehen.

Bevor ich Journalistin wurde, habe ich mich immer darüber geärgert, dass der Begleitsatz in Artikeln ein schlichtes sagt XY war. Nicht einmal haben die einfallsreichen Journalisten nach einem besseren Begleitsatz gesucht - dies, so schwor ich mir anfang meiner Schreiber-Karriere, werde ich anders machen.
Gesagt getan: Statt sagt, verwendete ich fragt, erklärt oder meint.
Dafür erntete ich nicht etwa ein Lob, sondern nur Kopfschütteln von meinem Vorgesetzten.

Seine Argumente gegen meine Varianten:

  1. Der Leser merkt anhand des Zitats selbst, ob es sich beispielsweise um eine Frage oder eine Erklärung handelt und mag es deshalb nicht, wenn er merkt, dass der Leser ihn ganz offensichtlich für dumm hält.
    Beispiel: "Wo gehst du hin?" oder bei: "Das macht man doch nicht so, sondern so." "Wo gehst du hin?" fragt Mario. Dieser Begleitsatz ist eigentlich nur nötig, wenn nicht klar ersichtlich wird, wer da genau spricht. 
  2. Das "sagt" darf dann ersetzt werden, wenn es eine Stimmung des Sprechenden wiedergibt. Beispielsweise, wenn der Sprechende schreit, weint, lacht, seufzt usw. Diese Begleiter kommen in einem Artikel aber praktisch nie vor. Einmal ergab es sich aber dennoch, dass ich in meinem Artikel jemand zitieren konnte, wie er sich freut:
    "Nach zehn Jahren hin und her, haben wir es endlich geschafft", lacht Gemeindepräsident XY.
    Der Kopf meines Chefs lief bei diesem Satz hochrot an: "Bist du schon mal jemandem begegnet, der etwas lachend von sich gibt? Wenn jemand beim lachen spricht, so ist das sehr abgehackt und kommt stossweise - niemand spricht so!" Leider ist mir seither wirklich noch nie jemand begegnet, der beim Sprechen lacht.
    Richtig heisst es: "Nach zehn Jahren hin und her, haben wir es endlich geschafft", sagt Gemeindepräsident XY und lacht. 
  3. Dieses Argument zählt nur in Büchern! Bei Dialogen merkt man oft, wer was gesagt hat, weshalb ein Begleitsatz meist sogar unnötig ist. 



Hilfreiche Links zum Thema Begleitsatz:
http://www.xn--wrtlicherede-4ib.de/regeln-zeichensetzung.htm
http://www.keepschool.de/unterrichtsmaterial/Deutsch/Komma_nach_w%C3%B6rtlicher_Rede-808.html
http://www.freiberufler-portal.de/Regeln-woertliche-Wiedergabe.php

Mittwoch, 16. Januar 2013

Strategie Zeitdruck
Uah! Die Sonne ist noch nicht einmal aufgegangen und ich bin schon auf. Ich bin todmüde. Die Augen kleben zusammen, ich bringe sie fast nicht auf. Zuerst einmal einen Kaffee, dann kann es los gehen. Gefrühstückt wird vor dem Computer, um ja keine Zeit zu verlieren.
Heute teste ich, wie gut es läuft, wenn ich mich selbst in eine Prüfungssituation bringe: Ich habe zwei Stunden zur Verfügung, bis ich aus dem Haus muss. In dieser Zeit will ich fünf Seiten schreiben. Eigentlich müsste das möglich sein, denn früher in der Schule habe ich mehrseitige Aufsätze in kürzerer Zeit geschafft.
Sozusagen als Aufsatzthema setze ich mir eine bestimmte Szene.
Ich überlege 15 Minuten, was darin vorkommen muss und wie ich sie beschreiben will.
Dann lege ich los und meine Finger fliegen über die Tasten.
Dauernd wandert mein Blick zur Uhr: Wie viel Zeit habe ich noch? Muss ich schon los?
Ich fühle mich gestresst; mein Herz rast; in meinen Armen kribbelt es.
Zwei Seiten sind geschafft.
Ich bin mit der 3 fertig.
Wieder ein Blick auf die Uhr: Mist, ich habe nur noch zehn Minuten.
Mir ist heiss. Meine Lippen sind trocken. Ich habe Durst, aber keine Zeit etwas zu trinken, sonst verliere ich kostbare Zeit.
Ich haue wie wild in die Tasten.
Uf, die Idee ist auf Papier, die Zeit um - aber leider hat es nur für 4 Seiten gereicht.

Ich habe mein Ziel erreicht, weil ich mich aber bereits früh am Morgen so gestresst habe, fühle ich mich gar nicht gut - ich fühle mich, als würde ich auf einem Drahtseil balancieren. Vielleicht sollte ich die Strategie einmal abends ausprobieren, wenn der Tag bereits um ist.



Montag, 14. Januar 2013

Aktiv statt Passiv
Egal ob man ein Buch, einen Artikel oder einen Brief schreibt - aktive Formulierungen sind immer besser als passive, weil sie:

  • kürzer
  • einfacher
  • lebendiger 
  • mitreissender 
  • persönlicher sind, da Handelnde immer genannt werden.  

Das Passiv kann aber als besonderes Stilmittel eingesetzt werden, um zum Beispiel einen Täter zu verschweigen. Ansonsten sind passive Sätze zu vermeiden, da sie kein wirkliches Geschehen darstellen, sie langweilen den Leser und wirken auf ihn ängstlich, so als fürchte sich der Autor die Tatsachen zu benennen.


