Mittwoch, 25. Juni 2014

Zielgruppe überdenken
Für wen schreibe ich eigentlich? Dieser Frage musste ich mich diese Woche erneut stellen.
Eigentlich wollte ich ein Fantasy-Kinderbuch schreiben, aber eine meiner Hauptfiguren erlebt etwas, von dem Kinder vielleicht noch nicht lesen sollten. Natürlich könnte die Charaktere etwas anderes erleben, aber es würde dann nicht mehr zu ihr und ihrer Entwicklung passen.
Bisher habe ich das Geschehene nur leicht umschrieben, so dass man es sich selbst vorstellen kann, was sie erlebt. Aber eben, auch die Umschreibung ist nicht wirklich für Kids geeignet und irgendwie fühlte sich die ganze Szene merkwürdig falsch an. Deshalb haben meine Finger wieder kurzerhand die Delete-Taste gedrückt.
Im Werk "Das Lied von Eis und Feuer" bleibt auch sehr wenig ungesagt/unbeschrieben. Warum soll ich es nicht auch mal ausprobieren und etwas beschreiben, was ich eigentlich lieber nicht in Worte fassen möchte?

Wow! Ich bin richtig stolz auf mich. Ich bin über meinen eigenen Schatten gesprungen und habe etwas Geschrieben, bei dem ich fast etwas rot werde, und es fühlt sich super an. Die Szene fühlt sich nun tatsächlich richtig an. Tja, jetzt habe ich nur noch das Problem, dass ich meine Zielgruppe nochmals überdenken sollte. Aber was solls, in erster Linie schreibe ich das Buch ja für mich selbst. Ich muss mit dem Resultat zufrieden sein. Wenn ich mein Geschriebenes nicht mag, kann ich auch nicht erwarten, dass es anderen gefällt. 

Mittwoch, 18. Juni 2014

Ideenklau 
Jede/r Autor/in schreibt anders - dies macht ja auch den Reiz des Bücherlesens aus. Wäre doch langweilig, wenn alle gleich schreiben würde. Deshalb habe ich mich entschieden, die Delete-Taste noch nicht zu drücken und weiter zu schreiben.

Dann hat mein Werk hat Ähnlichkeit mit einem Anderen. Solange ich nicht abschreibe, habe ich ein reines Gewissen und das reicht mir. Aber zugegeben, wenn man viel liest, ist es schwer, sich von anderen Schreibenden nicht beeinflussen zu lassen und abzuschreiben.
Aber eigentlich sind Bücher auch eine Inspirationsquelle für neue Werke. Beispielsweise gefällt jemandem vielleicht eine Nebenfigur in einem Buch so gut, dass er kurzerhand darüber eine eigene Geschichte schreibt. Oder eine Erzähltechnik wird für ein anderes Genre angewendet.


Übrigens: Es gibt genug erfolgreiche Autoren und Autorinnen, denen vorgeworfen wird, dass sie andere Werke kopiert haben sollen:

- J. K. Rowling soll die Idee zum Zauberlehrling Harry Potter von Adrian Jacobs Buch "Willy the Wizard" gestohlen haben. http://www.rp-online.de/kultur/anzeige-gegen-joanne-k-rowling-aid-1.2010441
- Stephenie Meyer (Twilight) soll bei "The Nocture" von Jordan Scott abgeschrieben haben. http://www.welt.de/kultur/article4363394/Twilight-Autorin-Stephenie-Meyer-wird-verklagt.html
- Dan Brown wurde sogar von zwei unterschiedlichen Personen beschuldigt, die Idee für Sakrileg gestohlen zu haben. http://www.spiegel.de/kultur/literatur/sakrileg-neue-vorwuerfe-gegen-dan-brown-a-410811.htmlhttp://www.welt.de/print-welt/article204194/Prozess-Ideen-zu-Dan-Browns-Bestseller-Sakrileg-lieferte-die-Ehefrau.html
- Martina Gercke (Champagnerküsschen und Holunderküsschen) soll von mehreren Autoren abgeschrieben haben. http://www.buchreport.ch/nachrichten/online/online_nachricht/datum/2012/12/03/ein-selfpublishing-star-verglueht.htm


Donnerstag, 12. Juni 2014

Zweifel
Alles Mist! 
Miserabel!
Interessiert doch kein Mensch!
Zurzeit frage ich mich, ob ich nicht einfach alles hinschmeissen und das Schreiben anderen überlassen sollte. So gut wie ich es mir vorstelle, wird mein Buch ja eh nie. 
Warum ich plötzlich wieder an mir zweifle? Ich lese die Fantasy-Saga "Das Lied von Eis und Feuer" von George R. R. Martin (http://de.wikipedia.org/wiki/George_R._R._Martin#Werke; http://www.amazon.de/Das-Lied-von-Eis-Feuer/dp/3442267749/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1402562059&sr=8-1&keywords=Das+Lied+von). Einige von euch kennen vielleicht die Serie "Game of Thrones" - sie basiert auf dieser Saga. Mein Mann ist ein riesen grosser Fan der Serie und hat mir schon oft erzählt, dass "Game of Thrones" sehr viel mit meinem eigenen Werk gemeinsam hat. Letzte Woche konnte er mich nun überzeugen, dass ich George R. R. Martins Werk lese - und mein Göttergatte hatte Recht: Wie Martin erzähle ich aus Sicht von verschiedenen Charakteren, zeige ihre Entwicklung auf und wie in seinem Werk, überleben nicht alle Protagonisten.  
Und doch ist mein Geschriebenes so ganz anders: Meine Beschreibungen sind nicht so ausführlich; die Sätze nicht so wohlklingend; meine Story nicht so spannend. So gut wie er, werde ich wohl nie schreiben - weshalb mache ich mir also die Mühe? Was bringt es mir, wenn ich ein Buch schreibe, das niemand lesen will? Die Zeit, die ich dafür aufwende, kann ich doch besser investieren. 
Und trotzdem wage ich es nicht, meine über 300 Seiten einfach so zu löschen und aufzugeben. 
Eine Freundin hat mir mal gesagt: Bücher sind wie Kinder - jedes ist anders, wären sie genau gleich, wäre die Erde ein langweiliger Ort.