Mittwoch, 18. März 2015

Sagt, sagte
Vielen von euch, geht es vielleicht wie mir - die direkte Rede mit einem "sagte" abzuschliessen, findet ihr langweilig und überlegt euch stattdessen andere Varianten.
Diese Zeit könnt ihr euch gerne sparen: Das "sagte" ist lediglich dazu da, um zu erkennen, wer genau spricht. Diese Regel - die übrigens auch Autor Alexander Steele (Romane und Kurzgeschichten schreiben) vertritt - wurde mir ziemlich bald in meiner Journalistenkarriere eingetrichtert. Sparsam umgehen mit schreien, erläutern, erklären, fragen, kontern, verkünden, rufen, merken, finden, glauben, weinen, nicken, zustimmen, schmunzeln, flüstern, höhnen usw. sollte ich auch deshalb, damit es dem Leser auffällt, wenn ich sie dann doch mal einsetze.


Besser als "sagte" Synonyme zu suchen ist es zudem, wenn man beschreibt, wie die beiden Personen miteinander sprechen - den selten tun sie dies ohne Gesten. Auch ein Roman lebt von Gesten. Da kratzt sich jemand am Kopf, verschränkt die Arme vor der Brust, wirft ein Buch nach seinem Gesprächspartner, klimpert mit den Wimpern, zerreisst ein Bild, rauft die Haare, zeigt dem anderen einen Vogel, stampft mit dem Fuss auf, schaut zu Boden usw.
All das sind Dinge, die dazu genutzt werden können "den Tonfall des Zitates wiederzugeben".
Die Dialoge werden durch kurze Handlungen zwischen den wörtlichen Reden zusätzlich auch noch
glaubwürdiger und lebendiger.