Beispiele:

  • Es wird erzählt, dass die Vampire angegriffen worden sind.
    Bei diesem Satz stellen sich viele Fragen: Wer hat den Vampir angegriffen? Wer erzählt von diesem Ereignis? Bei diesem Beispiel hat der Autor das Passiv vielleicht absichtlich gewählt, um eine andere Art von Spannung zu erzeugen. 
  • Eine rasche Rücknahme kann von Maria nicht erwartet werden.
    Diese Passivformulierung ist ziemlich ungenau und stiftet beim Leser für Verwirrung.





http://www.komma-net.de/sekretariat/artikel/so-schreiben-sie-frisch-und-motivierend-im-aktiv-statt-im-passiv/
http://de.wikipedia.org/wiki/Aktiv_und_Passiv_im_Deutschen
http://www.grammatikdeutsch.de/html/aktiv_und_passiv_ubung.html

Mittwoch, 9. Januar 2013

Strategie Inspiration suchen
"Warum schreibst du nicht an deinem Buch?" schreckte mich mein Göttergatte aus den Gedanken.
"Weil ich keine Lust habe", meinte ich patzig.
Er musterte mich nachdenklich.
"Dir fehlt wohl eher die Inspiration. Ohne gute Idee gibt es nichts zu Schreiben."
Ich pfefferte ihm ein wütendes "Blödsinn" entgegen und widmete mich beleidigt dem Buch in meiner Hand.
An Lesen war aber nicht mehr zu denken. Ich zermarterte mir das Gehirn, ob mein lieber Mann wohl mal wieder ins Schwarze getroffen hatte - natürlich hatte.
"Duuu..."
"Ich hatte Recht."
Wie der Mann meine Gedanken lesen kann, ist mir nach mehr als 13 Jahren immer noch ein Rätsel, aber es ist auch schön, sich ohne Worte zu verstehen.
"Ja", gab ich kleinlaut zu, "aber wie findet man einfach so Inspiration?"
"Wie wäre es mit Gamen. Oder Horror- und Fantasyfilme gucken."
Wenn ich an Horrorfilme denke, läuft es mir eiskalt den Rücken runter; ich kann solche Filme einfach nicht gucken, ohne dass ich abends das Gefühl habe, ein Killer verstecke sich unter meinem Bett. Diese Variante wollte ich auf keinen Fall ausprobieren.
Stattdessen entschied ich mich fürs Gamen. Na ja, eigentlich war nicht ich diejenige die ein "Kampf-Adventure" spielte, sondern mein Göttergatte. Ich machte mir dabei ganz viele Notizen: Wie bewegen sich die Figuren; was für Gesten machen sie; wie sieht die Umgebung aus; welche Handlungen wären vielleicht auch etwas für mein Buch; wie könnte ich eine Handlung weiter spinnen oder so abändern, dass sie nicht kopiert ist.

Jedenfalls habe ich mich dann am Sonntag-, Montag- und Dienstagabend an den Computer gesetzt und siehe da, die Schreibfreude war wieder da. 20 Seiten habe ich geschrieben; damit bin ich bei 290 und der 300er Marke gefährlich nahe.

Diese Strategie hat sich also schon mal gelohnt, obwohl ich eigentlich für die Szenen, an denen ich gerade schreibe nichts vom Gesehenen verwenden konnte. Mal sehen, wie gut meine anderen Strategien sind, kommende Woche wird die nächste ausprobiert. 

Montag, 7. Januar 2013

Storyline/Planung/7Ws
"Mensch Regina, den wichtigsten Schreiberling-Tipp hast du vor lauter in die Tasten hauen vergessen", motzt mich ein Journalisten-Kollege an, nachdem er zum ersten Mal meinen Blog gelesen hat.
Mein Kopf wird hochrot.
Da fällt es mir siedend heiss ein: Die sieben Ws habe ich total vergessen.
Bei einem Artikel kann man sich am Ende fragen, ob man alle W-Fragen beantwortet hat, bei einem Buch ist das etwas schwieriger - deshalb macht es wahrscheinlich auch Sinn, dass ihr euch die W-Fragen schon bei der Planung überlegt/beantwortet und nicht erst am Schluss, wie ich dies bei meinen Artikeln stets getan habe.

Was sind die sieben W-Fragen:
  1. Wer? (kommt im Buch vor)
  2. Was? (Wer tut was genau?)
  3. Wann? (Wann geschieht die Handlung auf der Zeitachse?)
  4. Wo?
  5. Wie? 
  6. Warum? (Gründe für das Handeln)
  7. Woher?/Wozu?

Mittwoch, 2. Januar 2013

2013!
Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr!
2013 wird ein super Jahr, davon bin ich fest überzeugt.
Einerseits, weil die 13 schon immer meine Glückszahl war und andererseits, weil dieses Jahr eine wunderschöne Veränderung mit sich bringt: Mein Göttergatte und ich bekommen im März unseren ersten Nachwuchs und sind schon total verrückt vor Freude.
Aber nicht nur das Kindergeschrei soll mein Leben im 2013 verändern, sondern auch ein grosses Projekt: Im 2013 will ich mein Buch beenden  - dies habe ich mir fest vorgenommen. Damit mir die Zahl 2013 auch in diesem Punkt Glück bringt, habe ich mir eine Strategie zurecht gelegt, wie ich die Demotivation bekämpfen will. Ob mir das gelingt, darüber halte ich euch selbstverständlich gerne auf dem Laufenden.