Mittwoch, 18. März 2015

Sagt, sagte
Vielen von euch, geht es vielleicht wie mir - die direkte Rede mit einem "sagte" abzuschliessen, findet ihr langweilig und überlegt euch stattdessen andere Varianten.
Diese Zeit könnt ihr euch gerne sparen: Das "sagte" ist lediglich dazu da, um zu erkennen, wer genau spricht. Diese Regel - die übrigens auch Autor Alexander Steele (Romane und Kurzgeschichten schreiben) vertritt - wurde mir ziemlich bald in meiner Journalistenkarriere eingetrichtert. Sparsam umgehen mit schreien, erläutern, erklären, fragen, kontern, verkünden, rufen, merken, finden, glauben, weinen, nicken, zustimmen, schmunzeln, flüstern, höhnen usw. sollte ich auch deshalb, damit es dem Leser auffällt, wenn ich sie dann doch mal einsetze.


Besser als "sagte" Synonyme zu suchen ist es zudem, wenn man beschreibt, wie die beiden Personen miteinander sprechen - den selten tun sie dies ohne Gesten. Auch ein Roman lebt von Gesten. Da kratzt sich jemand am Kopf, verschränkt die Arme vor der Brust, wirft ein Buch nach seinem Gesprächspartner, klimpert mit den Wimpern, zerreisst ein Bild, rauft die Haare, zeigt dem anderen einen Vogel, stampft mit dem Fuss auf, schaut zu Boden usw.
All das sind Dinge, die dazu genutzt werden können "den Tonfall des Zitates wiederzugeben".
Die Dialoge werden durch kurze Handlungen zwischen den wörtlichen Reden zusätzlich auch noch
glaubwürdiger und lebendiger.

Kommentare:

  1. Mir gefällt dein Blog sehr. Ich lese jeden Eintrag, in der Hoffnung das ich alles lerne was es braucht ein Buch zu schreiben.
    Es ist schon seit der Grundschule mein Traum ein Buch zu schreiben und eines Tages vielleicht sogar als Autorin zu arbeiten.
    Bis jetzt Träume ich meine Geschichten noch vor mich hin- in meinen Gedanken schreibe ich bereits ein Buch über mein Leben (ich weiss, nicht sonderlich spannend) aber meist "übe" ich nur, wie sich meine Geschichte für den fiktiven Leser anhören könnte...

    Denkst du, ein "normaler" Mensch ohne Matura- Abschluss oder Journalistische Karriere könnte ein Buch veröffentlichen?
    (Angenommen die Geschichte interessiert auch jemanden, aber jetzt nur einmal von den Grundvoraussetzungen gesprochen).

    Mich würde interessieren wie der Arbeitsalltag einer Autorin aussieht. Wäret du auch bereit eine Reise zu machen um dich voll und ganz in die Geschichte hinein zu versetzen?

    Liebs Grüessli usem Aargau

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    1. Sali msplain

      Ui cool, än Kommentar vonere "Nachbarin". :-)) Vielen Dank für deinen lieben Kommentar - ich habe mich sehr darüber gefreut und er stachelt mich gleichzeitig an, weiterhin ganz viele nützliche Infos zusammen zu suchen.

      Natürlich kann auch ein ganz "normaler" Mensch ein Buch veröffentlichen - das beste und berühmteste Beispiel ist wohl Jane Austen http://www.lovelybooks.de/autor/Jane-Austen/, die laut Google nur für wenige Jahre die Schule besuchte.
      Die wichtigste Grundlage ist eine tolle Idee und dass du diese in Worte fassen kannst - was auch mir als gewohnte Schreiberin nicht oft gelingt.
      Also, spring über deinen Schatten und hau in die Tasten. :-) Übung macht ja bekanntlich den Meister.
      Ach ja: Warum sollte eine Geschichte über dein Leben denn nicht spannend sein? Wenn du sie witzig erzählst oder auf eine Art, die noch nie jemand zuvor getan hat, dann ist sie doch bereits lesenswert.


      Mein Alltag ist momentan leider sehr von meinen Kindern geprägt, weshalb ich nur noch sporadisch zum Schreiben komme. Vorher habe ich mich morgens hingesetzt und mir überlegt, was ich genau erzählen will und wie ich das machen könnte. Ich werde mal Googeln, was richtige Autoren denn so den ganzen Tag machen und dem Thema einen Post widmen - danke für den Input.
      Eine Reise ist immer eine gute Idee, da kommt man an Orte, die man gut in sein Buch integrieren kann. Bevor meine Kids da waren, bin ich oft ins Tessin gereist und habe mich in einer Berghütte verschanzt und dort geschrieben - weit weg von Freunden, Natels und Internet konnte ich mich besser konzentrieren und kam im Buch auch gut vorwärts.

      Gibt es ein Thema, über das du gerne noch mehr wissen möchtest? Dann versuch ich im nächsten (oder übernächsten) Post darauf einzugehen.

      Ganz äs liebs, sunnigs Grüessli vom Zürisee

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    2. Liebe Regina,
      Vielen Dank für deine Antwort. Den Beitrag (Jane Austen) welchen du verlinkt hast, habe ich mir gleich durch gelesen- was für eine beachtliche Frau.

      In der Tat gäbe es ein beziehungsweise tausende Themen welche mich interessieren würden, über die ich jauchzen würde in deinem Blog darüber lesen zu können. Aber eins brennt mir auf der Zunge: Wie und Wo findet man Verleger?
      Schreibt man ihnen einfach eine E- Mail? Wie läuft das ganze dann ab? Soll man die Geschichte schon fertig haben, wenn man sich an sie wendet? Welche Erfahrungen hast du damit gemacht?

      Ich freue mich sehr über deine Antwort!
      Nebst dem Tessin ist der Zürn- See natürlich ein perfektes Panorama um eine wundervoll, spannende und fantasiereiche Geschichte auf Papier zu bringen. Oder sich einfach mal inspirieren zu lassen! Und auch Kinder sind ein wunderbares "Mittel" die Welt mit anderen Augen zu sehen.

      Ich freue mich auf deine zukünftigen Einträge! Und natürlich dann, die gebundene Geschichte von dir!
      E begeistereti Leserin

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    3. Liebe msplain
      Stimmt, dieses Thema habe ich auch noch auf meiner Pendenzenliste. Ich geb mir ganz viel Mühe, dass ich deine Fragen bald beantworten kann - etwas Zeit musst du mir aber gönnen, denn ich muss die verschiedenen Verlage ja noch heraussuchen und den Fragekatalog vorbereiten.
      Ich selbst habe noch gar keine Erfahrungen mit Verlagen, da ich meine Geschichte zuerst zu Ende schreiben möchte - dann erst entscheide ich mich, was ich damit mache, beziehungsweise ob und wie ich die Story veröffentliche.
      Ganz liebi Grüessli

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