Montag, 13. Mai 2013

Zurück aus der Babypause
"Sag mal, was macht eigentlich dein Buchprojekt?" wollte meine Chefin von mir wissen, als ich während meines Mutterschaftsurlaubs kürzlich im Büro vorbei geschaut habe.
"Es schläft tief und fest - im Gegensatz zu mir, denn der Kleine ist nachts immer noch oft wach."
"Wolltest du Ende März nicht weiter schreiben? So steht es jedenfalls in deinem Blog", fragte sie weiter.
Wollte ich das wirklich? Daran kann ich mich - wahrscheinlich wegen der Stilldemenz (http://www.news.de/gesundheit/855176867/wenn-mamas-unter-blackout-leiden/1/) - gar nicht mehr erinnern. Doch ein Blick auf den letzten Blog-Eintrag zeigt, dass ich mir das tatsächlich fest vorgenommen hatte. Wie peinlich, dass ich das vergessen hatte.
Die Worte meiner lieben Chefin haben mich aufgerüttelt; kurzerhand habe ich Omi und Opi engagiert am Montag auf den Kleinen aufzupassen, damit ich mein Buch aus dem Dornröschen-Schlaf aufwecken kann.

Ganz so einfach war es nicht: Nach drei Monaten Schreibpause, musste ich mich erstmals wieder einlesen - statt wie sonst die letzten 5 Seiten zu lesen, habe ich nun die letzten 20 Seiten gelesen.
Bereits nach einer Seite lesen war für mich klar: "Da musst du nochmals ran."
Die Szene war einfach zu schlecht sowie ungenau beschrieben. Fast so, als hätte ich es eilig gehabt weiter zu kommen; fast wie ein verspäteter Zugführer, der versucht die verlorene Zeit mit ganz kurzen Stopps wieder aufzuholen.
Mit Tatendrang machte ich mich ans Werk. Nach drei Stunden war ich mit dem Resultat zufrieden: Die Szene ist genauer sowie ausführlicher beschrieben und ich bin mit relativ wenig Aufwand 4 Seiten weiter gekommen.
Trotz des Erfolgs nagt ein Gedanke an mir: Wie gut würden andere Szenen meine Kritik überstehen, wenn ich sie jetzt, da ich genügend Abstand hatte, nochmals lesen würde?
Soll ich sie nochmals lesen und dann überarbeiten? 

Kommentare:

  1. Es freut mich, dass du das Schreiben jetzt wieder aufnimmst. Ich habe deine Posts super gerne gelesen und bin nun auch wieder dabei, wenn du uns auf dem Laufenden hältst. Ich glaube das erneut-lesen nach einer längeren Zeit wirkt wahre Wunder. Man hat dann einen distanzierteren Blick auf das ganze und sicherlich würde man so einiges finden, was man im nachhinein jetzt doch überarbeiten würde.

    Liebe Grüße
    Jani

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  2. Hallo Jani

    Schön, dass du wieder dabei bist. Ich versuch mir auch ganz viel Mühe zu geben, dass du regelmässig etwas von mir zu lesen vorfindest - aber leider hat da mein kleiner Sohnemann auch noch ein Mitspracherecht und schreit meist genau dann, wenn ich eigentlich in die Tasten hauen möchte.
    Genau wie du sagst, lese ich meine geschriebenen Seiten nun mit Distanz und da sind mir leider bereits einige Szenen aufgefallen, die so gar nicht passen. So wird beispielsweise eine meiner Hauptpersonen ins Gefängnis geworfen, aber nie zu seiner Tat verhört. Im Nachhinein ist mir das merkwürdig vorgekommen und ich habe gemerkt, dass ich diese Szene viel mehr beschreiben sollte.
    Ups, da wäre ich ja schon beim Thema von meinem nächsten Post.

    Ganz liebe Grüsse

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